Für Yosefs Mutter ist die Ungewissheit kaum auszuhalten. Was ist wirklich mit ihrem Sohn passiert?
„Mir geht es nicht gut. Solange die Wahrheit über mein Kind nicht ans Licht kommt, habe ich keinen Frieden. Der Schmerz sitzt tief in mir. Wenn die Sache mit meinem Kind nicht aufgeklärt wird, kann ich nicht weiterleben. Schaut doch nur mein Kind. Mein Kind."
Hier an diesem See wird Yosef letzte Woche tot aufgefunden. Ihr Sohn war eher ängstlich, sagt uns seine Mutter. Ihrer Meinung nach hätte sich der Teenager nie freiwillig dort im Dunklen aufgehalten. Aber genau da entdeckten Spaziergänger die Leiche des Jungen. Taucher sind im Einsatz, Polizeihunde und eine Drohne. Die Beamten gehen von einem Gewaltverbrechen aus.
In Dormagen sitzt der Schock über den Tod des Jungen tief. Deshalb kommen am Wochenende tausende Menschen zusammen, um zu trauern. Dreieinhalb Kilometer laufen sie zur Einrichtung, in der der 14-Jährige mit seiner Mutter lebte. Es ist ihr ausdrücklicher Wunsch, dass wir Yosefs Foto offen zeigen. Sie erinnert sich an die letzten Momente mit ihrem Sohn. Er sagte ihr, er wolle seine Uniform bei seinem Schützenverein abholen.
„Er hat noch Mittag gegessen und ist gegen 12 Uhr aus dem Haus gegangen. Er wirkte nervös und war aufgeregt und er hat mir gesagt, dass er so schnell wie möglich wiederkommen wird."
Doch Yosef kommt nicht wieder. Später stellt sich heraus. Das Treffen im Schützenverein gab es offenbar nie.
Hat sich Yosef mit jemand anderem getroffen, der ihn dann getötet hat? Noch tappen die Ermittler im Dunklen.
Klar ist: Der Teenager war super integriert und sehr beliebt.
„Er ist Klassensprecher gewesen. Er war im Sportverein. Er war aber auch im Brauchtumsverein Das heißt, er ist überall dabei. Und auch die Familie insgesamt ist bekannt. Er ist in einem guten Miteinander, auch in der Nachbarschaft bekannt. Und das ist das, was das Ganze so tragisch macht, Weil es ist jemand aus unserer Mitte gerissen worden und das ist einfach schrecklich."
Die Behörden haben jetzt eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro versprochen – für Hinweise, die den oder die Täter hinter Gitter bringen. Denn nicht nur Yosefs Mutter, auch die Menschen hier in Dormagen hoffen, dass der Fall schnell aufgeklärt werden kann.