„Eine Hymne an das Leben: Die Scham muss die Seite wechseln": so heißt das am kommenden Dienstag weltweit erscheinende Buch von Gisele Pericot. Und genau das hat Pelicot in dem Prozess gegen ihre Vergewaltiger erreicht. Die Scham hat die Seite gewechselt, als sie darauf bestand, dass die Videos der Vergewaltigungen gezeigt wurden.
„Ich bereue diese Entscheidung kein bisschen. Und was ich mir am meisten wünsche, ist, dass ich durch dieses Buch, das auch eine Botschaft der Hoffnung ist, allen Opfern sagen kann: ‚Schämt euch niemals und verliert niemals das Vertrauen in euch selbst.‘"
Dabei mußte Gisele Pelicot erst selbst begreifen, was da überhaupt mit ihr geschehen war. Sie offenbarte sich einer Freundin: „Hör zu, ich muss dir etwas Schlimmes erzählen. Dominique hat mich vergewaltigt und mich vergewaltigen lassen.‘ Es war das erste Mal, dass ich das Wort ‚Vergewaltigung‘ aussprach. Und in diesem Moment hatte ich das Gefühl, meine Welt würde end-gültig zusammenbrechen.“
Aber das tat sie nicht. Mit Selbstvertrauen, Mut und Würde stand Gisele Pelicot den Prozess gegen ihren Mann und 50 Vergewaltiger durch. Und jetzt hat sie auch noch die Kraft anderen Frauen Hoffnung zu geben.