Kampf ums Amt des Bürgermeisters: SPD-Kandidat Axel von der Ohe will wieder zurück ins Rathaus
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Jahrzehntelang war die Stadt fest in SPD-Hand – entsprechend groß sind jetzt die Erwartungen an Axel von der Ohe. Aktuell ist der 49-Jährige Ordnunsdezernent der Stadt Hannover und Stellvertreter von Oberbürgermeister Belit Onay (Bündnis '90/Die Grünen). Dem Mann, dem er jetzt das Amt abjagen will. Aber kann das gut gehen? Und welche Inhalte stehen bei ihm ganz oben auf der Agenda?
,,Schön, dass Sie drangeblieben sind. Weiter geht's mit RTL Nord. Und da sind wir jetzt mittendrin im Endspurt zum Kommunalwahlkampf am Sonntag, am 13. September. Da wird ja in den Kommunen und Gemeinden gewählt. Und da wollen wir jetzt im Blick noch mal ganz besonders auf die Landeshauptstadt richten im Kampf ums Rathaus in Hannover. Da haben wir ihn ja gestern den Kandidaten der CDU vorgestellt. Heute geht es nun um den Mann, der für die SPD ins Rennen geht. Und das dürfte für Axel von Deroe noch mal eine ganz besondere Bürde sein. Denn jahrzehntelang war die Stadt fest in SPD Hand. Entsprechend groß sind jetzt also die Erwartungen. Aktuell ist der 49-jährige Finanz und Ordnungsdezernent der Stadt Hannover und Stellvertreter von Oberbürgermeister Belit Onay, also dem Mann, dem er jetzt das Amt abjagen will. Aber kann das gut gehen? Einerseits Kollegen, andererseits Konkurrenten. Streit und Konflikte dürften da ja fast schon vorprogrammiert sein. Fragen wir doch direkt mal nach, denn ich freue mich sehr, dass er heute Abend bei uns im Studio ist. Ganz herzlich willkommen Axel von der Ohe schönen guten Abend!"
,,Herzlichen Dank für die Einladung."
,,Herr von der Ohe, als Ordnungsdezernent arbeiten Sie im Rathaus ja eng mit Belit Onay zusammen. Gleichzeitig sind Sie natürlich jetzt Konkurrenten. Letztendlich wollen Sie ja seinen Job haben. Wie gut funktioniert das? Ist eine Zusammenarbeit überhaupt möglich?"
,,Ich werde das, offen gesprochen, verhältnismäßig oft gefragt. Und dabei ist es gar nicht so kompliziert. Belit Onay hat ein öffentliches Amt. Ich habe ein öffentliches Amt. Und aus diesen Ämtern, da entsteht auch eine Verpflichtung, nämlich professionell zusammenzuarbeiten. Das haben wir die letzten Jahre gemacht. Das machen wir auch jetzt in der Situation so, wie sie ist. Und das schließt nicht aus, dass wir unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wie wir diese Stadt weiterentwickeln wollen, welche Schwerpunkte wir setzen wollen. Man nennt das auch Demokratie. Darüber ringen wir gegenwärtig. Ich finde, wir kriegen das ordentlich miteinander hin. Das ist ein fairer Umgang, und so soll das auch bleiben. Auch die nächsten zweieinhalb Wochen."
,,Trotzdem gab es ja nun gerade auch reichlich Streit um den Haushalt. Sie haben den Haushaltsentwurf Ihres Chefs also von Belit Onay, in wesentlichen Teilen abgelehnt und sich damit ja eindeutig auch gegen ihn gestellt, was auch ein ziemlich einmaliger Vorgang in der Kommunalpolitik ist. Machen Sie da Wahlkampf zulasten der Bürgerinnen und Bürger?"
