In den Seehäfen droht Stillstand

Hafenarbeiter wollen streiken

Hamburger Hafen
Unter anderem am Hamburger Hafen könnte es still werden. Verdi kündigt für die Spätschicht am Donnerstag mehrstündige Arbeitsniederlegungen an. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
deutsche presse agentur

Den Arbeitern im Hafen reicht es! Die Containerschiffe stauen sich bereits in der deutschen Bucht, so viel gibt es zu tun. Am heutigen Donnerstag wollen sie streiken. Betroffen von den Warnstreiks sei die Spätschicht in den Häfen Hamburg, Emden, Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven. Das Chaos bei der Containerschifffahrt dürfte damit noch größer werden.

Hafenarbeiter wollen mehr Geld

ARCHIV - 05.03.2022, Hamburg: Das Luftbild zeigt zahlreiche Container auf dem HHLA-Container-Terminal Burchardkai (CTB) (r) und dem Containerterminal Eurogate (vorn l) im Hamburger Hafen. (Zu dpa: «Warnstreik der Hafenarbeiter - In Deutschen Seehäfen
Containerterminals im Hamburger Hafen
dan exa kf klm, dpa, Daniel Reinhardt

Am Freitag startet die dritte Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Deutschen Seehafenbetriebe. Es geht um rund 12.000 Hafenarbeiter. Die Gewerkschaft Verdi verlangt für die Beschäftigten unter anderem einen nicht näher bezifferten "tatsächlichen Inflationsausgleich" sowie eine Erhöhung der Stundenlöhne um 1,20 Euro.

Dass eine solche Erhöhung bei Löhnen von knapp unter 15 Euro bis gut 28 Euro pro Stunde eine Gehaltssteigerung um bis zu 14 Prozent bedeute, hält die Gewerkschaft für gerechtfertigt. Das sei absolut verdient. „Sie sind an Belastungsgrenzen gegangen und bisweilen auch deutlich darüber hinaus. Sie haben mit ihrer eigenen Hände Arbeit den Laden am Laufen gehalten", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth der Deutschen Presse-Agentur.

Streik im Hafen sei verantwortungslos und inakzeptabel

Die Arbeitgeberseite ruft zum Streikverzicht auf. Verhandlungsführerin Ulrike Riedel nannte den Warnstreikaufruf verantwortungslos und inakzeptabel. Die Arbeitgeberseite bietet bislang zwei Erhöhungsschritte in diesem und im nächsten Jahr von 3,2 und 2,8 Prozent sowie Einmalzahlungen von insgesamt 600 Euro an.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Containerschiffe stauen sich

Die Hafenbetriebe sind derzeit infolge der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen weltweiten Chaos bei der Containerschifffahrt extrem belastet. Gestörte Lieferketten mit teils wochenlangen Verspätungen der Containerriesen haben dazu geführt, dass es in den Häfen kaum noch Stellplätze gibt, da Container, die sonst binnen wenigen Stunden in die ein oder andere Richtung weitertransportiert werden, nun zwischengelagert werden müssen. Auf der anderen Seite warten immer mehr Schiffe auf ihre Abfertigung und stauen sich bereits in der Deutschen Bucht. Mit dem Streik dürfte sich das Problem noch verschärfen, wenn in der Spätschicht kaum oder gar keine Schiffe in den Häfen gelöscht und geladen werden. (dpa/nkn)

Mehr News-Videos aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Mobilität

Playlist: 30 Videos

"Retouren-Wahnsinn - Die dunkle Seite des Onlinehandels“ auf RTL+

Zu groß, zu klein, gefällt nicht - jede sechste Online-Bestellung wird zurückgeschickt, bei Kleidung sogar jede zweite. Für den Kunden einfach, für den Handel eine logistische Herausforderung. Denn die Pakete müssen nicht nur abgeholt werden, die Ware muss auch noch geprüft werden. RTL+ zeigt in der Doku "Retouren-Wahnsinn - Die dunkle Seite des Onlinehandels" alles – von der Rücksendung bis zur Verwertung der Ware.