Jetzt will er auch Medizin studieren: Ärzte sahen keine Chance mehr! Neue Immuntherapie heilt jungen Krebspatienten (18)
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Mailo Grühn bekommt als Kind die Diagnose Krebs. Jahrelang kämpft er dagegen, doch der Krebs kommt immer wieder zurück. Dann bekommt er plötzlich die Schocknachricht: Austherapiert. Die Ärzte können nichts mehr für ihn tun. Doch dann wendet sich seine Mutter an die Kinderklinik in Heidelberg und Mailo darf eine neue Immuntherapie beginnen, mit unglaublichem Ergebnis. Mehr im Video.
Die Erfolgsgeschichte von Mailo Grühn ist eine ganz besondere. Denn der heute 18-Jährige erkrankte als Kind an Krebs.
„Damals hatte ich eine Beule auf der linken Seite gehabt. Das war 2014. Es wurde recht schnell festgestellt, dass es ein Nephroblastom ist."
„Also die Herausforderung gerade bei Kindern natürlich als Patienten ist, dass diese kindlichen Tumore ganz, ganz anders sind als bei Erwachsenen. Für das Immunsystem ist es unheimlich schwierig, einen kindlichen Tumor zu erkennen, weil der Tumor dem normalen Gewebe relativ ähnlich ist."
Seitdem kehrt der Krebs regelmäßig zurück. Doch seine Familie und die Leidenschaft fürs Radfahren geben ihm immer wieder neue Kraft. 2025 dann der Schock: Die Krankheit schreitet schneller voran, Metastasen bilden sich im Bauchraum, Brustraum und Gehirn.
„Anfang 2025 hieß es dann, dass ich ja austherapiert bin, einfach. Man konnte nicht mehr tun. Meine Mutti hatte sich daraufhin an die Spezialisten in Heidelberg gewandt."
In der Kinderklinik in Heidelberg bekommt Mailo dank einer speziellen Immuntherapie eine neue Chance.
„Die Immunzellen, die wir verwenden, die werden im Labor gentechnisch so verändert, dass sie einen Rezeptor auf die Oberfläche bekommen. Und dieser Rezeptor ist dann in der Lage, Krebszellen zu erkennen und leitet das Signal, dass es was erkannt wird. Ist dieser Rezeptor, was erkannt hat, quasi an die Immunzelle weiter und die Immunzelle schüttet dann Botenstoffe aus und kann die Krebszelle tatsächlich gezielt abtöten."
Bei Leukämien zirkulieren die Krebszellen im Blut. Dort können gentechnisch veränderte Immunzellen sie deutlich leichter finden und angreifen. Solide Tumore sind für Immunzellen schwer zugänglich, weil sie an einer festen Stelle sitzen und eine schützende Mikroumgebung aufbauen.
„Tatsächlich ist es so, dass wir jetzt bei Mailo einen unheimlich starken Effekt von diesen Zellen gesehen haben. Im Moment sind das bei den Kindern tatsächlich Einzelfälle, wo wir diesen, wo wir diese Therapie geben können. Wir planen das aber in einer großen klinischen Studie tatsächlich auch zu verifizieren und zu testen. Mailo im Speziellen hat eine Therapie bekommen, die bei erwachsenen Patientinnen und Patienten schon getestet wurde und die jetzt aber hier zum ersten Mal bei einem jugendlichen Patienten getestet wurde. Und zum Glück sehr, sehr erfolgreich."
Klassische Therapien wie Chemo, Bestrahlung und Operationen retten Leben, hinterlassen bei Kindern aber häufig schwere Neben- und Spätfolgen. Forscherinnen wie Franziska Bläschke sehen in Immuntherapien die Chance, Tumore gezielter zu treffen und Kinder künftig schonender zu behandeln. Aus einer Prognose von weniger als drei Monaten wird bei Mailo ein Neuanfang. Er gilt heute als geheilt und plant seine Zukunft.
„Also die Ziele sind meine Berufsausbildung abschließen, mich weiter im Enduro-Sport zu etablieren und ganz viele Rennen fahren zu können. Einfach eine richtig coole Saison haben zu können, mit vielen tollen Erlebnissen und natürlich auch sportlichen Erfolgen. Ich möchte mein Abitur nachholen und möchte danach Medizin studieren, um auch andere Kinder mit solch Therapien helfen zu können."
In Zukunft könnte Mailo also nicht nur als Patient, sondern eines Tages auch als Arzt an der Seite anderer krebskranker Kinder stehen.
