Pandemie hält die Welt in Atem

LIVE-TICKER Coronavirus - Alle Infos und Entwicklungen vom 14. Mai 2020

15. Mai 2020 - 0:36 Uhr

Deutschland macht die Grenzen wieder auf

Die Kontrollen an der deutschen Grenze sollen von diesem Samstag an schrittweise gelockert werden. Auf touristische Reisen ins Ausland sollen die Bundesbürger aber auch in den kommenden Wochen weiter verzichten. Wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch mitteilte, enden die Kontrollen zunächst an der Grenze zu Luxemburg in der Nacht zum kommenden Samstag.

An der deutsch-dänischen Grenze sei Deutschland ebenfalls bereit, die Kontrollen einzustellen, "sobald die dänische Regierung ihre laufenden Konsultationen mit ihren jeweiligen Nachbarstaaten vollzogen hat". An den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz sollen sie dagegen bis zum 15. Juni fortgesetzt werden.

Alle Infos zum Coronavirus können sie hier nachlesen.​

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen das Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".

+++Chronologie vom 14. Mai 2020

23:45 Uhr – Aktuelle Zahlen aus Deutschland und der Welt

Land

InfizierteToteGenesene
Weltweit4.420.734301.3701.583.419
USA1.411.46685.489246.414
Russland252.2452.30553.530
Großbritannien234.43133.6931.043
Spanien229.54027.321143.374
Italien223.09631.368115.2888
Deutschland174.4787.884150.300
Frankreich178.99427.42859.718

22:53 Uhr - Söder vor Bundesliga-Neustart "verhalten optimistisch"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt angesichts des nahenden Restarts in der Fußball-Bundesliga vor verfrühter Euphorie. Es könne "keiner hundertprozentig sagen", ob die Saison tatsächlich bis zum Ende gespielt werden könne, erklärte der CSU-Politiker bei Sky Sport News HD: "Ich bin verhalten optimistisch. Wenn es aber nicht anders geht, müssen wir auch die Notbremse ziehen. Der Schutz der Bevölkerung und auch der Schutz der Spieler selbst, steht weiter an erster Stelle."

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs hilft aus Sicht von Söder dem Wohlbefinden aller Fans. "Fußball ist einfach die herrlichste Nebensache der Welt", sagte der 53-Jährige: "Und ich glaube, das es bei manchen Familien, denen sonst etwas die Decke auf den Kopf fällt, zumindest am Wochenende für eine deutliche Entspannung sorgt."

Er selbst als Fußballfan glaube, dass der erste Spieltag unter den derzeitigen Umständen "ein sehr steriler" werden könnte, "weil man sich noch mit dem Format anfreunden muss und es auch Unsicherheiten geben wird." Aber dennoch sei eine saubere Umsetzung aller Vorschriften bereits dringend erforderlich: "Die ganze Fußballwelt schaut auf Deutschland. Insofern müssen wir es gut machen", sagte Söder.

21:57 Uhr - EU fordert unabhängige Untersuchung des Ursprungs von Corona

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell fordert China dazu auf, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, der Suche nach Impfstoffen und beim Ankurbeln der Weltwirtschaft "seine Rolle und Verantwortung gemäß seinem Gewicht" wahrzunehmen. In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitag) appelliert der frühere spanische Außenminister zudem an Peking, sich wie die EU an einem erheblichen Schuldenerlass für die von der Pandemie besonders hart getroffenen Entwicklungsländer zu beteiligen und "hier seinen Teil beizutragen".

Zum Schutz der Welt vor künftigen Pandemien sei auch eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung des Ursprungs dieser Pandemie nötig, forderte Borrell von China, wo das Virus vermutlich im Dezember 2019 in der Stadt Wuhan das erste Mal auftrat.

20:55 Uhr – RKI: Neue Ansteckungsrate liegt bei 0,88

Laut dem Robert Koch Institut liegt die Ansteckungsrate in Deutschland bei 0,88. Und obwohl der Wert über dem von gestern (0,81) liegt, ist das doch eine gute Nachricht, denn das RKI hat die Berechnung der Ansteckungsrate geändert. Der bisherige Wert war zwar immer sehr aktuell, reagierte aber auch sehr auf einzelne regionale Ausbrüche. Die Infektionen in den Fleischbetrieben etwa hat den Wert deutlich ansteigen lassen, obwohl die Ansteckungsrate im restlichen Land geringer war.

Der neue Wert berücksichtigt solche lokalen Ereignisse und ist daher verlässlicher.

Nach den alten Berechnung würde die Ansteckungsrate jetzt bei 0,75 liegen. Also geringer als gestern.

20:30 Uhr - Paris gibt Milliarden für Tourismus - Urlaub im Land ab Juli möglich

Frankreichs Regierung greift der durch die Corona-Krise gebeutelten Tourismusindustrie mit einem Milliardenplan unter die Arme. Zähle man alle Unterstützungen zusammen, komme man auf 18 Milliarden Euro, sagte Premierminister Édouard Philippe am Donnerstag.

Philippe erklärte außerdem, dass die Franzosen im Juli und August in Frankreich Urlaub machen können. Es dürfte dabei regionale Unterschiede geben, außerdem müsse man die Entwicklung der Epidemie im Land im Blick behalten. Reisen für diese Zeit sollen gebucht werden können.

20:25 Uhr Dänische Regierung will Grenzen noch nicht öffnen

 dänische Grenzkontrolle Kontrolle an der deutsch-dänischen Grenze durch die dänische Polizei auf der A7. Personen ohne gültige Ausweispapiere wird die Einreise ins Königreich verwehrt.
dänische Grenzkontrolle Kontrolle an der deutsch-dänischen Grenze durch die dänische Polizei
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Dänemark hat weiterhin noch keine Entscheidung getroffen, wann es seine Grenzen nach Deutschland, Schweden und Norwegen wieder öffnen will. Mehrere Parteien wollen, dass Dänemark schon jetzt eine Vereinbarung mit Deutschland trifft, damit der Tourismus im Land in die Gänge kommen kann. Deutsche Urlauber stellen traditionell den Großteil der Gäste in den dänischen Ferienhäusern, weshalb die Situation an der deutsch-dänischen Grenze besonders wichtig für den Reisesektor ist.

Dänemark hatte seine Grenzen am 14. März für alle Ausländer ohne triftigen Einreisegrund geschlossen. Die Grenzschließungen zählten zu den strikten dänischen Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Seither hat sich die Corona-Lage im nördlichsten deutschen Nachbarland deutlich verbessert, die Zahlen der Neuinfektionen und Covid-19-Todesfälle gehen kontinuierlich zurück. Mehrere Corona-Maßnahmen wurden seit Mitte April wieder gelockert.

20:13 Uhr - Gericht: Ungleichbehandlung von Fitnessstudios nicht gerechtfertigt

News Bilder des Tages McFit Fitnessstudio in Köln Kalk. Nach sieben Wochen Stillstand aufgrung der Corona-Einschränkungen dürfen Fitnessstudios unter strengen Auflagen in Deutschland wieder öffnen. NRW macht den Anfang. Köln, 11.05.2020 *** McFit fit
Leeres Fitnessstudio
© imago images/Future Image, Jens Krick via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Das Verwaltungsgericht Hamburg sieht in der coronabedingten weiteren Schließung von Fitness- und Sportstudios eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung gegenüber anderen Gewerben. Allerdings bedeutet die Entscheidung nicht, dass die Studios öffnen können.

Die Antragstellerin könne aber nicht verlangen, dass die Coronavirus-Eindämmungsverordnung in ihrem Sinne dahingehend geändert wird, dass der Betrieb von Fitnessstudios erlaubt sein kann. Das Verwaltungsgericht hat dazu ausgeführt, «dass es dem Verordnungsgeber überlassen bleibt, ob er den angenommenen Gleichheitsverstoß durch eine Ausdehnung der Ausnahmeregelungen auf Fitness- und Sportstudios, durch nach sachgerechten Kriterien differenzierende Vorschriften oder durch eine grundlegend anders konzipierte Verbotsregelung ausräumt».

Gegen die Entscheidung hat Hamburg Beschwerde bei dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht erhoben. Das Oberverwaltungsgericht habe zudem im Wege einer Zwischenverfügung klargestellt, dass die Antragstellerin ihr Fitnessstudio vorerst nicht wieder öffnen darf. Neben Fitnessstudios dürfen in Hamburg auch Bars, Kinos und Theater vorerst nicht öffnen.

19:59 Uhr - Kuriose Gesichtsmasken

Kuriose Gesichtsmasken, die Designerin Ýr Jóhannsdóttir aus Island da strickt! Inspiriert wurde sie in der Corona-Isolation von Filmen. Mit bunten und bizarren Motiven wie einer XXL-Zunge oder gleich mehreren ausgestreckten Zungen will Ýr Jóhannsdóttir Menschen abschrecken, um sie auf kreative Art und Weise dafür zu sensibilisieren, mehr Sicherheitsabstand zu halten. Wie vielfältig das isländische Design aussieht, gibt's im Video zu bestaunen.

19:53 Uhr - Senator: Jüngere Schüler halten sich mehr an Corona-Regeln als ältere

ARCHIV - Der Hamburger Bildungssenator Ties Rabe (SPD) spricht am 28.08.2012 während einer Landespressekonferenz in Hamburg. Die Kultusminister der Länder wollen bei ihrer Konferenz in Hamburg am Donnerstag und Freitag (18.-19.10.2012) bundesweit ein
Ties Rabe, Hamburger Bildungssenator
© dpa, Daniel Reinhardt

In der Corona-Krise halten sich jüngere Schüler nach Worten von Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) überraschenderweise besser an Hygiene- und Abstandsregeln als ältere Schüler. Man habe erwartet, dass sich ältere Schüler mehr an die Vorgaben halten würden als jüngere - aber es sei genau umgekehrt, sagte der Senator am Donnerstagabend im Sonderausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft zur Bewältigung der Corona-Krise. "Die Rückmeldungen aller Schulen zeigen, dass die Kleinen zwar ab und zu unaufmerksam sind und dabei die Regeln verletzen, dass sie sie aber akzeptieren und einhalten wollen." Je älter die Schüler seien, desto weniger ernst würden sie diese Fragen nehmen.

