Nach zwei Jahren im Bürgergeld-Bezug hat Erik Anschütz wieder Hoffnung auf eine Festanstellung. Über Sozialstunden ist er bei der Tafel in Jena gelandet, die Arbeit wäre der wichtigste Schritt raus aus der Armut:
Erik Anschütz, 33, Bürgergeldbezieher:
"Man steht dann wieder auf eigenen Füßen. Das wäre halt. Man könnte wieder verschiedene Unternehmungen machen."
Im Moment hat er mit dem Zuverdienst bei der Tafel 800 Euro im Monat zur Verfügung – damit gilt er als armutsgefährdet.
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SO wie aktuell 13,3 Millionen Menschen – das sind 16,1 Prozent der Bevölkerung. Besonders gefährdet sind Alleinerziehende, allein lebende Menschen, Erwerbslose und Senioren.
Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens hat – für Alleinstehende rund 1.378 Euro netto im Monat.
Viele können sich damit noch das Nötigste leisten, auch weil Sozialleistungen etwas abfedern – Experten sprechen deshalb von „relativer Armut“:
Christoph Butterwegge, Armutsforscher:
"das heißt sie können sich vieles von dem nicht leisten, was für fast alle anderen als normal gilt, mal ins Kino gehen, ins Theater oder bei Kindern mal in den Zoo."
Darum geht es auch Bankchef Peter Güllmann, der sich im Ruhrgebiet in einer Initiative des Bischofs gegen Armut engagiert.
Peter Güllmann, Rat für Wirtschaft und Soziales beim Bischoff von Essen
Ganz wesentliche Punkte sind natürlich hierbei bezahlbarer Wohnraum , Arbeit und Bildung.
Immerhin - für 2026 rechnet die Bundesregierung mit etwas besseren Zahlen, weil der Mindestlohn gestiegen ist - zudem sollen Betreuungsangebot ausgebaut werden:
Annika Klose, SPD, Arbeits- und Sozialpolitische Sprecherin:
"wir sehen gerade bei denjenigen, die alleinerziehend sind, ist die Quote der Armutsgefährdeten besonders hoch. Das liegt eben daran, dass die häufig gar nicht Vollzeit arbeiten können, weil die Kinderbetreuung nicht sichergestellt ist."
Entscheidend wird dann aber sein, dass es auch genügend gut bezahlte Jobs in Deutschland gibt.