Bundesverkehrsminister besucht Infrastruktur-ProjektMilliardendebakel Fehmarnbelt-Tunnel? Hier hakt es besonders

Beim Krisentreffen auf Fehmarn treffen beide Parteien aufeinander.
Beim Krisentreffen auf Fehmarn am Montag (22. Juni) treffen beide Parteien aufeinander. 
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Werden wir pünktlich fertig, Herr Bundesverkehrsminister?
Der Fehmarnbelt-Tunnel soll Deutschland und Dänemark einmal direkt miteinander verbinden. Doch während die Dänen schon Beton gießen, hängen die Deutschen noch in Genehmigungsverfahren. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist zu einem Treffen nach Fehmarn gereist.

Im Herbst soll es Klarheit geben

Zum Treffen auf Fehmarn reisten die Verkehrschefs der Länder weniger wegen des Tunnels selbst, sondern vor allem um das Sorgenkindes des Milliardenprojekts mal unter die Lupe zu nehmen: die deutschen Hinterlandanbindungen. Auf der Baustelle angekommen wird schnell deutlich: Hier ist noch einiges zu tun. Während im Herbst 2025 noch von rund 8,1 Milliarden Euro die Rede war, geht der Bundesrechnungshof inzwischen von Kosten in Höhe von etwa 10,7 Milliarden Euro aus! Damit könnte die deutsche Bahnanbindung sogar teurer werden als der eigentliche Tunnel.

Der Tunnel sollte ursprünglich 2029 in Betrieb gehen.
Der Fehmarnbelt-Tunnel sollte ursprünglich 2029 in Betrieb gehen.
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Klarheit über den weiteren Fahrplan des Milliardenprojekts soll es erst im Oktober geben. Dann wollen Deutschland und Dänemark erneut über den Zeitplan beraten.

„Ich gehe davon aus, dass wir uns im Oktober etwa dann wieder auf Regierungsseite zusammentun werden, um dann klar zu kommunizieren, wie der weitere Ablauf auch und gerade in zeitlicher Hinsicht aussehen wird”, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.

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Warum die Kosten steigen

Gestiegene Baupreise, höhere Material- und Personalkosten sowie zusätzliche Anforderungen beim Lärm- und Umweltschutz sind die Gründe für die hohen Kosten. Aber auch die in Deutschland oft langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren spielen dabei eine wichtige Rolle. Trotz allem bleibt die dänische Verkehrsministerin Signe Munk optimistisch.

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„Ich glaube, dass das Projekt für die Region von großem Nutzen sein wird, sowohl hier auf deutscher Seite als auch insbesondere auf dänischer Seite für die Gemeinde Lolland”, sagte sie der Presse. So soll sich beispielsweise die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen per Bahn um rund zwei Stunden verkürzen.

Auch auf dänischer Seite läuft nicht alles reibungslos, doch anders als in Deutschland wurden die politischen Entscheidungen für das Projekt bereits vor Jahren getroffen. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Madsen erklärte bei dem Besuch, einen „großen Fortschritt” erkennen zu können. Gleichzeitig wollte er in seiner Rede die „fantastischen Chancen” des Projektes in den Vordergrund heben.

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Fertigstellung erst nach 2029?

Anfang Mai wurde das erste Tunnelelement für den Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark in die Ostsee abgesenkt. Doch bis zur Fertigstellung der 18 Kilometer langen Eisenbahn und Autotunnels müssen noch 88 weitere Elemente ins Meer gelassen werden. Die Sorge, dass der Tunnel einsatzbereit ist, bevor auf deutscher Seite die notwendige Infrastruktur vollständig zur Verfügung steht, ist bei vielen Beobachtern groß. Zumal die deutsche Seite jetzt schon davon ausgeht, dass sich der Bau der Hinterlandanbindung über das Jahr 2029 hinaus verzögern wird.

Eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Femern A/S sagte gegenüber der Deutschen Presse Agentur, dass der Straßenteil deshalb bereits vor der Eisenbahnverbindung in Betrieb gehen soll. Immerhin: Bei der Straßenverbindung läuft es auf deutscher Seite deutlich besser. Nach aktuellem Stand soll sie bereits 2028 fertiggestellt werden.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche, dpa