"Was uns ein bisschen verwundert, denn wir haben wochenlang Zuschriften von Eltern bekommen, die uns immer wieder angespornt haben, die Hygieneregeln noch ein Stückchen schärfer zu fassen - und sehen jetzt ein bisschen selber mit Sorge, dass deren Kinder sich daran überhaupt nicht halten", berichtete Rabe. Inzwischen seien Lehrkräfte abgestellt, um an den Bushaltestellen vor der Schule aufzupassen. "Weil es dort zu großen Verbrüderungsszenen kommt - und das ist leider immer eine Frage der Älteren."

19:48 Uhr - Russlands Fallzahlen erregen Verdacht

In Russland ist die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen erstmals seit Anfang Mai unter die Marke von 10.000 gefallen. In den vergangenen 24 Stunden wurden nach Behördenangaben landesweit 9974 neue Infektionsfälle gemeldet, so wenige wie seit dem 3. Mai nicht mehr. In Russland wurden damit seit Beginn der Pandemie 252.245 Infektionsfälle verzeichnet. Die Behörden erklären die insgesamt stark steigenden Infektionszahlen mit einer Ausweitung der Tests. Das Land steht bei den Infektionen inzwischen an zweiter Stelle hinter den USA. Die Zahl der Toten in Russland stieg nach offiziellen Angaben lediglich um 96 auf 2212 Opfer. Dies ist im internationalen Vergleich sehr niedrig. Kritiker werfen den russischen Behörden vor, Todesfälle durch das Virus zu verschleiern und andere Ursachen anzugeben. Nach Angaben des russischen Demografen Sergej Timonin werden 70 Prozent der Toten in Russland obduziert - werde dabei etwa festgestellt, dass ein Corona-Patient an einem "Herzinfarkt gestorben ist, wird er als Infarkt-Opfer gelistet".

19:27 Uhr - Ticketkäufer können auch Gutscheine bekommen

Für Kultur- und Sportveranstaltungen, die wegen der Corona-Krise ausgefallen sind, können Ticketkäufer auch Gutscheine statt ihr Geld zurückbekommen. Dies sieht ein Gesetz der großen Koalition vor, das der Bundestag am Donnerstag beschlossen hat. Union und SPD wollen damit Veranstalter vor Finanznöten durch hohe Rückzahlungen bewahren. Gelten soll die Regelung für Tickets auch für andere Freizeitveranstaltungen, die vor dem 8. März gekauft wurden.

Verbraucher sollen eine Auszahlung verlangen können, wenn ein Gutschein wegen ihrer persönlichen Lebensverhältnisse unzumutbar ist, oder sie den Gutschein bis zum 31. Dezember 2021 nicht einlösen. Greifen soll die Lösung für Veranstaltungen wie Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Filmvorführungen, Vorträge, Lesungen und Sportwettkämpfe.

19:00 Uhr - Thüringen setzt schärfere Maßnahmen in Corona-Brennpunkten durch

Das Thüringer Gesundheitsministerium kritisiert die neuen Schutzkonzepte der besonders vom Coronavirus betroffenen Landkreise Sonneberg und Greiz. Im Falle von Greiz ergreife das Land daher für einen befristeten Zeitraum weitergehende Maßnahmen, als die vom Kreis vorgeschlagenen, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag. "Die Öffnung der gastronomischen Betriebe im Landkreis ist für die kommenden zwei Wochen zunächst nur auf die Außenbereiche zu beschränken", sagte Ministerin Heike Werner (Linke).

Auch im Falle von Sonneberg bemängelte das Ministerium, dass anders als dringend nahegelegt, der Kreis bislang keine Regel dazu aufstellte, dass Gaststätten nur im Außenbereich öffnen dürfen. Deshalb sei der Kreis nun verbindlich dazu aufgefordert worden. "Wir werden nun genau beobachten, wie sich das Infektionsgeschehen in den beiden Landkreisen weiterentwickelt und Anfang kommender Woche die Lage neu bewerten", sagte Werner. In beiden Landkreisen lag die Infektionsrate zuletzt über der Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Zahl 50 haben Bund und Länder als Obergrenze festgelegt - wird sie überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erlassen werden.

18:45 Uhr - Landkreis Aurich verbietet Alkohol an Vatertag

Eine Gruppe Männer ist am 25.05.2017 bei ihrer Vatertagstour mit Handwagen und einem Sonnenschirm bei Erisdorf (Baden-Württemberg) unterwegs. Foto: Thomas Warnack/dpa | Verwendung weltweit
Eine typische Vatertags-Tour.
© picture alliance / Thomas Warnac, Thomas Warnack, bwe fdt

Der Landkreis Aurich verbietet Alkohol an Vatertag. Einer öffentlichen Bekanntmachung vom 13. Mai zufolge, ist der Ausschank von alkoholischen Getränken in Gastronomiebetrieben und auch der Konsum von Alkohol in der Umgebung von "Restaurationsbetrieben jeglicher Art" verboten. Auf diese Weise will der Landkreis verhindern, dass betrunkene Menschenmassen sich gegenseitig anstecken, da sie die Quarantänebeschränkungen vergessen könnten.

Im NDR-Interview kritisiert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) das geplante Alkoholverbot, da es den Eindruck erwecke, als wären Gastrobetriebe an Vatertag vor allem damit beschäftigt, trinkende Männer zu bewirten. "Ich kann doch nicht der Familie zum Spargelessen am Himmelfahrtstag das Glas Wein verwehren", kritisierte die niedersächsische Dehoga-Vizepräsidentin Birgit Kolb-Binder.

In der offiziellen Begründung des Landrats heißt es: "Gerade bei gutem Wetter neigen die Menschen aktuell dazu, sich im Freien zu betätigen. Die Möglichkeit, sich in einem Restaurationsbetrieb im Freien bewirten zu lassen, wird besonders an Feiertagen wie Christi Himmelfahrt verhältnismäßig oft in Anspruch genommen. " Dabei gelte es, während der Corona-Pandemie "mögliche Gefahrenpotenziale weitestgehend zu minimieren".

18:27 Uhr - NRW hebt um Mitternacht Quarantäneregelung für Rückkehrer auf

Nordrhein-Westfalen erleichtert die Einreise aus den europäischen Nachbarstaaten. Wie die Düsseldorfer "Rheinische Post" (Freitag) aus Regierungskreisen erfuhr, soll die Regelung, dass sich Rückkehrer für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben müssen, ab Freitag, 0 Uhr, aufgehoben werden. Eine entsprechende Verordnung habe NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf den Weg gebracht. Sie soll noch am Donnerstagabend veröffentlicht werden.

18:00 Uhr - Loch in den Staatskassen: Das sagt Olaf Scholz

Die Corona-Krise reißt ein riesiges Loch in die Staatskassen. Erstmals seit der Finanzkrise 2009 sinken die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen - darüber haben wir heute bereits berichtet. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht den Bund trotz der massiven Steuerausfälle gewappnet, die schweren finanziellen Folgen der Corona-Krise zu bewältigen. Wie er das Steuerloch und seinen Optimismus erklärt - in unserem Video.

17:31 Uhr - Videokonferenz-Dienst Zoom stellt hunderte Entwickler in den USA ein

Der Videokonferenz-Dienst Zoom, der für die Konzentration seiner Entwicklungsaktivitäten in China kritisiert wurde, will zwei neue Entwicklungsstandorte in den USA aufbauen. In Pittsburgh und Phoenix sollen in den kommenden Jahren bis zu 500 neue Softwareentwickler eingestellt werden, wie der Corona-Gewinner am Donnerstag mitteilte.

Zoom war eigentlich für den Einsatz in Unternehmen gedacht, in der Corona-Krise explodierte aber die Nutzung durch Privatleute sowie für Sportkurse, Gottesdienste oder Bildung. Dabei traten auch einige Sicherheitsmängel zutage, die Zoom inzwischen ausräumte.

17:35 Uhr - Wie viele haben Antikörper? Italien will 2.000 Städte testen

Italien will in einer repräsentativen Studie in der kommenden Woche 150.000 Bürger in 2.000 Städten testen. Damit solle herausgefunden werden, wie weit sich das Virus in der Bevölkerung schon verbreitet habe, sagt der Leiter des Wissenschafts-Komitees der Regierung, Agostino Miozzo. Italien ist eines der weltweit am stärksten von dem Virus betroffenen Ländern.

17:37 Uhr -Verband alarmiert wegen Ansteckungen im Gesundheitsbereich

Weltweit bewegt sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegebereich nach Zählung des Internationalen Verbands der Pflegekräfte (ICN) auf 100.000 zu. Mehr als 260 von ihnen seien an der Infektion gestorben. Der Verband bezieht sich auf Zahlen, die Mitgliedsorganisationen gemeldet haben - bei weitem nicht aus allen Ländern der Welt. Deshalb sei die wahre Zahl wahrscheinlich deutlich höher, sagte Verbandschef Howard Catton am Donnerstag in Genf. In einigen Ländern seien zehn und mehr Prozent der Infizierten aus dem Pflegebereich. Der Verband repräsentiert rund 20 Millionen Krankenschwestern- und -pfleger in mehr als 100 Ländern.

Der Verband verlangte eine systematische Registrierung aller Infizierten im Pflegebereich. Unklar sei, ob sie sich vor allem in Intensivstationen mit Covid-19-Patienten ansteckten oder auf anderen Stationen, oder ob langen Schichten eine Rolle spielten. Eine Theorie ist, dass Pflegekräfte mit 13 oder mehr Dienststunden am Stück womöglich aus Übermüdung Vorsichtsmaßnahmen vergessen.

