Es ist ein Tag, auf den Claudia und Frank lange gewartet haben. Aber auch einer, der noch einmal ihre ganze Kraft kostet, heute im Landgericht Saarbrücken.
Für Claudia und Frank völlig unverständlich: der Anschnallgurt ihres Sohnes René könnte mit darüber entscheiden, ob der Mann, der den tödlichen Unfall verursacht haben soll, ins Gefängnis muss oder mit einer Bewährungsstrafe davon kommt.
Im Mai 2024 fährt René auf dieser Landstraße bei Schmelz - als das Auto des Angeklagten frontal mit seinem kollidiert. Sein Vater ist auf dem Weg zur Arbeit, hat irgendwie ein ungutes Gefühl.
Nur wenig später bekommt Frank einen Anruf von seiner Tochter. Es ist tatsächlich René, er hat den Unfall nicht überlebt. Ein Test ergibt später: der Angeklagte hatte mindestens 1,2 Promille Alkohol und Drogen im Blut.
Das Amtsgericht verurteilt ihn zu 2 Jahren und 7 Monaten Haft. Aber Staatsanwaltschaft und Verteidigung akzeptieren das Urteil nicht. Heute steht er deshalb erneut vor Gericht.
Polizei und Gutachter sind sich in dieser Frage im ersten Prozess offenbar nicht einig. Renes Vater ist überzeugt, dass sein Sohn angeschnallt war. Außerdem sei der Crash so heftig gewesen, dass Rene ihn mit oder ohne Gurt nicht überlebt hätte, glaubt er.
Das Landgericht bestätigt heute das erste Urteil: es bleibt bei einer Haftstrafe von 2 Jahren und 7 Monaten.
Der Unfallfahrer hat sich während des Prozesses entschuldigt, Reue, die ihm Renes Eltern aber nicht abnehmen.