Fünf Tage Meeres-Expedition in der Eckenförder Bucht liegen hinter den Schülerinnen Sienna und Jordes aus Hamburg. Heute heißt es Abschied nehmen vom Forschungsschiff Aldebaran.
Sienna Schaber und Jordes Klüver, Schülerinnen
"Ich fand es auf jeden Fall extrem spannend. Einfach, dass man auf dem Wasser durchgehend gearbeitet hat. Das Leben auf dem Segelboot und das könnte ich mir auf jeden Fall in der Zukunft auch vorstellen. Also, auf jeden Fall kein ähm, also irgendwas Spannendes. Und das ist definitiv spannend hier."
Gibt es Leben in den Todeszonen in der Ostsee? Denn in den Todeszonen, begünstigt durch Klimawandel und Überdüngung, ist das Wasser so stark mit Sauerstoff unterversorgt, dass Lebewesen ersticken.
Sienna Schaber und Jordis Klüver, Gymnasium Lerchenfeld
"Wir haben Zeitungsartikel im Internet gefunden, die von Fischsterben berichtet haben und von Artensterben. Und wir wollten analysieren, ob man bei den Todeszonen wirklich von toten Zonen sprechen kann."
Mit Ihrer innovativen Idee haben die 17-Jährigen beim Meereswettbewerb „Forschen auf See“ eine Jury aus Wissenschaftlern überzeugen können. Der Preis: Diese einwöchige Meeresforschungsexpedition.
Frank Schweikert, Deutsche Meeresstiftung
"Wir wollen junge Menschen begeistern, begeistern von Meeresforschung. Man sieht der Idee auch an, dass sie sich viele Gedanken gemacht haben. Auch in der Schule schon. Und ihr das, was sie hier an Bord abgeliefert haben, auch an Wissen, war wirklich perfekt."
In der Eckernförder Bucht haben die Elftklässlerinnen Sedimentproben aus sauerstoffarmen und sauerstoffreichen Gebieten untersucht und geschaut, wie sich die Vielfalt von Würmern, Muscheln und Mikroskopisch kleinen Bodenorganismen verändern, immer auf der Suche nach widerstandsfähigen Lebensgemeinschaften unter extrem Bedingungen. Auf dem Schiff werden sie von Wissenschaftspaten, wie Clara Taetz unterstützt.
Clara Taetz, Meeresbiologin
"Todeszone. Der Begriff ist schon sehr plakativer Begriff. Dass man auch überlegt okay, wenn da jetzt aber wirklich noch Leben ist. Vielleicht sollte man das Ganze ein bisschen ein bisschen umnennen. Es gibt viele Tiere, die sich unglaublich anpassen können an bestimmte Bedingungen im Meer. Und auch diese Tiere sind extrem schützenswert und wichtig für für Funktionen der Ökosysteme."
Erste Erkenntnisse aus den Proben konnten die Schülerinnen vom Gymnasium Lerchenfeld während ihrer Expedition schon ziehen:
Sienna (17), Schülerin auf Expedition
"Auf jeden Fall können wir sagen, dass umso größer der Sauerstoffgehalt war und bei uns dementsprechend auch umso flacher es war, desto mehr Organismen konnten wir jetzt schon mit dem bloßen Auge sehen. Also da hatten wir Würmer und Krustentiere und Muscheln. Ganz viele. Und in den sauerstoffärmeren Bereichen bis hin zu den Todeszonen, die wir dann auch gefunden haben, haben wir mit dem bloßen Auge kaum noch Leben gesehen."
Zwar ist ihre Forschungsexpedition zu Ende, aber nach den Ferien werden die beiden im Labor ihre Proben untersuchen und auswerten. Ein Ergebnis steht schon fest: Die beiden Schülerinnen haben durch das Projekt einen ganz anderen Blick darauf bekommen wie gefährdet unsere heimischen Meere sind.