Fassungslosigkeit in Stade. Die Menschen trauern, versuchen Antworten zu finden, zu verstehen, wie so ein Sorgerechtsstreit so sehr eskalieren konnte. Warum vier Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter der Jugendeinrichtung sterben mussten. Viele hier in dieser sonst so ruhigen Wohngegend haben die grausame Tat gestern Mittag mitbekommen.
Vöxe:
"Noch ein Schuss, noch ein Schuss, noch ein Schuss, noch ein Schuss.."
"Da sind so viele Schüsse gefallen. Ich konnte nichts sehen. Und in dem Moment, als ich die Schreie gehört habe. Ich bin einfach weggerannt."
Nach den tödlichen Schüssen steigt der Schütze zu einer Frau in diesen Mercedes. Sie versuchen zu fliehen. Die Polizei schießt auf die Reifen. Das Fahrzeug kommt auf einer Landstraße zum Stehen. Der Verdächtige wird festgenommen.
Kathrin Schuol, Polizeipräsidentin Polizeidirektion Lüneburg: "Es handelt sich um einen 45-jährigen, in Deutschland geborenen und wohnhaft im Raum Hannover Mann. Er hat türkische Wurzeln. Es liegen zu ihm polizeiliche Erkenntnisse vor, unter anderem aus dem Bereich Bedrohung."
Der Mann hatte in der Einrichtung einen Termin, bei dem es um das Sorgerecht für die drei Monate alte Tochter ging. Das Mädchen und seine Mutter blieben unverletzt. Die grausame Tat sorgt bundesweit für Entsetzen. Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark, schreibt Bundeskanzler Merz. Und Bundespräsident Steinmeier zeigt sich tief erschüttert über das Ausmaß der Gewalt in einem Raum, der Schutz geben soll. Nun aber wurden an genau diesem Ort sechs Menschen erschossen.