Zwei Lichtpunkte hoch oben am Großglockner. Es sind die Stirnlampen von Thomas P. und Kerstin G. Diese Bilder einer Webcam alarmieren die Bergretter. Um 22:30, am 18. Januar 2025, schicken sie einen Hubschrauber. Aber das Paar zeigt kein Notsignal.
„Es war schon grob fahrlässig, diese Tour bei diesen winterlichen Verhältnissen mit der alpinen, touren sehr unerfahrenen Begleiterin überhaupt zu unternehmen. Ihm wird vorgeworfen, dass er als verantwortlicher Führer dieser alpinen Tour mehrere Fehler begangen hat.“
So sind sie viel zu spät losgegangen, haben den schwereren Weg gewählt. Und dann hat der 36-jährige seine 33 Jahre alte Freundin mitten in der Nacht allein zurückgelassen, um Hilfe zu holen. Die Frau erfriert, wird am nächsten Tag geborgen.
„Mein Mandant kann nur sagen, dass es ihm aufrichtig leidtut. Ich gehe nach wie vor von einem tragischen, schicksalshaften Unglück aus.“
So sieht das auch die Mutter des Opfers. Ihre Tochter sei eine erfahrene Alpinistin gewesen, sagt sie in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit. Und alle seine tragische Verkettung unglücklicher Umstände. Die Staatsanwaltschaft dagegen sieht die Verantwortung bei Thomas P. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.