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Sexueller Missbrauch

Der Begriff des sexuellen Missbrauchs beschreibt das Durchführen sexueller Handlungen vor und an Kindern. Gemeint sind alle Minderjährigen unter 14 Jahren.

Sexueller Missbrauch

Was ist sexueller Missbrauch?

Auf der Seite des unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs befindet sich eine Definition zu diesem Begriff. Dort wird jede sexuelle Handlung an oder vor Kindern gegen deren Willen als sexueller Missbrauch bezeichnet. Sozialwissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder unter 14 Jahren nicht in der Lage sind, solche Zustimmungen zu treffen. Daher umfasst die Definition alle Minderjährigen und jede an ihnen vorgenommene Handlung ist als Gewalttat zu werten. Es handelt sich hierbei um ein sehr schwieriges Feld, da die Bandbreite des sexuellen Missbrauchs sehr groß ist. So heißt es ebenfalls auf dieser Seite: Nicht jede sexuelle Gewalt ist strafbar, aber jede sexuelle Gewalt verletzt Mädchen und Jungen.

Welche Formen des sexuellen Missbrauchs gibt es?

Sexueller Missbrauch ist nicht gleichzusetzen mit sexueller Belästigung. Hierzu regeln andere Gesetze den Umgang. Missbrauch bezieht sich auf Handlungen an Kindern und schließt somit sämtliche Formen von sexueller Gewalt ein. Diese beginnt bei Übergriffen wie verbaler Belästigung oder flüchtigen Berührungen des Genitalbereichs. Da es sich hierbei um eine Art Grauzone handelt, sind dies keine Straftaten. Solche Vorgänge können durch Ungeschick oder aus Versehen passieren. Als Straftat gelten sämtliche sexuellen Handlungen am oder vor dem Kind. Darunter fallen direkte Berührungen und Stimulationen am Kind sowie Masturbation oder Exhibition vor dem Kind. Des Weiteren fällt auch das Zeigen pornografischen Materials oder Filmen und Fotografieren des Kindes bei sexuellen Handlungen. Ebenfalls ist es strafbar, Minderjährige zu diesem Verhalten vor einer Webcam aufzufordern.

Wer sind die Täter sexuellen Missbrauchs?

Laut Statistiken findet sexueller Missbrauch zu 80 bis 90 % durch Männer bzw. männliche Jugendliche statt. Dementsprechend sind lediglich 10 bis 20 % der Täter weiblich. Hierbei lässt sich kein klares Täterprofil erkennen. Die missbrauchenden Männer kommen aus allen sozialen Geschichten, sind hetero- oder homosexuell. Zu den Frauen, die diese Straftaten begehen, ist bisher wenig erforscht. Häufig werden ihnen solche Taten nicht zugetraut. Der Grund für sexuellen Missbrauch ist selten auf Pädophilie zurückzuführen. Meist geht es um die Ausübung von Macht und das Bedürfnis, sich überlegen zu fühlen. Nicht zwangsläufig sind die Täter älter als ihre Opfer. Sexueller Missbrauch kann auch zwischen Geschwistern oder gleichaltrigen stattfinden. Schwierig ist es, die allgemeine Häufigkeit der Straftaten zu ermitteln. Hier gibt es eine hohe Dunkelziffer.