Herr Klitschko, Sie kommen jetzt gerade aus der Ukraine. Am Donnerstag startet hier bei uns in Hamburg mit Red Storm Charly eine Übung, um Militär und Zivilgesellschaft widerstandsfähiger gegen Krisen und Herausforderungen zu machen. Was würden Sie sagen? Was kann Deutschland da vielleicht ganz konkret auch von der Ukraine lernen?
Putins Russland ist nicht zu unterschätzen. Und man muss dafür bereit sein. Europa muss dafür bereit sein, einfach sich zu wehren. So war es in der Ukraine, so haben wir uns eingestellt. Wir wollen unabhängig bleiben von Russland. Wir wollen Demokratie in unserem Land haben. Man muss dranbleiben. Man muss auch abgucken, was gerade in moderner Kriegsführung abgeht zwischen Russland und der Ukraine. Und diese Veränderungen muss man implementieren, auch für den eigenen Schutz. Und natürlich wie in der Ukraine sind bereit, Deutschland diese Kenntnisse geben und wir teilen es gern mit unseren Alliierten.
Sie haben leider, ja schmerzhaft, sehr, sehr viele Erfahrungen machen müssen. Sie setzen sich einerseits natürlich dafür ein, dass die Ukraine gestärkt wird, dass wir auch aufmerksam werden auf die Gefahren, die da lauern. Sie setzen sich aber auch dafür ein, dass die Menschen resilienter werden. Was würden Sie sagen, Wie resilient sind denn die Menschen in der Ukraine? Und wie kann man das Lernen stärken?
Resilienz. Es ist ein Wort, aber natürlich mit einer tiefe Bedeutung. Ein Resilienz heißt nicht aufgeben. Und es ist eine unglaubliche Herausforderung, im Krieg weiter zu funktionieren. Nicht nur leben, sondern sich verteidigen. Dass das die Kinder weiter in die Schule gehen, dass das man mehr oder weniger während des Krieges noch ein normales Leben führen kann, trotz tagtägliche Angriffe. Es ist nicht mehr in der Nacht. Es ist 247 Tage die Woche, 365 Tage.
Ihr Bruder ist Bürgermeister in Kiew. Sie sind häufig dort. Wie schaffen Sie das? Wie schafft er das? Wie schaffen die Menschen da Resilienz zu bleiben? Vielleicht auch Sie persönlich.
Wir stehen gemeinsam. Es ist ganz wichtig, gemeinsam zu sein. Es ist ganz wichtig, einander zu unterstützen. Wenn Sie in der Ukraine sind, dann haben Sie das Gefühl, Sie kennen die Menschen um sie nicht. Aber Sie haben das Gefühl, wenn irgendwas passiert. Sie werden unterstützt, sie werden geholfen. Und was wichtig ist auch, dass man selbst auch bereit, den anderen zu helfen.
Wenn Sie sehen, wie die Menschen in der Ukraine jeden Tag den Ernstfall erleben. Und wir hier in Deutschland, hier in Hamburg die Krise proben. Was würden Sie sagen, Wie gut sind wir denn wirklich auf eine Krise vorbereitet? Und was fehlt noch? Vielleicht an Vorbereitung, aber auch im Kopf der Menschen.
Ich glaube, es ist enorm wichtig, die Digitalisierung auf einer Seite. Man verbindet bei verschiedenen Ländern an den Kindern weniger an die Gadgets zu setzen und in Social Media zu sitzen. Aber ich rede gerade nicht über die. Apps, sondern ich rede über die Digitalisierung, weil ich glaube, Digitalisierung hilft uns wahnsinnig schnell ein Problem zu finden und darauf zu reagieren. Ist das genug, die Frage. Es ist nie genug, solange die Kriege und die Gefahren, die sich kontinuierlich ändern, dass man sich immer wieder an diese Kriege und Gefahr und mehr anpassen muss. Also diese Anpassung muss immer wieder stattfinden. Diese gewisse Agilität muss immer wieder stattfinden, weil Evolution auch im Krieg oder in den Herausforderungen bleibt nicht stehen.
Und Sie werden weiterhin ein großer, eine große Hilfe sein, dass wir weiterhin aufmerksam darauf bleiben. Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit und alles Gute für Sie. Danke schön. Danke.