17:30 Uhr - Lufthansa will wieder abheben

Die Lufthansa will ab Juni ihren Corona-Notflugplan mit wenigen Verbindungen hinter sich lassen. Von Anfang bis Ende Juni werde das Angebot schrittweise auf mehr als 1.800 wöchentliche Verbindungen gesteigert, teilte die Airline-Gruppe am Donnerstag mit. Mehr als 100 Ziele in Europa und über 20 Interkontinental-Flughäfen sollen wieder angeflogen werden. So sind etwa Sylt, Kreta und Mallorca wieder im Programm, auch bei der Billigflugtochter Eurowings. Die spanische Baleareninsel könnte allerdings noch den ganzen Juni für den Tourismus geschlossen bleiben.

17:27 Uhr - Fehlende Steuereinnahmen: Städtetag fordert Soforthilfe für Kommunen

Ulrich Mädge
Ulrich Mädge
© deutsche presse agentur

Angesichts drastisch einbrechender Steuereinnahmen fordert der Niedersächsische Städtetag Soforthilfen für die Kommunen. «Insbesondere der Bund muss sein bereits angekündigtes Hilfsprogramm jetzt endlich umsetzen», sagte am Donnerstag der Präsident des Städtetags, Ulrich Mädge (SPD). Ohne Kommunen sei kein Staat zu machen, das müssten Bund und Länder anerkennen und die Kommunen finanziell unterstützen, forderte der Lüneburger Oberbürgermeister.

Das Bundesfinanzministerium in Berlin hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen wegen der Corona-Pandemie erstmals seit der Finanzkrise 2009 sinken. Die Steuerschätzer rechnen demnach damit, dass der Staat in diesem Jahr 81,5 Milliarden Euro weniger einnimmt als im vergangenen Jahr.

16:19 Uhr - Neumünster: DHL-Mitarbeiter mit Corona angesteckt

Mehrere Mitarbeiter des Paketzentrums in Neumünster haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies bestätigte am Donnerstag ein DHL-Sprecher. Eine Zahl der Betroffenen nannte er nicht. Zunächst hatte die "Schleswig-Holsteinische Landeszeitung" berichtet. In Abstimmung mit dem örtlichen Gesundheitsamt seien seit vergangener Woche mehrere hundert Mitarbeiter in Neumünster auf Covid-19 getestet worden, sagte der Pressesprecher der Deutsche Post DHL Group, Stefan Laetsch, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Der Anteil positiv getesteter Mitarbeiter lag dabei im unteren einstelligen Prozentbereich."

Laetsch zufolge haben sich die infizierten und weitere Mitarbeiter des Standorts in Quarantäne begeben. «Wir arbeiten derzeit eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt zusammen, um mögliche Infektionsketten nachzuvollziehen und zu unterbrechen.» Derzeit gebe es keine abschließenden Erkenntnisse, in welchem Umfang sich Mitarbeiter im privaten oder beruflichen Umfeld infiziert haben.

16:00 Uhr - Ganzes Dorf soll bei Forschung helfen

Neustadt am Rennsteig war der erste in Thüringen, der wegen hoher Corona-Infektionszahlen Ende März für zwei Wochen komplett unter Quarantäne gestellt wurde. Jetzt sollen die Einwohner des 1000-Seelen-Ortes der Forschung zu neuen Erkenntnissen im Kampf gegen das neuartige Virus verhelfen. Die Studie wird vom Universitätsklinikums Jena (UKJ) geführt und soll vor allem in Sachen Ausbreitungswege, Immunität und Krankheitsverläufe Aufschluss bringen. Den ganzen Artikel lesen Siie hier.

15: 15 Uhr - CureVac erzielt mit Corona-Impfstoff positive präklinische Ergebnisse

Das Biotechnologieunternehmen CureVac veröffentlicht erste Daten zu seinem Corona-Impfstoffprojekt. Der Impfstoff habe bei niedriger Dosierung positive präklinische Ergebnisse erzielt, teilt die Tübinger Firma mit. Die vorliegenden Daten zeigten eine "ausgewogene Immunantwort, verbunden mit der Bildung einer hohen Anzahl von virusneutralisierenden Titern und T-Zellen". Im Juni will CureVac erste klinische Studien mit gesunden Freiwilligen starten.e hier.

15:15 Uhr - Über 80 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen wegen Corona-Krise

Die Corona-Krise reißt ein riesiges Loch in die Staatskassen. Erstmals seit der Finanzkrise 2009 sinken die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen, wie das Finanzministerium am Donnerstag in Berlin bekanntgab. Die Steuerschätzer rechnen damit, dass in diesem Jahr 81,5 Milliarden Euro weniger Steuern reinkommen als im vergangenen Jahr - ein Minus von mehr als zehn Prozent. Bund, Länder und Kommunen müssen daher mit 98,6 Milliarden Euro weniger auskommen als noch im November vorhergesagt - und bereits in den Haushalten verplant. Olaf Scholz sagt dazu heute: "Wir sind von der Dimension nicht überrascht". Gleichzeitig warnte er, dass die aktuellen Schätzungen nur eine Momentaufnahme seien. Der weitere Verlauf der Pandemie, so der Finanzminister, könne nicht vorhergesagt werden.

14:55 Uhr - Innenminister Reul: Eklat in Supermarkt „ganz bewusst provoziert“

Nach den Worten von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) ist der eskalierter Streit zwischen Maskengegnern und zwei Polizisten in einem Supermarkt in Troisdorf "ganz bewusst provoziert worden". Reul sagte am Donnerstag im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags, die Aktion "sollte Stimmung machen, mehr nicht". Die Polizisten hätten einen Nasenbeinbruch und einen Rippenbruch erlitten. Einer der beiden Verdächtigen sei den Ermittlungsbehörden inzwischen «ganz klar» als Reichsbürger bekannt.

Die beiden Männer (35/37) hatten sich am Samstag zunächst geweigert, in dem Supermarkt Mund-Nasen-Masken zu tragen. Als die beiden Polizeibeamten eintrafen, weigerte sich einer der beiden Männer, seinen Ausweis zu zeigen - während er alles mit einer Kamera am Körper filmte. Die Situation eskalierte, wobei die Beamten schwer verletzt wurden. Die Aufnahme des Mannes landete sofort im Internet. Bei den Ermittlern kam schnell der Verdacht auf, dass es sich um eine Falle für die Beamten gehandelt haben könnte. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Am Mittwoch gab es Razzien bei den Verdächtigen.

14:48 Uhr - Politiker und Experten fordern Corona-Arznei und Impfstoff kostenlos

Mehr als 140 Präsidenten, Ex-Politiker und frühere hohe UN-Vertreter fordern die kostenlose Verteilung von Medikamenten oder Impfstoffen gegen das neue Coronavirus, wenn sie entwickelt sind. Wirkstoffe dürften keinen Patentschutz haben, müssten in großen Mengen produziert und allen Menschen weltweit zur Verfügung gestellt werden, heißt es am Donnerstag in einem offenen Brief auf Initiative der Hilfsorganisation Oxfam und von UNAIDS.

Zu den Unterzeichnern gehören nach ihren Angaben der Präsident Südafrikas, Cyril Ramaphosa, der Premierminister Pakistans, Imran Khan, der frühere britische Premierminister Gordon Brown, die frühere Regierungschefin Neuseelands und Chefin des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Helen Clark, sowie die ehemalige irische Präsidentin und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson. Montag und Dienstag findet die Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt, dieses Mal wegen der Corona-Beschränkungen virtuell.

14:39 Uhr - Bundestag billigt europäische Corona-Krisenhilfen

Der Bundestag hat die milliardenschweren Corona-Krisenhilfen über den Eurorettungsfonds ESM gebilligt. Die Abgeordneten stimmten der Kreditlinie am Donnerstag mit großer Mehrheit zu. Damit kann der formale Beschluss auf EU-Ebene am Freitag getroffen werden und das Geld dann sofort bereitstehen.

Um die vorsorglichen Kreditlinien im Umfang von bis zu 240 Milliarden Euro hatten die EU-Finanzminister lange gerungen. Einzige Bedingung soll sein, dass das Geld - bis zu zwei Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung - für direkte oder indirekte Gesundheitskosten verwendet wird.

Gedacht sind die Hilfen vor allem für Länder wie Italien oder Spanien, die hoch verschuldet und zugleich von der Pandemie besonders hart getroffen sind. Bislang hat allerdings noch kein Land einen Antrag gestellt. Nach Angaben des Finanzministeriums könnten die einzelnen Anträge nur mit nochmaliger Zustimmung des Bundestags genehmigt werden.

14:30 Uhr - Kanaren fordern Grenzöffnung für Touristen: „Viele werden verhungern“

Zwei spanische Touristen-Hochburgen, die Kanaren und die Balearen, haben mit eindringlichen Appellen an Madrid eine baldige Grenzöffnung für den Reiseverkehr gefordert. "Wir müssen die Märkte wieder öffnen. Leider sind (in Spanien wegen Covid-19) fast 30.000 Menschen gestorben, aber bald werden auch viele den Hungertod sterben", wenn der Tourismus nicht in Gang komme, warnte die Vertreterin des Bündnisses Kanarische Koalition im Madrider Parlament, Ana Oramas, am Donnerstag im spanischen Fernsehen.

Oramas sprach sich für die Schaffung von "sicheren touristischen Korridoren" zwischen den kanarischen Inseln und jenen Ländern aus, die inzwischen weniger Probleme mit dem Coronavirus haben. "Es ist deutlich ungefährlicher, wenn zum Beispiel auf Fuerteventura ein Flieger mit Norwegern, Isländern oder Österreichern landet, als wenn Menschen aus Madrid oder Barcelona zu uns kommen", sagte sie.