,,Im Gegenteil. Erst mal ist es so Ich habe den eigentlichen Haushalt mitgetragen. Ich habe aber eine Verantwortung dafür, dass die Finanzen der Stadt auch für die Zukunft in Ordnung bleiben oder besser gesagt wieder in Ordnung kommen. Und vor allem, dass die Stadtverwaltung im Ganzen handlungs und leistungsfähig wird. Und ich habe gesagt Wir müssen den Trend unterbrechen, dass wir immer mehr Personal aufbauen, dass wir kaum noch finanzieren können und dass wir ehrlich gesagt auch kaum noch gewinnen können, wenn wir Stadt gestalten wollen, wenn wir dafür sorgen wollen, dass sozialer Zusammenhalt entsteht, dass wir gute Schulen haben, dass wir investieren können in Sport und Kultur. Dann müssen wir gucken, dass der eigene Apparat nicht zu groß, nicht zu teuer wird. Das war der Punkt, über den wir in der Tat uns auseinandergesetzt haben. Ich habe meine Verantwortung an der Stelle wahrgenommen, und das werde ich auch in Zukunft so tun."
,,Nun tragen Sie ja bereits auch schon Verantwortung für die Stadt. Seit vielen, vielen Jahren gelten neben Billettone auch als einer der mächtigsten Männer im Hannoverschen Rathaus. Was aber unterscheidet sie? Oder geht es am Ende dann genauso weiter?"
,,Die Leute können sich darauf verlassen. Es geht nicht genauso weiter. Im Moment, wenn man in Hannover unterwegs ist, dann sieht man auf manchen Wahlplakaten, auf denen von Belit Onay vor allen Dingen ein Weiter so! Ich finde, weiter so ist nicht ambitioniert genug. Wir müssen mehr machen, besser werden und das Ganze geht los für mich mit der Frage Was ist eigentlich die Rolle eines Oberbürgermeisters? Ich will ein Oberbürgermeister sein für die ganze Stadt. Das bedeutet für mich am acht und 20. September auch einen Rollenwechsel. Ich bin dann nicht mehr Wahlkämpfer. Ich bin auch nicht als erstes Oberbürgermeister der SPD, sondern ich bin ein Oberbürgermeister für alle Menschen in Hannover. Für die, die mich gewählt haben, genauso wie für die, die mich nicht gewählt haben. Und ich will einer sein, dessen Perspektive nicht an den Grenzen der Innenstadt endet. Wir haben 51 Stadtteile, die haben alle verdient, dass sie gleichermaßen im Mittelpunkt von Politik stehen. Dafür trete ich an!"
,,Nun steht die Landeshauptstadt ja auch vor großen Herausforderungen, die Sie als Oberbürgermeister noch bewältigen müssen. Neben dem Wohnungsbau, steigenden Mieten ist das vor allem das Thema Sicherheit. Wir wollen uns das eben noch mal ganz kurz anschauen."
,,Das Unsicherheitsgefühl in Hannover wächst. Vor allem in der Innenstadt und rund um den Bahnhof fühlen sich viele Menschen zunehmend unwohl. Laut Kriminalstatistik gehört die Landeshauptstadt im bundesweiten Vergleich zu den unsichersten Städten Deutschlands. Vor allem die Zahl der Messerangriffe liegt weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Stadt reagiert mit zusätzlichen Kontrollen und Waffenverbotszonen. Aber reicht das am Ende aus?"
,,Herr von der Ohe, das ist ja ein Problem, was viele Städte bei uns in Niedersachsen betrifft. Wie aber wollen Sie Hannover wieder sicherer und vor allem auch lebenswerter machen?"
,,Das erste ist Ich weiß, dass ich weiß, wie die Menschen unsere Innenstadt den Bereich rund um den Bahnhof erleben. Und ich weiß, dass sich viele nicht sicher genug fühlen in diesem Bereich. Frauen, Ältere, aber auch viele Jugendliche, die uns das zurückspiegeln. Und deswegen haben wir gehandelt. Wir haben gerade gesprochen über Waffenverbotszonen, wir bauen Videoüberwachung aus in der Innenstadt, wir haben eingerichtet Quattrostreifen, nennen wir das also gemeinsame Streifen von Bundespolizei, Landespolizei, städtischen Ordnungsdienst, auch privaten Sicherheitsdiensten. Und das zeigt auch Wirkung. Wir sehen, dass die Straftaten zurückgehen. Ich sage nicht, wir sind damit zufrieden. Die sind immer noch auf einem zu hohen Niveau. Aber der Trend ist richtig. Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Deswegen Wir werden das ganz konsequent fortsetzen, weil das, was ich eben gesagt habe, Oberbürgermeister für die ganze Stadt heißt. Auch alle Menschen müssen sich an allen Orten in Hannover sicher fühlen können. Das ist eine ganz wichtige Aufgabe für uns."
