Ein idyllischer Ort im Landkreis Regen in Niederbayern. Das Zuhause der 1922 geborenen Sophie B. Doch irgendwie wird die 103-Jährige in der Nachbarschaft seit bald zehn Jahren nicht mehr gesehen. Der Bürgermeister versucht jedes Jahr aufs Neue zum stolzen Alter zu gratulieren. Doch jedes Jahr dasselbe böse Spiel.
Beim 95. Geburtstag habe ich die Frau B. ja schon nicht angetroffen. Dann zum 100. Geburtstag. Die Mutti ist nicht hier. Sie ist weg. Sie ist im Altenheim. Zum 101. Geburtstag. Dasselbe Spiel wieder. Wieder eine Ausrede. Wir konnten die Frau nicht antreffen. Zum 102. Wieder.
Stattdessen wimmelt Christa B., ihre 82-jährige Tochter, alle Besucher ab. Als Bürgermeister Werner Troiber jetzt per Telefon seinen Besuch zum 103. Geburtstag ankündigt, sagt die Tochter plötzlich, ihre Mutter sei schon vor zwei Jahren verstorben.
"Und da habe ich gesagt: Ja, irgendwie ist da etwas im Argen. Und dann habe ich ein bisschen rumgefragt und ein bisschen recherchiert und bin dann am 30. Dezember zur Staatsanwaltschaft Deggendorf gegangen."
Und tatsächlich macht die Polizei in der Doppelhaushälfte eine gruselige Entdeckung: eine stark mumifizierte Leiche im Keller. Die Tochter hat mit ihr offenbar ganz normal weitergelebt.
Reporter: "Nachbarn erzählen mir, dass die 82-jährige Tochter zurückgezogen lebte. Man grüßte sich auf der Straße. Mehr Kontakt gab es aber nicht."
Laut ersten Ermittlungen soll die Versichertenkarte der Mutter seit mehr als zehn Jahren nicht mehr genutzt worden sein. Eine Rente von rund 1.500 € sei aber weiterhin auf ihren Namen bezogen worden. Kripo und Staatsanwaltschaft gehen deshalb dem Verdacht des Betrugs nach. Brauchte die Tochter dringend Geld?
Die war bekannt hier im Ort als sehr höfliche, freundliche, gebildete alte Oma, die regelmäßig dem Lottospielen nachging.
Woran Sophie B. Gestorben ist und wie lange sie schon tot war, ist bisher noch nicht klar. Von einem Gewaltverbrechen gehen die Ermittler allerdings nicht aus.