Seit Montag gilt 3G in Bus und Bahn

Von Kontrollen keine Spur – RTL-Reporterin muss stundenlang keinen Nachweis zeigen

24. November 2021 - 14:01 Uhr

3G-Regel soll Corona-Pandemie eindämmen

Nur wer gegen Corona geimpft, genesen oder getestet ist, darf noch Bus und Bahn fahren und an seinen Arbeitsplatz. Denn seit Montag gilt das neue Infektionsschutzgesetz, das dort 3G vorschreibt. Die Bundesregierung will so die steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff kriegen – doch wird auch kontrolliert, ob sich alle daran halten? Wir waren in Berlin, Leipzig, Hamburg und Köln unterwegs und haben festgestellt: Das große Chaos ist ausgeblieben – Kontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln aber auch. Mehr dazu im Video.

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RTL-Team erlebt keine Corona-Kontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln

Für viele Berufspendler heißt es am Morgen: bitte einsteigen und den 3G-Nachweis zeigen. Theoretisch, denn von Kontrollen ist noch keine Spur: Auf keiner unserer Fahrten müssen wir unseren 3G-Status vorweisen – obwohl zumindest in einem Fall ein Kontrolleur in der Bahn ist. Dass er die Nachweise kontrollieren müsse, sei ihm "nicht bekannt", erklärt er.

Mehr als drei Stunden lang fährt RTL-Reporterin Vanessa Fritz in vollen Bussen und Bahnen durch Hamburg – Zahl der 3G-Kontrollen: null.

Wer in die Firma will, braucht einen 3G-Nachweis

Strenger geht es offenbar in den Unternehmen zu. Als wir zum Schichtbeginn bei Airbus in Hamburg auftauchen, ist vor dem Eingang eine lange Schlange. Jeder, der rein will, muss hier seinen 3G-Nachweis vorlegen. "Ich muss zur Apotheke einen Corona-Test machen. Der ist 24 Stunden gültig, dann kann ich hier morgens reinfahren", sagt ein Arbeitnehmer.

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Erst zum Corona-Test, dann auf die Arbeit

Viele Unternehmen haben Teststationen aufgebaut, damit alle pünktlich arbeiten können. Beim hessischen Medikamentenhersteller Biotest steht so eine Station. "Bisher ist alles so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt ein Sprecher des Unternehmens. "Die Kollegen kommen mit ihren Tests hierher und lassen ihre Ausweise für 24 Stunden freischalten. Und die anderen Kollegen, die uns ihren Impfstatus vorher genannt haben, bekommen den dann auch auf ihre Zutrittsausweise gespielt."

Anwältin: Wer 3G-Nachweis ständig verweigert, kann gekündigt werden

Wer weder seinen Impfstatus noch einen Test vorlegt, dürfte demnächst Probleme bekommen. "Wir haben die Pflicht im Infektionsschutzgesetz", sagt Rechtsanwältin Nicole Mutschke. "Dementsprechend darf ich erst mal nicht zur Arbeit, wenn ich keinen Test vorlegen kann. Das heißt, ich würde auch kein Entgelt bekommen." Am Ende könne sogar der Verlust des Arbeitsplatzes stehen, erklärt die Expertin: "Wenn das notorisch ist und ich andauernd sage: 'Ich mach das nicht', droht mir in der ersten Stufe eine Abmahnung und im schlimmsten Fall eine Kündigung." (bst)

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Das große Geschäft mit der Pandemie: Ausgerechnet in einer Zeit, in der jeder um seine Gesundheit bangt, finden Betrüger immer wieder neue Wege, illegal Geld zu machen. Ob gefälschte Impfpässe, negative Tests oder Betrügereien in den Testzentren – die Abzocke lauert überall. Sogar hochrangige Politiker stehen in Verdacht, sich während der Corona-Zeit die eigenen Taschen vollgemacht zu haben. Unsere Reporter haben europaweit recherchiert – die ganze Doku auf RTL+.