Sechs Jahre und drei Monate Haft für Feriz S. Das Bremer Landgericht verurteilt den 35-jährigen Tanzlehrer heute unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.
"Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Anklage dem Angeklagten vorgeworfen, zwischen 2009 und 2022 in insgesamt 39 Fällen sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen vorgenommen und auch an sich selbst vornehmen lassen."
Jahrelang hat der Mann in einer Tanzschule in Bremerhaven unter anderem Kinder trainiert. In einem Interview, das er uns 2016 gegeben hat, inszeniert er sich noch als liebevoller Betreuer.
"Die Kinder fangen bei mir mit sechs Jahren an oder fünf und sind jetzt zum Beispiel elf. Man sieht, wie die immer älter werden. Und man wächst halt auch mit denen", sagt er.
Eines seiner Opfer, der deutsche Hip Hop Tänzer Avemoves. Auch ihn soll Feriz in jungen Jahren missbraucht haben. 15 Jahre später bricht er sein Schweigen und bringt die Ermittlungen ins Rollen. "Mir wurde klar. Moment. Er unterrichtet immer noch Kinder. Er ist immer noch in derselben Tanzschule. Und da hatte ich das Gefühl, es ist meine Pflicht, zur Polizei zu gehen."
Missbrauch im Sport. Kein Einzelfall. Körperkontakt, wenig Aufsicht und die Angst der Kinder Machen es Tätern leicht. Noch immer fehlen in vielen Vereinen klare Regeln und Beschwerdewege, kritisiert die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung.
"Der Dreh- und Angelpunkt ist tatsächlich das Geld. Kein Sportverein sollte eine Förderung, egal ob kommunal oder über das Land oder über den Bund bekommen, wenn kein Schutzkonzept vorliegt."
Sobald das heutige Urteil rechtskräftig wird, gilt Feriz als vorbestraft. Mit Kindern zu arbeiten, dürfte für ihn nach Einschätzung des Gerichts damit kaum noch möglich sein.