Es wird gebastelt beim VfL Wolfsburg. Nach 29 Jahren ist der Verein das erste mal in Liga 2 abgestiegen, trotzdem pumpt Volkswagen laut einem Bericht der Bild-Zeitung knapp 55 Mio. Euro in den Verein. Ausgerechnet jetzt, wo der Autohersteller selbst in der Krise steckt.
Die Leute kriegen Geld ohne Ende und tun nicht mehr viel dafür. Also der Fußball ist nicht mehr das, was er früher mal.
Stellenabbau ist natürlich Katastrophe. Aber wir müssen jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen und gemeinsam aus der Krise kommen. Und hoffentlich erreichen wir die erste Liga wieder.
Finde ich gar nicht gut. Ganz schlecht, weil hier werden Stellen abgebaut und VfL wird alles reingepumpt.
Erst vor knapp zwei Wochen meldet Volkswagen einen Gewinneinbruch: Im zweiten Quartal sinkt der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent. Bis 2030 sollen in Deutschland rund 50.000 Stellen wegfallen. Trotzdem hält VW-Chef Oliver Blume an der Unterstützung des Zweitligisten fest.
"Der Volkswagen-Konzern befindet sich in einer Transformation. Auch der VfL leistet seine Sparbeiträge. Volkswagen steht fest zum VfL Wolfsburg. Der Fußball hat eine ganz große Bindungskraft für die Menschen in der Stadt und in der Region. Jetzt zählt es, jeden Spieltag bereit zu sein."
Dass auch der VfL Wolfsburg sparen soll, merkt man in Liga 2 allerdings nur kaum: Wolfsburg hat in dieser Transferperiode rund 22,7 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben – mehr als alle anderen Zweitligisten zusammen, die kommen auf knapp 19 Millionen. Zwar hat der Klub im gleichen Zeitraum durch Verkäufe rund 16,5 Mio Euro Gewinn erzielt, trotzdem wird klar: finanziell tritt der VfL eher wie ein Erstligist auf. Das macht sich auch in den Erwartungen der Fans bemerkbar:
Der Wiederaufstieg? Gar keine Frage.
Wir hoffen alle, dass der VfL gleich wieder hochkommt.
Das ist ganz klar der Aufstieg.
Für einige im Verein wäre es ein Zurückkehren in Liga 1, für andere absolutes Neuland: Cheftrainer Tobias Strobl trainierte bis vor wenigen Monaten noch den Drittligisten SC Verl. Das große Thema Aufstieg lässt er deshalb bewusst nicht zu nah an sich heran.
Wie klar sind wir dann auch mal, wenn Widerstände auf uns zukommen? Die werden auf uns zukommen. Wie gefestigt sind wir als Mannschaft? Und es geht erst mal um diese kleineren Ziele. Und wenn wir da merken, dass wir gut auf dem Weg sind, wenn wir dann schon die ersten Prüfungen bestanden haben, dann können wir uns über das Größere auch mal unterhalten. Aber das ist heute noch nicht auf unserem To-Do-Zettel
Den Verein auf einen guten Weg bringen, das wollen auch die acht Neuzugänge. Der prominenteste, Fabian Reese. Der 29-jährige wechselt für rund 8 Millionen Euro aus Berlin zu den Wölfen, Robert Glatzel und Elvis Rexbehcaj kommen aus Liga 1 in die Autostadt.
Sie alle werden versuchen, den VfL wieder an die Spitze zu schießen - doch auch den VW-Bossen ist bewusst: guter Fußball verkauft keine Autos.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, Bild