,,Sie haben es eben schon selbst angesprochen. Zur Wahrheit gehört ja auch, dass Sie beim Thema Ordnung und Sicherheit ja eigentlich genau in Ihrem Bereich sind als Ordnungsdezernent. Also ein Bereich, den Sie schon seit Jahren verantworten. So richtig gut hat das bisher ja offenbar nicht geklappt, sonst wäre die Situation nicht, wie sie ist. Was wollen Sie denn ausgerechnet jetzt aber besser machen?"
,,Ich glaube, es ist wichtig, dass wir erst mal unterscheiden zwischen dem, was passiert objektiv. Und wie erleben die Menschen die Entwicklung? Und man muss feststellen, dass das, was real passiert, nur mit Verzögerung auch im Sicherheitsempfinden der Menschen sich widerspiegelt. Wir haben die Leute in Hannover gefragt 2023 Wie sicher fühlt ihr euch in Hannover? Und die Rückmeldung war Wir fühlen uns nicht sicher in der Innenstadt. Daraufhin haben wir Maßnahmen ergriffen, präventive Maßnahmen. Wir haben soziale Unterstützung gestärkt, aber eben auch die Maßnahmen auf den Weg gebracht, die ich gerade angesprochen habe Waffenverbotszonen, Videoüberwachung, Quattrostreifen, mehr Präsenz von Ordnungs und Sicherheitskräften und in der Kriminalstatistik. Wenn Sie sich die Letzte angucken, dann sehen Sie, die Zahlen gehen runter. Zum Beispiel auch beim Thema Messerdelikte, das gerade gezeigt worden ist, noch nicht so, dass wir uns zurücklehnen. aber wir sind auf dem richtigen Weg. Und deswegen sage ich, wir müssen das konsequent genau so weiterentwickeln, dann wird das auch bei den Menschen ankommen."
,,Als möglicher künftiger Oberbürgermeister würde es dann ja auch nicht nur um das Thema Sicherheit gehen. Da sind die Erwartungen ja noch mal deutlich größer. Was qualifiziert Sie für dieses Amt? Wie gut könnten Sie dem gerecht werden?"
,,In der Tat, Es geht um weit mehr. Es geht um eine starke Wirtschaft und gute Arbeit. Es geht um Familienfreundlichkeit in der ganzen Stadt. Und es geht auch um Bezahlbarkeit, Bezahlbarkeit von Wohnen zum Beispiel. Ich bin einer, der jetzt eine ganze, ganze Zeit in Verwaltung, in Führung unterwegs gewesen ist. Ich habe die Erfahrung ich sage immer Oberbürgermeister, Das muss man nicht nur wollen, man muss das auch können. Das ist ein Stück weit auch ein Handwerk. Ich bringe das Handwerkszeug für die Aufgabe mit. Und ich glaube, ich bringe auch die Fähigkeit mit, zu den Menschen zu gehen. Wir haben Reden viel über Vertrauensverlust in diesen Tagen. Wir werden den nur auflösen können, wenn wir uns in den Alltag von Menschen kümmern. Und in den Alltag von Menschen können wir uns dann kümmern, wenn wir direkt mit ihnen in Kontakt sind, raus in die Stadtteile gehen. Das ist die erste Aufgabe von Oberbürgermeister Zuhören und Alltag besser machen."
,,Sagt Axel von der Ohe, der Kandidat der SPD. Ganz herzlichen Dank für Ihren Besuch hier bei uns im Studio."
,,Ich bedanke mich."










