Woran's noch scheitern könnte: Fehmarnbelt-Querung: In 2,5 Stunden von Hamburg nach Kopenhagen
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In zweieinhalb Stunden von Hamburg nach Kopenhagen: Die neue Fehmarnbelt-Querung soll das möglich machen. Ein riesiges Potential für die norddeutsche Wirtschaft und den Tourismus. Aber es gibt noch Unklarheiten.
Noch ist der Norden der Ostsee-Insel Fehmarn vor allem eines: eine gigantische Baustelle. Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard verschafft sich hier einen Überblick. Denn wenn der Tunnel unter dem Fehmarnbelt fertig ist, soll sich auch für Hamburg einiges verändern.
"Welche Bedeutung, welche Dimension hat dieses Großprojekt für Hamburg?"
Melanie Leonhard, SPD, Wirtschaftssenatorin
"Ich halte es für eines der wirklich relevanten Zukunftsprojekte für Hamburg, obwohl es nicht in Hamburg stattfindet. Denn es rückt sozusagen den skandinavischen Raum dichter an Norddeutschland heran."
18 Kilometer Wasser liegen zwischen Fehmarn und Rødby in Dänemark. Der Tunnel soll die Bahnfahrzeit von Hamburg nach Kopenhagen auf zweieinhalb Stunden halbieren. Mit dem Auto sollen es künftig nur noch rund dreieinhalb Stunden sein. Im Mai wurden die ersten Tunnelelemente abgesenkt. Fertig werden soll der Tunnel 2031 – zwei Jahre später als geplant.
Lars Friis Cornett, Femern A/S
"Bei allen Herausforderungen, die wir haben, muss man auch immer vor Augen halten, wie große Fortschritte wir gemacht haben. Und man sieht ja wirklich, wie dieses Projekt voranschreitet."
"Also es nimmt alles Form an, aber ja, wir brauchen noch etwas Geduld, bis die Gesamtstrecke fertig ist."
In Kopenhagen lotet eine Delegation der Hamburger Wirtschaftsbehörde mit der dänischen Industrie bereits heute eine engere Zusammenarbeit aus. Denn von kürzeren Transportwegen könnten im Norden viele Unternehmen profitieren.
Welche Bereiche sind denn aus dänischer Sicht in Hamburg spannend?
Andreas Wenzel, Deutsch-Dänische Handelskammer
"Hamburg ist natürlich ein wesentlicher und bedeutsamer Logistikstandort. Hamburg ist aber auch Industriestadt. Deswegen auch natürlich interessant bei den Themen der Grünen Transformation der Industrie. Hamburg ist aber auch interessant als Standort beim Thema Life Science auch für die Ernährungswirtschaft, also eine ganze Reihe und Bandbreite an Themen, die da eine große Rolle spielen."
Auch der Hamburger Tourismus hofft auf die neue Verbindung. Im Großraum Kopenhagen und im angrenzenden Südschweden leben rund 4,5 Millionen Menschen – und Hamburg wird für sie künftig deutlich schneller erreichbar.
Michael Otremba, Hamburg Tourismus GmbH
"Für uns ist Dänemark jetzt schon der wichtigste internationale Quellmarkt mit 144.000 Übernachtungen pro Jahr circa. Schweden ist da noch deutlich zurück. Das heißt, wir sehen durchaus Potenzial, noch mehr dänische, skandinavische, schwedische Gäste in Hamburg begrüßen zu können"
Aber auch in Richtung Skandinavien wird für alle Norddeutschen das Reisen mit dieser neuen Verbindung deutlich schneller.
Bastian Vollmer , Reporter
"Nur zweieinhalb Stunden Fahrzeit mit dem Zug. Das eröffnet auch Hamburgern künftig ganz neue Möglichkeiten, zum Beispiel für einen spontanen Wochenendtrip hier nach Kopenhagen. Auch internationale Touristen zum Beispiel aus den USA, könnten künftig von Hamburg aus ihre Reise nach Skandinavien starten."
Viel Potenzial also. Doch der Tunnel allein reicht nicht. Damit die Verbindung tatsächlich schneller wird, müssen auf deutscher Seite viele Kilometer Schiene in Schleswig-Holstein neu gebaut werden. Auch zwischen dem Festland und Fehmarn soll ein neuer Tunnel entstehen.
Melanie Leonhard, SPD, Wirtschaftssenatorin
"Am Ende ist es so, dass die Verfahren alle darauf abgestimmt sein müssen, dass es ineinander greift. Eine schwierige Entwicklung ist einfach, wenn ein ganzes Teilstück lange fertig ist, eine insgesamt Inbetriebnahme aber nicht erfolgen kann, weil an irgendeiner Stelle ((zum Beispiel durch lange Klack Verfahren, langsames Planrecht und dergleichen mehr)) Bauarbeiten noch nicht losgegangen sind und wir unnötige Zeit vergeht. Das wäre sehr schade"
Ob die deutsche Schienenanbindung rechtzeitig fertig wird, ist derzeit allerdings offen. Die Deutsche Bahn gibt an, mit Hochdruck an dem Projekt zu arbeiten – einen konkreten Fertigstellungstermin nennt sie noch nicht.
"Wie sieht der Zeitplan für dieses Großprojekt ganz konkret aus?"
Ute Plambeck, Regional Managerin Deutschen Bahn
"Gemeinsam mit den dänischen Partnern haben wir uns. Oder hat die Bundesrepublik Deutschland sich mit dem Königreich Dänemark verständigt, bis Ende diesen Jahres nach den Erfahrungen auch der Absenkung der ersten Elemente im Fehmarnbelt auf einen neuen gemeinsamen Zeitplan zu verständigen. Das heißt, dass der neue Zeitplan ist gerade in Arbeit."
Beim Blick auf den Fehmarnsund braucht es heute jedenfalls noch etwas Fantasie, um sich vorzustellen, dass auch hier in einigen Jahren ein Tunnel verlaufen soll.