Wie auf den Kanaren trägt der Tourismus auch auf Mallorca und den restlichen Balearen zu rund 35 Prozent der Wirtschaftsleistung bei. Die Verhängung einer zweiwöchigen Pflicht-Quarantäne für alle Einreisenden aus dem Ausland diese Woche durch die Zentralregierung war für den Tourismussektor ein "Schuss in die Schläfe", wie die Zeitung "Diario de Mallorca" schrieb. Der balearische Tourismusminister Iago Negueruela forderte, die Quarantäne dürfe nur "provisorisch sein" und müsse "so kurz wie nötig gelten".

14:12 Uhr - Berliner Innensenator: Komplette Versammlungsfreiheit im Juni möglich

In Berlin können Demonstrationen womöglich im Juni wieder uneingeschränkt stattfinden. Das kündigte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus an. Zwar seien Prognosen in der Corona-Pandemie schwierig. "Aber wenn ich trotzdem eine Prognose wage, würde ich sagen, dass, wenn die Infektionszahlen so niedrig bleiben wie sie gegenwärtig sind, wir im Laufe des Juni zur vollständigen Versammlungsfreiheit zurückkehren können." Die coronabedingten Beschränkungen des Grundrechts auf Versammlungs- und Religionsfreiheit seien ein gravierender Eingriff, sagte Geisel. Daher gehörten diese vor dem Hintergrund der Entwicklung der Pandemie immer wieder auf den Prüfstand. Die Lage sei weiter fragil.

14:02 Uhr - Acht positive Corona-Tests bei Fußballklub Besiktas

Acht Angehörige des Fußballclubs Besiktas Istanbul sind in ihrer Trainingseinrichtung positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das habe sich am Mittwoch bei weiteren Untersuchungen aller Fußballer und Mitarbeiter ergeben, teilte der Klub am Donnerstag mit. Zur Identität der Infizierten gab es zunächst keine Informationen. Besiktas hatte bereits am 9. Mai bekanntgegeben, dass ein Spieler und ein Mitarbeiter positiv getestet worden seien.

Die Türkei hatte Liga-Spiele wegen der Corona-Krise am 19. März bis auf Weiteres verschoben. Sie sollen ab dem 12. Juni aber wieder aufgenommen werden, vorerst ohne Zuschauer. Die Saison wird der Ankündigung nach voraussichtlich am 26. Juli enden.

13:49 - Krankschreibungen per Telefon nur noch bis Ende Mai

Arbeitnehmer können sich noch bis Ende Mai auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt krankschreiben lassen. Ab 1. Juni soll dann aber wieder ein Praxisbesuch dafür nötig sein, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Donnerstag einstimmig beschloss. Das Ende der Sonderregelung wegen der Corona-Krise stehe im Einklang mit der aktuellen Einschätzung der Gefährdungslage, die zu Lockerungen in vielen Bereichen geführt habe, machte der Vorsitzende des Gremiums, Josef Hecken, deutlich.

Noch bis 31. Mai gilt nun, dass Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen leichter Atemwegserkrankungen für bis zu sieben Kalendertage auch telefonisch zu bekommen sind. Dies kann ebenfalls per Telefon um weitere sieben Tage verlängert werden. Der Bundesausschuss hatte die befristete Ausnahmeregelung in den vergangenen Monaten mehrmals verlängert. Hintergrund war, Ansteckungsmöglichkeiten zu verringern und Praxen zu entlasten. Der Deutsche Hausärzteverband hatte gefordert, die Sonderregelung mindestens bis Ende Juni zu verlängern.

13:40 Uhr - Studie: Coronavirus befällt auch Nieren und andere Organe

Das neue Coronavirus befällt laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) neben der Lunge auch zahlreiche andere Organe. "Sars-CoV-2, das neuartige Corona-Virus, ist nicht nur ein Lungenvirus, sondern ein Multiorganvirus", sagte der Leiter der Studie, Tobias Huber, am Donnerstag in Hamburg. Das hätten Untersuchungen von 27 an Covid-19 gestorbenen Patienten gezeigt. Das am zweithäufigsten betroffene Organ seien in dieser Untersuchung die Nieren gewesen, "nicht selten bis hin zum totalen Organausfall". Außerdem habe man den Erreger in Herz, Leber, Gehirn und Blut nachweisen können. Die höchsten Konzentrationen hätten sich aber in den Zellen der Atemwege gefunden.

Der Befall der Nieren sei vermutlich die Ursache dafür, dass Covid-19-Erkrankte häufig Auffälligkeiten im Urin aufwiesen, sagte Huber. "Zudem könnte dies die extrem hohe Rate von bis zu 50 Prozent an akuten Nierenversagen bei Covid-19-Patienten erklären."

13:32 Uhr - Verwaltungsgericht hält pauschale Quarantänepflicht für rechtswidrig

Das Verwaltungsgericht Hamburg hält die pauschale Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer nach vorläufiger Prüfung für rechtswidrig. Einem Eilantrag einer Privatperson gegen die Coronavirus-Eindämmungsverordnung der Stadt sei deshalb stattgegeben worden, teilte ein Gerichtssprecher am Donnerstag mit. Bei dem Antragsteller handele es sich um einen Hamburger, der am 7. Mai nach einem mehrwöchigen Aufenthalt aus Schweden zurückgekehrt sei. Seinen Antrag, von der Pflicht zur 14-tägigen Quarantäne entbunden zu werden, hatte die Stadt abgelehnt.

Laut Eindämmungsverordnung sind alle aus dem Ausland nach Hamburg einreisenden Personen verpflichtet, sich unverzüglich für zwei Wochen in häusliche Isolation zu begeben. Ausnahmen sind nur für besondere Berufsgruppen vorgesehen. Der Antragsteller hatte geltend gemacht, dass er sich in einer abgelegenen Region Schwedens mit nur wenigen Infektionsfällen aufgehalten habe und somit keinem besonderen Ansteckungsrisiko ausgesetzt gewesen sei.

13:25 Uhr - Bundestag billigt Sozialpaket II und Prämie für Altenpfleger

Der Bundestag hat am Donnerstag das Sozialpaket II verabschiedet und damit weitere Hilfen in der Coronakrise beschlossen. Die Mehrheit im Parlament kam mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD zustande. Die Oppositionsfraktionen enthielten sich.

Zu den Maßnahmen gehört eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes. Es wird von derzeit rund 60 Prozent auf bis zu 80 Prozent und für Eltern auf bis zu 87 Prozent angehoben. Diese Regelung gilt bis Ende des Jahres. Außerdem sollen Beschäftigte in der Altenpflege wie versprochen in diesem Jahr eine Corona-Prämie von 1.000 Euro bekommen. Finanziert werden soll der Bonus zunächst von den Gesetzlichen Pflegekassen.

Zudem ist eine Ausweitung von Tests und Meldepflichten geplant, damit die Behörden ein besseres Bild vom Verlauf der Pandemie bekommen. Das Gesetz sieht zahlreiche weitere Änderungen vor und muss abschließend noch durch den Bundesrat.

12:58 Uhr – Steinmeier in der neuen Corona-Notfallklinik: Hoffentlich kommt sie nicht zum Einsatz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Donnerstag das neue Reservekrankenhaus in Berlin angeschaut. Dieses war innerhalb eines Montags in einer leeren des Berliner Messegeländes eingerichtet worden. Es bietet zunächst 500 Betten, davon sind 100 mit Beatmungsgeräten ausgestattet. Die Notfallklinik soll Covid-19-Patienten aufnehmen, wenn die anderen Krankenhäuser der Hauptstadt belegt sind. Die Worte des Bundespräsidenten – im Video.

12:36 Uhr - In Frankreich öffnen einige Strände wieder - aber Sonnen ist verboten

Mit den Lockerungen in Frankreich öffnen auch einige Strände wieder - allerdings gelten dort strenge Regeln. Sonnen oder Picknicken sind in der Regel nicht gestattet. An den geöffneten Stränden im Département Loire-Atlantique an der Atlantikküste sind nur "dynamische Aktivitäten" erlaubt, wie es in der Verordnung der zuständigen Präfektur heißt. Dazu zählen individuelle Sportarten wie Laufen, Baden oder Wassersport. Jede "statische Präsenz" - also sich hinlegen oder hinsetzen - ist verboten. Ähnlich sieht es an einigen Stränden in der Bretagne aus. Außerdem herrscht Alkoholverbot und die Abstandsregeln müssen strikt eingehalten werden.

Frankreich hat am Montag seine strengen Ausgangsbeschränkungen erstmals gelockert. Während dieser Zeit waren die Strände im Land geschlossen. Welche Strände nun am Mittelmeer, am Atlantik und an der Nordsee wieder öffnen können, ist derzeit eine Entscheidung regionaler Behörden. Die Rathäuser müssen sich die Öffnung von der zuständigen Präfektur genehmigen lassen.

12:15 Uhr - Bayern fordert bundesweites Corona-Konzept für Kino

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) fordert für die Wiedereröffnung von Kinos in der Corona-Krise ein bundesweites Konzept. "Wir brauchen einheitliche Starts", sagte sie am Donnerstag in München. "Kinos brauchen attraktive Filme. Die Filme starten aber nur, wenn sie bundesweit gezeigt werden können." Sie halte darum ein abgestimmtes Vorgehen der Bundesländer "für absolut sinnvoll".

12:01 Uhr - Viertklässlerin klagt erneut gegen Rückkehr in Schule

Eine Schülerin aus Frankfurt wehrt sich erneut mit einem Eilantrag vor Hessens oberstem Verwaltungsgericht gegen eine Rückkehr in die Schule. "Zur Begründung ihres Antrags beruft sie sich auf Belange des Infektions- und des Gesundheitsschutzes, die in Zeiten der Corona-Pandemie nicht hinreichend gewährleistet seien", erklärte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel am Donnerstag. Am (morgigen) Freitag werde der zuständige Senat darüber entscheiden. Danach will das Gericht die Öffentlichkeit informieren.

