Coca-Cola und Co ändern Flaschenverschlüsse

Tethered Caps werden Pflicht: Wenn der Deckel an der Flasche bleibt

Beim "Tethered Cap"-Flaschenverschluss bleibt der Deckel mit der Flasche verbunden.
Beim "Tethered Cap"-Flaschenverschluss bleibt der Deckel mit der Flasche verbunden.
Coca-Cola

Wenn wir trinken, passiert es ganz automatisch: Wir nehmen die Flasche in die Hand und drehen den Deckel ab. Doch einige Durstige dürften bei manchen Flaschen inzwischen doof aus der Wäsche gucken – denn der Deckel geht nicht ab. Unternehmen wie Coca-Cola und Co stellen ihr Flaschensortiment um und verwenden nun sogenannte „Tethered Caps“.

Tethered Caps: Flasche und Deckel sind unzertrennlich

Einige Kunden finden das Trinken mit "Tethered Cap" unbequem.
Einige Kunden finden das Trinken mit "Tethered Cap" unbequem.
Coca-Cola

„Lass mich dran!“ lesen Verbraucher auf den PET-Einwegpfandflaschen von Coca-Cola, Fanta, Sprite und Co. Der Getränkehersteller hat seinen Flaschenverschluss verändert, was manche Kunden zunächst als störend empfinden. „Die neuen Coca-Cola Verschlüsse sind beweglich, bleiben aber über Scharniere mit dem Sicherheitsring am Flaschenhals verbunden“, erklärt Christine Bergmann, Manager Packaging und Supplier Quality bei Coca‑Cola Europacific Partners Deutschland (CCEP DE). „Damit der Deckel beim Trinken nicht stört, muss er zurückgeklappt und eingerastet werden“.

Die sogenannten „Tethered Caps“ werden im Rahmen einer EU-Verordnung ab Juli 2024 europaweit für alle Getränkeflaschen Pflicht – aus Umweltschutzgründen.

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Tethered Caps sollen Umwelt schützen

Durch die „Tethered Caps“ soll dafür gesorgt werden, dass Flasche und Verschluss zusammen recycelt werden. Denn bei Strandmüllzählungen an den Küsten der EU wurde laut Coca-Cola festgestellt, „dass bis zu 85 Prozent der Meeresabfälle Kunststoffe sind“, viele davon Flaschenverschlüsse. Auch wenn in Deutschland nach Angaben des Unternehmens über 90 Prozent der Flaschendeckel zusammen mit der PET-Flasche im Pfandautomaten landen, ein großes Problem für die Umwelt.

Nach eigenen Angaben verringert Coca-Cola durch den Einsatz von „Tethered Caps“ auch den Einsatz von PET-Material. „Pro Flasche sparen wir damit bis zu 1,37 Gramm Kunststoff ein“, so das Unternehmen. Wer täglich eine Flasche Cola oder ein anderes Produkt aus dem Sortiment trinke, spare im Jahr ein halbes Kilo Kunststoff ein.

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Wieso gibt es bei Coca-Cola jetzt schon neue Deckel?

An 11 Produktionsstandorten in Deutschland müssen laut Coca Cola 21 Produktionsanlagen auf die neuen Verschlüsse umgestellt werden. Damit man damit rechtzeitig bis zur Einführung der EU-Verordnung fertig sei, wurde bereits im Herbst 2021 im Werk in Dorsten begonnen, Flaschen mit den Tethered Caps zu produzieren. Die weiteren Standorte kommen nun nach und nach hinzu.

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Trotz Umweltschutz: Die Lass-mich-dran-Kappen haben nicht nur Freunde gefunden. Beschwerden an Coca-Cola gab es bereits zahlreiche über Twitter:

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Und wer bislang noch keine „Lass mich dran“-Flasche in den Händen gehalten hat, muss sich nicht wundern: „Unser Ziel ist, dass wir unsere Getränke möglichst regional ausliefern. Da, wo die Standorte noch nicht auf neue Verschlüsse umgestellt sind, ist die Wahrscheinlichkeit deshalb eher gering, schon Flaschen mit den neuen Deckeln zu finden“, sagt Christine Bergmann von Coca-Cola. Spätestens im Sommer 2024 kommen wir alle in den Genuss der „Tethered Caps“. (lha)

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