Verdi und EVG legen Verkehr lahmLiveticker zum Mega-Streik: Einzelne Regionalbahnen fahren wieder

Deutschland steht an diesem Montag still. Die Gewerkschaften Verdi und EVG bestreiken in fast allen Bundesländern den Nahverkehr – und bundesweit die Bahn. Auch Flughäfen sind betroffen. Alle Entwicklungen zum Mega-Streik gibt es HIER im Liveticker.

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E. Kusch

Erste Regionalbahnen fahren wieder!


Trotz des bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Verkehr hat die Deutsche Bahn am Montagnachmittag den Betrieb auf einzelnen Regionalbahn-Linien wieder aufgenommen. So könne etwa "die S-Bahn München einen Pendelbetrieb zwischen Ostbahnhof und Pasing anbieten oder die S-Bahn Hamburg im Innenstadtbereich und auf einzelnen Außenstrecken einen 20-Minuten-Takt fahren", teilte der Konzern am Montag mit. 

"Welche zusätzlichen Verbindungen am Nachmittag im Regionalverkehr aufgenommen werden können, hängt vom Streikverlauf ab", hieß es. Der Fernverkehr auf der Schiene steht demnach weiterhin und den ganzen Tag über vollständig still.
Sebastian Wieseler

Bahn rechnet für Dienstag mit "weitgehend normalen Betrieb"

Gegen Abend begann die Bahn nach eigenen Angaben auch damit, den Stau der Güterzüge aufzulösen. Für Dienstagmorgen rechnete der Konzern mit einem "weitgehend normalen Betrieb". Auch an den Flughäfen dürfte der Verkehr schnell planmäßig anlaufen, wie der Flughafenverband ADV erwartet.
Sebastian Wieseler

Austrian Airlines streicht am Dienstag mehr als 100 Flüge - auch Deutschland-Verbindungen betroffen

Bei der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines fallen am Dienstag wegen einer Betriebsversammlung mehr als 100 Flüge aus. Das gab die österreichische Fluggesellschaft am Montag bekannt. Grund für die Absagen sind schwierige Tarifverhandlungen mit dem fliegenden Personal. Der Beginn der Betriebsversammlung ist für 9 Uhr morgens geplant. Die Dauer der Veranstaltung ließ die Gewerkschaft Vida vorerst offen.
Unter den gestrichenen Flügen waren laut Informationen des Wiener Flughafens auch Verbindungen nach Düsseldorf, Hamburg, Berlin und Hannover.
Bereits Anfang März hatte das Bordpersonal in einem mehrstündigen Warnstreik die Arbeit niedergelegt. Am vergangenen Freitag machte das Management der Austrian Airlines ein Angebot von durchschnittlich 12,3 Prozent mehr Gehalt öffentlich. In der Betriebsversammlung wollen die Arbeitnehmervertreter die Piloten und Pilotinnen sowie die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter über den Stand der Verhandlungen informieren.
Sebastian Wieseler

Durch Streiks berühmter GDL-Chef Weselsky wirft Bahn und EVG "Schmierentheater" vor

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat die Deutsche Bahn dafür kritisiert, dass sie am Montag aufgrund des großen Warnstreiks den gesamten Fernverkehr gestoppt hat. "Die Bahn legt einfach fest, dass in diesem Land kein Zug mehr fährt - obwohl eine ganze Reihe von Zügen sehr wohl fahren könnte", sagte Claus Weselsky dem "Spiegel". Er sprach dabei von einem "Schmierentheater" der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der DB. "Die Deutsche Bahn hat angeordnet, den Bahnverkehr zu stoppen. Das hätte die Bahn bei einem GDL-Streik niemals gemacht, sondern uns mit einer einstweiligen Verfügung gedroht", sagte Weselsky. "Bei uns sind immer mindestens 20 Prozent der Züge gefahren."

Die EVG verhandelt bei der Deutschen Bahn (DB) derzeit für 180.000 Beschäftigte einen neuen Tarifvertrag. Die Verhandlungen der GDL mit der DB stehen im Herbst an, die GDL vertritt allerdings deutlich weniger DB-Beschäftigte als die EVG. Zuletzt hat die GDL bei Verhandlungen immer wieder versucht, ihren Einfluss innerhalb der Bahn zu vergrößern.