Das Mädchen hatte bereits im April eine Rückkehr der Viertklässler in hessische Grundschulen verhindert. Die Kasseler Richter gaben damals ihrem Antrag Recht und hoben die Schulpflicht für diesen Jahrgang auf. Die Viertklässler würden im Vergleich zu Schülern, denen aus Gründen des Infektionsschutzes der Schulbesuch weiter untersagt werde, ohne hinreichenden Grund ungleich behandelt, lautet die Begründung.

11:46 Uhr - Japan hebt Notstand in den meisten Regionen auf

Japan hebt den Notstand in den meisten Landesteilen auf. Allerdings bleibt er in acht der 47 Präfekturen bestehen, erklärt Ministerpräsident Shinzo Abe. Darunter sind die Ballungszentren um Tokio und Osaka. Abe bittet die Bürger trotz der Lockerungen weiter Masken zu tragen und Menschenansammlungen zu vermeiden.

11:30 Uhr – Studie: Corona-Krise verstärkt Lohnlücke zwischen Frauen und Männern

Die Corona-Krise dürfte einer Studie zufolge die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern nochmals steigern. "Die Pandemie legt nicht nur problematische Ungleichheiten in den wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten offen, sie verschärft sie oft noch", sagte Bettina Kohlrausch, Expertin beim WSI-Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zu einer Umfrage unter fast 7.700 Erwerbstätigen. Diese kommt zum Ergebnis, dass Mütter die Hauptlast der "zusätzlichen Sorgearbeit in Corona-Zeiten" wegen geschlossener Kitas und Schulen tragen. "Die bestehende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern dürfte sich durch die Coronakrise noch weiter vergrößern", sagte Kohlrausch.

Rund 48 Prozent der Eltern in Paarbeziehungen bewerten laut Umfrage ihre Gesamtsituation als "äußerst" oder "sehr belastend", wenn sie Kinder unter 14 Jahren haben. Demnach stecken vor allem erwerbstätige Frauen bei ihrer Arbeit zurück, um Kinder zu betreuen. In Haushalten mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren reduzierten 27 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer ihre Arbeitszeit, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Diese Tendenz sei in Haushalten mit niedrigeren oder mittleren Einkommen stärker ausgeprägt als bei höheren Einkommen.

11:13 Uhr - Bundestag beschließt Erhöhung des Kurzarbeitergelds

In der Corona-Krise sollen Arbeitnehmer stärker vor Lohneinbußen bei Kurzarbeit bewahrt werden. Der Bundestag beschloss am Donnerstag ein entsprechendes Gesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die große Koalition stimmte dafür, die Opposition enthielt sich. Generell gibt es als Kurzarbeitergeld bereits jetzt 60 Prozent des letzten Nettolohns oder 67 Prozent für Menschen mit Kindern. Nun soll es ab dem vierten Monat des Bezugs auf 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent erhöht werden. Ab dem siebten Bezugsmonat sollen es künftig 80 Prozent oder 87 Prozent sein. Dies soll bis längstens 31. Dezember 2020 gelten.

11:08 Uhr - Erster Corona-Fall bei Häftling in Niedersachsens JVA

Erstmals ist in einer niedersächsischen Justizvollzugsanstalt ein Häftling positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handele sich um einen Gefangenen der JVA Vechta, der in einer offenen Vollzugseinheit in Delmenhorst untergebracht und dort nun isoliert worden sei, teilte das Justizministerium am Donnerstag in Hannover mit. Der Mann sei Freigänger und gehe einer Erwerbstätigkeit außerhalb der JVA nach. Der Arbeitgeber habe ihn zuvor informiert, dass ein Kollege an Covid-19 erkrankt sei.

10:49 Uhr - Kein Mundschutz, kaum Abstand - Österreichs Kanzler Kurz in Kritik

Der konservative Politiker war am Mittwoch im Kleinwalsertal ohne Mundschutz unterwegs.
Der konservative Politiker war am Mittwoch im Kleinwalsertal ohne Mundschutz unterwegs.
© RTL

Der erste offizielle Besuch außerhalb Wiens seit Beginn der Corona-Krise hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz heftige Kritik eingebracht. Der konservative Politiker war am Mittwoch im Kleinwalsertal ohne Mundschutz unterwegs. Außerdem wurde der Sicherheitsabstand von einem Meter vielfach nicht eingehalten. Von dem Besuch kursierten am Donnerstag Aufnahmen im Internet, unter anderem von den "Vorarlberger Nachrichten". Zu sehen ist, wie Besucher und Politiker ohne Maske eng beieinander sind.

Ein Abgeordneter der liberalen Partei Neos kündigte an, Anzeige zu stellen. "Ich gehe davon aus, dass die Verordnung im Kleinwalsertal genauso gilt wie in Wien", sagte Sepp Schellhorn dem TV-Sender OE24. In Wien würden Menschen wegen kleiner Vergehen gegen die Corona-Maßnahmen hart bestraft. Der Kanzler reise aber ohne Schutzvorkehrungen nach Vorarlberg.

Das Kanzleramt antwortete auf die Kritik, obwohl man sich bemüht habe, sei von Bewohnern und Medienvertretern "teilweise der Mindestabstand leider nicht eingehalten" worden. Kurz habe auf der Straße mehrmals darum gebeten, die Abstandsregeln zu beachten, sagte ein Sprecher.

10:39 Uhr - Söder verspricht Konjunkturprogramm und keine Steuersenkungen

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schließt trotz voraussichtlich einbrechender Steuereinnahmen in Bayern Steuererhöhungen nach der Coronakrise aus. Er rechne mit einem "substanziellen Rückgang der Steuereinnahmen, nicht nur für dieses Jahr", sagt Söder in München. Die Landesregierung werde ein Konjunkturprogramm auflegen, bei dem im Vordergrund stehe, vorhandene Pläne zu beschleunige

10:31 Uhr - Düsseldorfs OB: Kinder in Corona-Krise „instrumentalisiert“

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel hat die bisherigen Bemühungen zum Schutz verschiedener Altersgruppen vor dem Coronavirus kritisiert. Man hätte sich lieber darauf konzentrieren sollen, "Risikogruppen gezielt und effektiv zu schützen, statt Kinder und Jugendliche hierfür gewissermaßen zu 'instrumentalisieren'", schrieb der SPD-Politiker im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag). "Mit dem Argument 'Altersdiskriminierung' wurde eine gesellschaftliche Diskussion über den Schutz der Senioren bislang verhindert. Es wird Zeit, dass wir uns dieser Frage endlich stellen."

Geisel kritisierte zudem, dass sich andere Politiker "je nachdem, was die Meinungsumfragen gerade favorisieren, mal als Hardliner, mal als 'Lockerer' gegenseitig überbieten". Namen nannte er keine.

10:22 Uhr – Griechenland: Vier Meter Abstand zwischen Sonnenschirmen

Vor einer erwarteten Hitzewelle in den kommenden Tagen hat der griechische Corona-Krisenstab die Öffnung aller 515 organisierten Badeanstalten des Landes ab Samstag erlaubt. Es wurden jedoch strenge Auflagen für die Badenden erlassen. So sollen nur 40 Menschen pro 1000 Quadratmeter zugelassen werden. Der Abstand zwischen den Sonnenschirmen muss mindestens vier Meter betragen. Und unter den Schirmen dürfen höchstens zwei Liegen stehen. Die Strandbars dürfen außerdem nur verpacktes Essen verkaufen und keinen Alkohol ausschenken, wie das Staatsfernsehen (ERT) am Donnerstag berichtete.

10:11 Uhr - Bayern stockt Hilfsprogramm für Kunst und Kultur deutlich auf

Bayern stockt sein Hilfsprogramm für die krisengeschüttelte Kulturbranche deutlich auf: 200 Millionen Euro statt wie bisher geplant 90 Millionen Euro sollen nun für Künstler und Kulturschaffende im Freistaat bereitgestellt werden. Das kündigten Ministerpräsident Markus Söder, Kunstminister Bernd Sibler und Digitalministerin Judith Gerlach (alle CSU) am Donnerstag in München an. Profitieren sollen nun auch Künstler, die nicht in der Künstlersozialkasse organisiert sind. Und es gibt weitere Millionenhilfen für Spielstätten wie Theater und Kinos, für Musikschulen, Laienmusikgruppen und den Ausfall von Filmproduktionen.

09:55 Uhr - Kritik im Bundestag an weiteren Corona-Gesetzen

Die Opposition im Bundestag hat die umfangreichen Corona-Gesetze der Regierung kritisiert, die an diesem Donnerstag zur Abstimmung stehen. Die Linke bemängelte, dass die geplante Corona-Prämie nur für Beschäftigte in der Altenpflege gezahlt werden soll. Die AfD warf der großen Koalition vor, mit ihrer Krisenpolitik Angst, Hysterie und Depression zu erzeugen. FDP und Grüne kritisierten, dass die Pläne dem Gesundheitsministerium zu weitreichende Befugnisse gäben.

Gesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Maßnahmen. "Ein Virus wie dieses bekämpft man doch nicht, indem man es leugnet", sagte der CDU-Politiker. Man habe gemeinsam viel erreicht. Es sei gelungen, die Infektionsdynamik zu brechen. "Das macht uns demütig, nicht übermütig, aber es macht uns auch ein Stück stolz als Gesellschaft, als Gemeinschaft, als Nation."

09:30 Uhr - Studie - 4,4 Prozent der Franzosen mit Coronavirus infiziert

In Frankreich sind einer Studie zufolge um ein Vielfaches mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang bekannt. Demnach seien es 2,8 Millionen Menschen und damit 4,4 Prozent der französischen Bevölkerung, geht aus eine Untersuchung des Instituts Pasteur hervor, das in der Zeitschrift "Science" veröffentlicht wurde.

