Wie eine Ware soll er sie im Internet angeboten haben. Seine eigene Frau. Verkauft für Sex – an mindestens 120 Männer. Teilweise soll sie dabei so unter Alkohol und Drogen gestanden haben, dass sie sich kaum noch erinnert. Sexuelle Ausbeutung mit System. Und das offenbar jahrelang. Bis die Frau selbst zur Polizei geht. Und Anzeige erstattet.
Ida Annerstedt, Staatsanwältin: „Es wurden bereits mehrere Gespräche mit der Klägerin, dem Inhaftierten, weiteren Zeugen und mutmaßlichen Freiern geführt. Wir verfügen außerdem über umfangreiches schriftliches Material, darunter Telefonaufzeichnungen. (...) Wir sind dabei, das schriftliche Material auszuwerten. Wir befragen weiterhin mutmaßliche Freier und werden auch weitere Zeugen befragen."
Heißt: Die Liste der mutmaßlichen Käufer könnte noch länger werden.
Sie stammen laut Staatsanwaltschaft aus verschiedenen Teilen Schwedens. Männer, die über Online-Plattformen Kontakt zu dem Mann aufgenommen haben, der seine Frau wohl immer wieder wie eine Ware angeboten hat.
Nils Fischer-Stahl, RTL-Reporter in Schweden: „Der Mann ist bei der Polizei kein Unbekannter. Bereits vor zwei Jahren wurde gegen ihn wegen Körperverletzung an seiner Ehefrau er-mittelt. Außerdem saß er schon im Gefängnis - unter anderem wegen Körperverletzung und Nötigung und steht derzeit erneut vor Gericht - diesmal wegen schwerem Bilanzbetrug.“
Der Fall erinnert an den Prozess um Gisèle Pelicot in Frankreich. Auch hier hatte der Ehemann seine eigene Frau über Jahre hinweg immer wieder betäubt und anderen Männern ausgeliefert. Er wurde inzwischen zu 20 Jahren Haft verurteilt.
In Schweden sitzt der Beschuldigte, der in den 60ern sein soll, in Untersuchungshaft.
Ab März muss er sich vor Gericht verantworten – wegen schwerer Zuhälterei. Dafür drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.