Hier an diesem Bahnhof in Homburg im Saarland ist Zugbegleiter Serkan C. noch reanimiert worden. Kollegen, Freunde und Fremde haben bis heute Morgen gebangt und gehofft – vergeblich. Der 36-jährige Familienvater hat den brutalen Angriff eines Fahrgastes nicht überlebt.
„Furchtbar. Ich kann nur sagen: Es ist furchtbar.“
„Ich habe heute Morgen geschaut, da hieß es noch, der ist ins Koma gefallen oder versetzt worden. Das ist jetzt schon, sage ich mal, krass , dass man wegen nichts quasi einfach aus dem Leben gerissen wird.“
„Ich weiß, wie die Leute hier ticken. Manche laufen hier sehr viel mit Messer herum oder, keine Ahnung.“
Der Regionalexpress war Montagabend von Landstuhl in Rheinland-Pfalz nach Homberg ins Saarland unterwegs. An Bord auch ein 26-jähriger Grieche, der Serkan C. offenbar kein Ticket vorzeigen konnte und daraufhin den Zug verlassen sollte. Dann ist er wohl ausgerastet – laut Zeugen soll sich Schaffner Serkan C. deeskalierend verhalten haben. Trotzdem schlägt der mutmaßliche Täter zu – unter anderem mit der Faust gegen den Kopf seines Opfers.
Fassungslosigkeit heute auch bei der Deutschen Bahn. „Das ist heute ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner. Und es ist etwas passiert, was uns alle wachrütteln muss. Gewalt gegen Menschen, sei es bei der Bahn, bei der Polizei, bei der Feuerwehr, bei den Rettungsdiensten, ist völlig unakzeptabel.“
Der Tatverdächtige wurde an der Endhaltestelle in Homberg festgenommen und sitzt jetzt in U-Haft. Ermittler versuchen nun die vielen offenen Fragen zu klären: War der Zugbegleiter bei der Kontrolle alleine und warum ist kein Fahrgast eingeschritten?
„Fahrgäste erzählen mir, dass auf der betroffenen Linie die Zugbegleiter wohl meist alleine unterwegs seien, um die Tickets der Fahrgäste zu kontrollieren. So womöglich auch das jetzige Todesopfer. Der junge Mann soll auf eine Gruppe junger Menschen gestoßen sein. Dort kam es dann wohl zu Streitigkeiten und einer der Fahrgäste, der jetzige Tatverdächtige, soll wohl massiv auf den Ticketkontrolleur eingeschlagen haben.“
Zur Trauer mischt sich bei vielen Kollegen von Serkan C. auch Wut. Sie sagen: Die Zahl der Übergriffe in Bahnen und Bussen steigt seit Jahren und an der Sicherheit wird immer mehr gespart. Für Serkan C. soll es an allen deutschen Bahnhöfen heute Nachmittag eine Gedenkminute geben.