In den am schlimmsten betroffenen Teilen des Landes im Osten und in der Region Paris liege die Rate bei neun bis zehn Prozent. Zuletzt lag die offizielle Infektionszahl bei 177.700. Da man aber damit immer noch weit von einer Herdenimmunität in der Bevölkerung entfernt sei, seien auch nach den am 11. Mai eingeleiteten Lockerungen weiterhin effiziente Kontrollmaßnahmen nötig, um eine zweite Infektionswelle zu vermeiden, mahnen die Forscher. Der Lockdown habe zu einem Rückgang der Reproduktionsrate von 2,9 auf 0,67 geführt.

09:09 Uhr - Sachsens Ministerpräsident warnt vor Stimmungsmache und Falschinformationen auf Demos

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat in einem Zeitungsinterview davor gewarnt, alle Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen über einen Kamm zu scheren. "Ich respektiere, dass Menschen demonstrieren und warne davor, alle Proteste in einen Topf zu werfen", sagte der CDU-Politiker der "Sächsischen Zeitung". Zugleich mahnte er eine mögliche "Unterwanderungen von Leuten" an, "die alles nutzen, um Stimmung zu machen und auch falsche Informationen streuen".

Im sächsischen Pirna hatten am Mittwoch etwa 200 Menschen gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. 30 von ihnen griffen die Polizei an, ein Beamter wurde verletzt. Das Interview mit dem sächsischen Ministerpräsidenten war aber davor geführt worden.

Kretschmer wandte sich im Interview gegen den Vorwurf vieler Demonstranten, die Bevölkerung solle bewusst in Angst und Schrecken versetzt werden. Der Politiker hält solche Aussagen für schlichtweg unbegründet. Zugleich räumte Kretschmer aber Fehler bei einigen Lockerungen der Schutz-Maßnahmen ein. "Keine Frage, das hat oft zu lang gedauert", sagte er etwa im Hinblick auf das Zustandekommen konkreter Lösungen für Gaststätten- und Hotel-Betreiber.

08:42 Uhr – Neuseeland stützt Wirtschaft mit Milliarden-Investition

Neuseeland will mit Milliarden-Investitionen die Wirtschaft angesichts der Corona-Krise ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Die Regierung von Premierministerin Jacinda Ardern verabschiedete am ihren "Rebuilding Together" genannten Haushalt im Volumen von 50 Milliarden Neuseeland-Dollar, umgerechnet sind das 27 Milliarden Euro.

Der Fokus liege auf Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen und Ausbildung. Nur sechs Monate zuvor habe sich niemand eine Welt im Griff einer Pandemie vorstellen können, sagte Ardern vor dem Parlament. Finanzminister Grant Robertson sprach von einer Jahrhundert-Bedrohung. Man wolle mit dem Etat die Beschäftigung innerhalb von zwei Jahren auf das Niveau vor der Pandemie bringen. Die Wirtschaft des Landes könne bereits nächstes Jahr wieder wachsen.

08:15 Uhr - Pandemie legt Frankfurter Flughafen beinahe lahm

Reisebeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus haben den Flugverkehr am Frankfurter Flughafen beinahe zum Erliegen gebracht. Fraport verzeichnete im April einen Rückgang der Passagierzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 96,9 Prozent auf 188.078 Passagiere, teilte der Flughafenbetreiber am Donnerstag mit. Kumuliert ergab sich in den ersten vier Monaten ein Minus von 45,7 Prozent. Gleichwohl sei Frankfurt ein Drehkreuz in Europa. Durchschnittlich hätten 218 Starts und Landungen pro Tag stattgefunden. Das seien mit Abstand die meisten Flugbewegungen von allen europäischen Flughäfen gewesen.

07:50 Uhr - Brasilien bekommt Ausbreitung des Corona-Virus nicht unter Kontrolle

Inmitten einer schweren politischen Krise kämpft Brasilien mit einem Negativrekord neuer Coronavirus-Fälle. Die Regierung bestätigte 11.385 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, womit sich die Gesamtzahl der Fälle auf 188.974 erhöhte. Bei der Gesamtzahl der Infektionen überrundete Brasilien damit Frankreich, das nach offiziellen Angaben 177.000 Fälle meldete. Die fünf Länder, die mehr Infektionen registriert haben als Brasilien, sind die Vereinigten Staaten, Spanien, Russland, das Vereinigte Königreich und Italien.

Dennoch drängt Präsidenten Jair Bolsonaro auf eine schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft. Seit Wochen liegt er mit den Gouverneuren der Bundesstaaten wegen der verhängten Beschränkungen des öffentlichen Lebens auf Konfrontationskurs: Er vertritt die Auffassung, dass durch verlorene Arbeitsplätze mehr Schaden angerichtet werde als durch die Krankheit selbst. "Wir werden den Punkt erreichen, an dem hungrige Menschen auf die Straße gehen", sagte Bolsonaro. Im Gegenzug werfen ihm die Bundesstaaten vor, die Corona-Krise herunterzuspielen.

07:35 Uhr – EVP-Chef Weber fordert „europaweites Reisezertifikat“

Der Fraktionschef der Christdemokraten im Europaparlament (EVP), Manfred Weber, hat in der Debatte über die Grenzöffnungen in der Corona-Krise EU-weite Standards für Hotels und Restaurants gefordert. "Wir brauchen ein europaweites Reisezertifikat", sagte Weber der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). Nur so werde sichergestellt, dass Touristen die erforderlichen Hygienestandards vorfänden.

Prinzipien, die vor der Krise wichtig waren, müssten bei den geplanten Grenzöffnungen weiterhin beibehalten werden, sagte Weber. "Die europäische Reisefreiheit ist ein hohes Gut, es ist ein Grundrecht für alle Europäer." Es dürfe dahingehend auch keine "bilateralen Vereinbarungen" geben. "Wer unseren Kontinent in Europäer erster und zweiter Klasse trennen will, setzt letztlich Europas Einheit aufs Spiel."

07:19 Uhr – Spahn hält weiterhin an Immunitätsausweis fest

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält in der Corona-Krise grundsätzlich an Plänen zur Einführung eines Immunitätsausweises fest. Man werde sich verstärkt mit der Frage beschäftigen müssen, "welche Einschränkungen wann für wen zulässig sind", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Andere Staaten planen bereits, die Einreise künftig von einem derartigen Immunitätsnachweis abhängig zu machen", betonte Spahn. "Denn die Lösung kann ja nicht sein, dass unsere Bürgerinnen und Bürger nicht mehr in Länder reisen können, die solche Regelungen planen."

Spahn hatte Anfang Mai erklärt, dass es vorerst keine Regelungen dazu geben soll, inwiefern solche Immunitätsnachweise Ausnahmen von Alltags-Beschränkungen wie in der Corona-Krise ermöglichen könnten. Spahn hat den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme dazu gebeten. Neben der Opposition hatte sich auch SPD-Chefin Saskia Esken skeptisch über Pläne für Immunitätsnachweise geäußert.

07:09 Uhr - US-Studie: Bis zu 27 Millionen könnten Krankenversicherung verlieren

Wegen des enormen Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den USA könnten einer Studie zufolge fast 27 Millionen Menschen mitten in der Corona-Pandemie ihre Krankenversicherung verlieren. Der Grund dafür ist, dass die meisten Menschen dort über den Arbeitgeber krankenversichert sind, wie eine Studie der Kaiser Family Foundation erklärt. US-Präsident Donald Trump machte unterdessen erneut Druck auf die Bundesstaaten, ihre Corona-Beschränkungen möglichst bald aufzuheben, damit sich die Wirtschaft erholen kann.

07:05 Uhr - Steuerausfälle erwartet: Junge Unternehmer warnen vor Belastungen

Die Jungen Unternehmer haben vor massiven Belastungen für die junge Generation infolge der Corona-Krise gewarnt. Die Bundesvorsitzende des Verbands, Sarna Röser, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die erwarteten Steuerausfälle und Corona-Schuldenberge werden die junge Generation auf Jahre belasten. Der tiefe wirtschaftliche Einschnitt fordert uns Junge heraus, einen Re-Start für Deutschlands zu erdenken."

Dafür brauche es eine generationengerechtere Ausgabenpolitik und einen deutlich weniger regulierenden Staat. "Lange Genehmigungsverfahren, umständliche Amtswege und verfehlte Überregulierung können wir uns für notwendige Investitionen und den langfristigen Wiederaufbau nicht mehr leisten."

06:55 Uhr – Wegen Corona getrennt: Trump vermisst seinen Vize Pence

 July 21, 2016 - Cleveland, Ohio, United States of America - Donald J. Trump and Governor Mike Pence Republican of Indiana after Trump delivered his acceptance speech as the GOP candidate for President of the United States at the 2016 Republican Nati
Die Pressesprecherin von Pence, Katie Miller, war vergangene Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden.
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​Die beiden sind gerade mal ein paar Tage voneinander getrennt - da vermisst US-Präsident Donald Trump seinen Vize offenbar schon. "Ich habe Mike Pence nicht gesehen und ich vermisse ihn", sagte Trump am Mittwochabend im Weißen Haus. Die Pressesprecherin von Pence, Katie Miller, war vergangene Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Test von Pence sei zwar negativ ausgefallen und Pence sei in guter Verfassung, sagte Trump. Dennoch habe man entschieden, dass die beiden eine Weile getrennt voneinander bleiben, "weil man nicht weiß, was mit dieser sehr verrückten und schrecklichen Krankheit passiert", sagte Trump. "Wir sprechen oft am Telefon." Trump zufolge arbeitet Pence weiterhin in seinem Büro, hält aber weitestgehend Abstand von anderen Leuten.

Im Weißen Haus arbeiten viele Mitarbeiter auf engem Raum. Trump, Pence und Mitarbeiter aus ihrem Umfeld werden inzwischen täglich getestet. Das gleiche gilt nun auch für die Journalisten, die aus dem Weißen Haus berichten.

