Corona-Regelungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr

3G in Bus und Bahn: So sollen die neuen Maßnahmen kontrolliert werden

Bei der Kontrolle der Maskenpflicht bei der Bahn haben auch Sicherheitskräfte der Polizei geholfen.
Bei der Kontrolle der Maskenpflicht bei der Bahn haben auch Sicherheitskräfte der Polizei geholfen.
© dpa, Annette Riedl, adl htf cul

23. November 2021 - 9:35 Uhr

Überlegungen zu flächendeckenden Kontrollen

Ab Mitte der Woche soll bundesweit im öffentlichen Nah- und Fernverkehr eine 3G-Regel gelten. Demnach müssen alle Fahrgäste einen Nachweis über eine Corona-Impfung, einen Genesenenstatus oder einen negativen Corona-Test vorzeigen können. Jetzt sind erste Informationen bekannt geworden, wie diese neuen Maßnahmen kontrolliert werden sollen.

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3G soll ab Mitte der Woche gelten

Die Deutsche Bahn will Anfang der Woche bekanntgeben, wie sie mit der neuen 3G-Regel für Fahrgäste umgehen wird. "Die DB bereitet sich auf die Umsetzung der jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor", sagte ein Sprecher. Man stelle sich darauf ein, dass die neuen Regeln im Laufe der Woche in Kraft träten.

Bundestag und Bundesrat hatten wegen stark gestiegener Corona-Zahlen beschlossen, dass Fahrgäste in Bussen und Bahnen geimpft, genesen oder getestet sein müssen (3G). Erwartet wird, dass die Regelung ab Mitte der Woche greift.

Lese-Tipp: Nicht nur für Bus und Bahn gelten neue Regeln, auch am Arbeitsplatz verändern sich die Maßnahmen.

Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsämtern

"Als Teil der Daseinsvorsorge werden wir alles daransetzen, um der Verantwortung gerecht zu werden", versicherte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Die Betriebe gingen daher auf Polizei und Ordnungsämter zu, damit zur Kontrolle gemeinsam effektive Stichproben durchgeführt werden könnten. Der Verband sprach von einer schwierigen hoheitlichen Aufgabe.

Aus Sicht der Gewerkschaft Verdi und der Verkehrsbetriebe sollten die Kontrollen nicht von den eigenen Mitarbeitern vorgenommen werden. Verdi forderte, geschultes Sicherheitspersonal unter Beteiligung der Ordnungsbehörden einzusetzen.

Dem stimmt auch Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen zu. "Die Erfahrungen bei der Kontrolle der Maskenpflicht zeigen, dass es bei einzelnen Kontrollen auch ein hohes Aggressionspotenzial gibt. Dies ist gerade auch beim 3G-Nachweis zu erwarten."

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Verkehrsbetriebe stehen vor einer großen Aufgabe

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) warnte vor einem Verkehrschaos. Jeden Tag seien Millionen Menschen auf Bus und Bahn angewiesen.

"Kein Verkehrsunternehmen in ganz Deutschland kann es schaffen, die Fahrgäste alle durch zu kontrollieren, wenn sie in Bus und Bahnen steigen." Beim Fernverkehr der Deutschen Bahn könne dies gegebenenfalls noch anders sein, aber nicht beim ÖPNV. Einige Länderminister hätten eine 3G-Regelung für den ÖPNV und die Bahn insgesamt sehr kritisch gesehen. "Aber ich glaube, da wird nicht mehr viel dran zu rütteln sein. Deswegen finde ich, geht es jetzt um die praktische Umsetzung", so Bremens Senatorin Maike Schaefer (Grüne). (dpa/lra)