06:50 Uhr – Philologenverband fordert kleinere Klassen

Der Deutsche Philologenverband fordert angesichts der Corona-Krise die Klassen im nächsten Schuljahr spürbar zu verkleinern. "Damit die Schüler im nächsten Schuljahr zumindest kontinuierlich jede zweite Woche oder jeden zweiten Tag beschult werden können, dürfen die Klassengrößen nicht größer als 25 sein", sagte die Vorsitzende des Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). Nur dann seien die Klassen so teilbar, dass genügend Abstand eingehalten werden könne. Für das neue Schuljahr müsse man sich voraussichtlich auf ein Nebeneinander von Präsenz- und Fernunterricht einstellen.

Die Kurse in der Oberstufe sollten nach Ansicht von Lin-Klitzing auf maximal 15 Schüler beschränkt werden. "Lehrermangel ist da keine Ausrede, denn die großen Gruppengrößen gibt es im Wesentlichen in den weiterführenden Schulen." Lehrer für die weiterführenden Schulen gebe es nach der Statistik der Kultusministerkonferenz aber genug.

06:45 Uhr – Deutsches Kinderhilfswerk fordert Debatte über Kinderrechte

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert im Vorfeld der heutigen Bundestagsdebatte über die Rechte von Kindern in der Corona-Krise von allen Beteiligten eine ehrliche Debatte darüber, wie insbesondere die vollständige Öffnung von Kitas und Schulen mittelfristig gesichert werden kann. "In vielen Grundschulen kann das aktuell bis zu den Sommerferien ausgegebene Unterrichtsprogramm keinen relevanten Beitrag zur Bildung der Kinder geschweige denn Entlastung der Eltern leisten. Und so wie sich die Corona-Pandemie entwickelt, wird sich daran ohne Anpassung der Konzepte und geordneten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz für Kinder und Fachkräfte auch nach den Sommerferien nichts ändern", betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Er fordert "eine offene, ehrliche und vor allem vorausschauende Debatte darüber, wie wir es mit dem Kinderrecht auf Bildung halten wollen."

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes braucht es für Schulen und Kitas konkrete, aufeinander abgestimmte Konzepte auf allen föderalen Ebenen, die neben dem Gesundheitsschutz auch soziale und kindheitspädagogische Aspekte berücksichtigen.

06:39 Uhr - Steuereinbruch durch Corona: NRW-Kommunen fordern Soforthilfen

Die kommunalen Spitzenverbände in NRW rechnen mit dramatischen finanziellen Folgen durch die Coronakrise und fordern schnelle Finanz-Hilfen vom Land NRW. "Die Einbußen bei den kommunalen Haushalten durch die Coronakrise werden so hoch sein, wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik", sagte der Geschäftsführer des Städtetags NRW, Helmut Dedy. Er forderte das Land auf, kurzfristig eine Soforthilfe an die Kommunen auszuzahlen. Am Donnerstag soll eine neue bundesweite Steuerschätzung für 2020 und die Folgejahre vorgelegt werden.

06:31 Uhr - Spahn fordert Nachsicht bei Corona-Protesten

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Sicherheitsbehörden bei friedlichen Demonstrationen im Zusammenhang mit den Corona-Einschränkungen zur Nachsicht angehalten, selbst wenn Abstandsregeln nicht eingehalten werden. "Für alle größeren Menschenansammlungen gilt: Wer Abstandsregeln nicht einhält, gefährdet sich und andere, denn gerade dort breitet sich das Virus verstärkt aus. Sollte man deshalb eine friedliche Demonstration auflösen? Ich habe große Zweifel, ob das verhältnismäßig wäre", sagte Spahn dem "Redaktionsnetzwerk" Deutschland. Er habe Verständnis für die Proteste. "Mir ist sehr bewusst, wie tief wir in die freiheitlichen Rechte der Bürger eingegriffen haben. Da ist eine Debatte darüber, wie weit und wie lange Auflagen in Corona-Zeiten gehen, selbstverständlich", so der Minister. "Es wäre sehr beunruhigend, wenn es diese Kontroverse nicht geben würde."

00:05 Uhr - Video: 46 Babys von Leihmüttern können nicht nach Hause

46 Babys von Leihmüttern aus der Ukraine können wegen Corona-Beschränkungen nicht zu ihren Eltern - darüber haben wir heute bereits berichtet. Die Kinder befinden sich jetzt in einem Hotel in Kiew, und werden von Pflegerinnen betreut. In unserem Video zeigt die Leihmutterschaftsfirma, wie es den Neugeborenen geht - und nicht nur das.

+++Meldungen vom 13.05. +++

23:40 Uhr - Erneute Corona-Demo in Pirna - 30 Personen greifen Polizei an

Erneut haben sich Dutzende Menschen zu einer unerlaubten Demonstration gegen Corona-Restriktionen im sächsischen Pirna getroffen und diesmal auch Polizisten angegriffen. Im Vorfeld der Ansammlung sei im Internet zu einem «Spaziergang» aufgerufen worden, teilte die Polizei mit. Rund 200 Menschen kamen am Mittwochabend auf dem Markt in Pirna zusammen.

Mit etwa 190 Beamten versuchte die Polizei, die Versammlung zu stoppen. Dabei griffen den Angaben zufolge 30 «Gewaltbereite» die Einsatzkräfte an, wobei ein Beamter verletzt wurde.

Acht Strafverfahren unter anderem wegen Landfriedensbruch und tätlichen Angriffs auf Vollzugsbeamte wurden eingeleitet. Etwa eine Stunde nach Beginn löste sich die Versammlung wieder auf.

Bereits vor einer Woche trafen sich etwa 250 Menschen an derselben Stelle, um gegen die Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu demonstrieren. Die damals 15 Minuten dauernde Versammlung verlief friedlich. Seit dem 22. April kam es immer wieder zu solchen nicht angemeldeten Kundgebungen. Dabei hatten Demonstranten auch Polizeibeamte beleidigt und bedrängt.

23:26 Uhr - WHO: Diese Virus wird wahrscheinlich nie wieder verschwinden

FILE PHOTO: Mike Ryan, Executive Director of the World Health Organisation (WHO), attends a news conference  at the United Nations in Geneva, Switzerland May 3, 2019. REUTERS/Denis Balibouse/File Photo
Mike Ryan von der WHO
© REUTERS, Denis Balibouse, /FW1F/Kevin Liffey

Eine weitere Aussage, die wenig Mut macht: Mike Ryan von der WHO glaubt nicht, dass das Coronavirus irgendwann verschwindet:

"Dieses Virus ist nun ein weiteres endemisches Virus auf der Welt. Und dieser Virus könnte niemals verschwinden. HIV ist auch nicht verschwunden. Wir haben geben HIV Therapien und Präventationsmethoden gefunden. Und die Leute haben nicht mehr so viel Angst davor."

Ryan ist Direktor der WHO Gesundheitsprogramme. Er fordert alle auf, realistisch zu sein und den Menschen keine falschen Versprechungen zu machen:

"Ich glaube nicht, dass jemand vorhersagen kann, wann oder ob diese Krankheit verschwinden wird. Wir haben eine große Hoffnung. Wenn wir einen hochwirksamen Impfstoff finden, den wir an alle verteilen können, die ihn benötigen, haben wir möglicherweise eine Chance, dieses Virus zu eliminieren, aber dieser Impfstoff muss verfügbar sein. Es muss sehr effektiv sein."

23:16 Uhr - USA: Gesundheitsbeamter warnt wegen Corona vor "dunkelstem Winter"

In this image provided by Public Health Emergency, a department of Health and Human Services, Rick Bright is shown in his official photo from April 27, 2017, in Washington. America faces the “darkest winter in modern history” unless leaders act d
Rick Bright
© AP, je

Den USA könnte wegen eines gleichzeitigen Ausbruchs der Grippe und des Coronavirus nach Ansicht eines ranghohen Gesundheitsbeamten der "dunkelste Winter der jüngeren Geschichte" bevorstehen. Die Zeit für die Regierung, noch rechtzeitig eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Strategie zu planen und umzusetzen, laufe jetzt rasch ab, warnte Rick Bright in einer vorab verbreiteten Aussage für einen Ausschuss des Repräsentantenhauses. Ohne koordinierte Strategie würde die Pandemie zu Erkrankungen und Todesfällen in noch nie da gewesenem Ausmaß führen, warnte er am Mittwoch. Er sollte am Donnerstag im Parlament angehört werden.

Bright wurde im April nach eigenen Angaben als Direktor einer dem Gesundheitsministerium untergeordneten Behörde geschasst, weil er sich weigerte, von US-Präsident Donald Trump angepriesene Behandlungsmethoden für die Lungenerkrankung Covid-19 zu unterstützen, die nicht wissenschaftlich belegt waren. Bright wurde auf einen Posten im Nationalen Gesundheitsinstitut (NIH) versetzt. Trump wiederum erklärte damals, er kenne den Beamten gar nicht.

22:32 Uhr - Bulgarien erklärt «epidemische Ausnahmesituation» bis 14. Juni

FILE PHOTO: Workers disinfect an escalator in Serdika metro station, following the outbreak of the coronavirus disease (COVID-19), Sofia, Bulgaria, April 8, 2020.  REUTERS/Stoyan Nenov/File Photo
© REUTERS, Stoyan Nenov, /FW1F/Pravin Char

In Bulgarien wird ein zweimonatiger Ausnahmezustand zum Kampf gegen das neue Coronavirus von diesem Donnerstag an durch eine «epidemische Ausnahmesituation» ersetzt. Die neue Regelung soll bis 14. Juni gelten. Das entschied die Regierung in Sofia auf einer Sondersitzung per Video, wie Gesundheitsminister Kiril Ananiew am Mittwochabend vor der Presse mitteilte. Der Beschluss basiere auf die Begründung, dass «die Covid-19-Pandemie eine schwere Ausnahmesituation darstellt». In Bulgarien sollen jetzt Änderungen des Gesundheitsgesetzes in Kraft treten, die vom Parlament am Dienstag verabschiedet wurden.

«Der Ausnahmezustand wird aufgehoben, alle (Schutz)maßnahmen gelten aber weiter», erläuterte der Minister. Dazu gehörten das obligatorische Tragen einer Mund-Nasen-Maske in geschlossenen öffentlichen Räumen, physischer Abstand sowie eine 14-tägige Quarantäne für alle Einreisenden - sowohl Bulgaren als auch Ausländer.

Trotz des seit 13. März geltenden Ausnahmezustands gab es in Bulgarien bereits mehrere Lockerungen der Schutzmaßnahmen. Im Freien gilt keine Maskenpflicht mehr. Am 6. Mai durften Freiluftlokale sowie Terrassen von Restaurants und Cafés wieder öffnen. Sport im Freien wie etwa Tennis, Radfahren, Leichtathletik und Golf ist seit zehn Tagen wieder zugelassen. Seit Anfang der Woche sind Besuche von Museen, Galerien, Bibliotheken sowie Kinos wieder gestattet.

21:48 Uhr - RKI: Ansteckungsrate nur noch bei 0,81

Die Reproduktionsrate R gibt das Robert-Koch-Institut aktuell mit 0,81 an. Damit sinkt die Anzahl der Personen, die ein Infizierter in Deutschland durchschnittlich ansteckt, den dritten Tag in Folge und bleibt weiterhin unter dem kritischen Wert von 1,0. Am Vortag lag R noch bei 0,94.

21:37 Uhr - Wohl zehnmal so viel Infizierte in Spanien wie bekannt

In Spanien deutet eine Studie darauf hin, dass 2,3 Millionen Menschen und damit zehnmal mehr als offiziell bekannt mit dem Virus infiziert sind. Bei der Erhebung seien 90.000 Personen in 36.000 Haushalten getestet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Dabei habe sich gezeigt, dass hochgerechnet fünf Prozent der Bevölkerung infiziert sei, was bei 45 Millionen Einwohnern rund 2,3 Millionen bedeute. Nach offiziellen Angaben gibt es etwas weniger als 230.000 Covid-19-Fälle in Spanien.

21:18 Uhr - Nur noch knapp 18.000 akut Infizierte in Deutschland

Nach Berechnungen von ntv.de, die auf den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Länderangaben basieren, liegt die Zahl der derzeit akut Infizierten bei 18.009, das sind 857 weniger als am Vortag (18.866). Die Zahl der insgesamt Infizierten steigt um 944 auf 172.094. Als genesen gelten momentan 146.353 Menschen in Deutschland. Die Zahl der Toten liegt aktuell bei 7732, das sind 99 mehr als am Vortag.

20:40 Uhr - Erneut Covid-19-Krebspatient im UKE gestorben

Nach mehreren nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus im hochsensiblen Bereich der Krebsstationen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist eine weiterer Patient gestorben. Der 74 Jahre alte Leukämie-Patient habe eine Covid-19-Infektion gehabt und sei Mittwochmittag auf der Intensivstation nach einer langjährigen Krebserkrankung und erfolgter Stammzelltransplantation gestorben, teilte das Klinikum mit. Nun müsse untersucht werden, ob Covid-19 ursächlich für den Tod des Mannes gewesen sei.

Anfang April war bekannt geworden, dass sich rund 20 Mitarbeiter und etwa 20 schwer kranke Patienten auf Krebsstationen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatten. Insgesamt sieben der Patienten sind nach UKE-Angaben inzwischen gestorben. Bereits Ende April hat die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen der Infektionen Ermittlungen aufgenommen. Sie beträfen Verantwortliche der Klinik und eine Reinigungskraft. Zuvor waren zwei Strafanzeigen eingegangen. Nach einer ersten Prüfung sei ein Anfangsverdacht bestätigt worden.

20:29 Uhr - Slowakisches Verfassungsgericht stoppt Handy-Überwachung

02.05.2020, Slowakei, Bratislava: Menschen mit Mundschutz gehen auf einem Marktplatz an den Ständen vorbei. Foto: Martin Baumann/TASR/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Coronavirus - Slowakei
© dpa, Martin Baumann, kk lix

Die slowakischen Gesundheitsbehörden dürfen vorerst nicht mehr die Handydaten ihrer Bürger gegen deren Willen überwachen. Das entschied das Verfassungsgericht in Kosice (Kaschau) am Mittwoch. Die höchste juristische Instanz der Slowakei gab damit einer Beschwerde der oppositionellen Sozialdemokraten gegen eine erst Ende März von der Parlamentsmehrheit beschlossene Novelle des Telekommunikationsgesetzes teilweise Recht.

Die von der konservativ-populistischen Parlamentsmehrheit beschlossene Gesetzesnovelle hatte der obersten staatlichen Gesundheitsbehörde den Zugriff zu den Handy-Lokalisierungsdaten der Mobilfunkbetreiber erlaubt, um damit zu verfolgen, wo sich mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte bewegen und mit wem sie sich treffen.

Der Präsident des Verfassungsgerichts stellte gegenüber Journalisten einschränkend klar, dass das Urteil die Gesetzesnovelle nicht völlig aufhebe, sondern nur vorerst außer Kraft setze. Auch hätten die Höchstrichter nicht grundsätzlich eine Handyüberwachung verboten, sondern lediglich beanstandet, dass die Gesetzesnovelle Zweck, Dauer und Kontrolle der außerordentlichen Maßnahme nicht ausreichend definiert habe.

20:16 Uhr – Schockierende Bilder aus Ryanair-Flugzeug

Szenen aus einem Ryanair-Flieger.
Unglaubliche Szenen aus einem Ryanair-Flieger.
© RTL, Alexandra Maude-Roxby

Stewardessen, die keinen Mundschutz tragen. Ein Flieger, der so überfüllt ist, dass Abstand halten unmöglich ist. Was sich am Wochenende auf diesem Ryanair-Flug abspielt, sorgt nicht nur bei vielen Nutzern in sozialen Netzwerken für Empörung und blanken Zorn. Alexandra Maude-Roxby hat die Szenen mit ihrem Handy festgehalten und schildert uns, was sie in dem Moment gedacht und gefühlt hat. Wie brechend voll der Flieger von London-Stansted nach Lissabon ist – in unserem Video.

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20:05 Uhr - UKE will tausende Kinder in Hamburg auf Corona testen

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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
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Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) will tausende Kinder in Hamburg auf das neuartige Coronavirus testen. Damit solle unter anderem herausgefunden werden, inwieweit Kinder die Krankheit an Erwachsene weitergeben, teilte das UKE am Mittwoch mit. In die Studie C19.CHILD Hamburg sollen demnach Daten von rund 6000 gesunden und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen mit und ohne Symptomen einer Covid-19-Infektion einbezogen werden, die stationär oder ambulant versorgt werden. An der Studie beteiligten sich neben dem Kinder-UKE auch alle anderen Hamburger Kinderkliniken.

"Im Rahmen der Studie wollen wir untersuchen, wie häufig sich Kinder und Jugendliche infizieren und wie anfällig sie für eine Covid-19-Infektion beziehungsweise für einen schweren Verlauf der Infektion sind", erklärte die Direktorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE, Ania C. Muntau. Zugleich solle erforscht werden, "wie groß das Risiko einer Verbreitung des neuartigen Corona-Virus durch asymptomatische Kinder ist und ob chronisch kranke Kinder ein größeres Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion haben als gesunde Kinder".

19:45 Uhr - "Zu unkoordiniert": Virologe Kekulé kritisiert Grenzöffnungen

 Alexander Kekul 2020-04-05, Berlin, Deutschland - Alexander Kekul , Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, zu Gast bei Anne Will im Ersten Deutschen Fernsehen. Thema der Talkrunde: Zw
Alexander Kekulé , Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiol
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Der Virologe Alexander Kekulé hält die von der Regierung geplanten Grenzöffnungen für "ein bisschen zu schnell und zu unkoordiniert". Im MDR äußerte er die Befürchtung, dass das Corona-Virus langfristig immer wieder über die Grenzen eingeschleppt werde. Das betreffe nicht nur die unmittelbaren Nachbarländer, sondern auch entferntere Länder. Aus virologischer Sicht seien Grenzöffnungen verantwortbar, wenn es auf beiden Seiten der Grenze ähnlich viele Corona-Nachweise gebe und auch die Kontrollmechanismen ähnlich seien, argumentierte der Virologe der Universität Halle. Bei Österreich sei das sicher der Fall, bei Frankreich eher nicht. "Frankreich ist wesentlich schlechter aufgestellt bei der Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter als Deutschland", warnte Kekulé. Zudem sei die Ausbruchslage dort weniger unter Kontrolle.

19: 20 Uhr - Urintest soll schweren Covid-19-Verlauf vorhersagen

Forscher der Uni Göttingen haben herausgefunden, dass entzündete Nieren ein Frühwarnzeichen für eine bevorstehende schwere Covid-19-Erkrankung sein können. Schon ein einfacher Urintest soll Ärzten dabei helfen, einen schweren Covid-19-Verlauf früh genug zu erkennen. Hier geht's zur Meldung. 

19:13 Uhr - Virus-Krise wird bitterste Armut weltweit verstärken

Die Virus-Krise wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) zum Anstieg der bittersten Armut in der Welt beitragen. Etwa 34,3 Millionen Menschen würden wegen der Virus-Folgen in diesem Jahr wohl zusätzlich unter die Grenze für "extreme Armut" fallen, heißt es in Bericht der UN-Abteilung für Wirtschaft und Soziales. Besonders stark (56 Prozent) werde dies Menschen in Afrika treffen. "Extreme Armut" hängt laut UN-Definition nicht nur am Einkommen, sondern auch am Zugang zu Nahrung, sauberem Trinkwasser, Sanitäranlagen, einem Dach über dem Kopf und Dienstleistungen zu Gesundheit und Bildung. Der UN-Bericht sagt zudem für 2020 einen Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung von 3,2 Prozent und eine nur leichte Erholung im Jahr 2021 voraus.

Alle Meldungen vom 13. Mai 2020

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