Die Plakate der Schülerinnen und Schüler am REBBZ Harburg sehen durch die bunten Farben zunächst fröhlich aus. Doch die Botschaften darauf sind das Gegenteil. Sie zeigen, wie viel Angst die Kinder vor Ort haben.
Ich hatte schon Angst, wo das so passiert ist. Wir hatten alle Panik, und wir haben jetzt in dem Moment gedacht: Was sollen wir jetzt tun?
Ich habe Angst. weil das ist auch mein Schulweg. Dann habe ich Angst, dass ich vielleicht getroffen werde.
Ich bin da schon mittlerweile dran gewöhnt, weil das ist hier regelmäßig so was. Manchmal kommt ja auch richtig viel Polizei. Und wir wissen gar nicht.
Konkret geht es um die immer wieder vorkommenden Vorfälle rund um die Drogenhilfeeinrichtung Abrigado. Diese liegt nur wenige Meter von der Schule entfernt. Erst am vergangenen Freitag und Montag fallen vor der Einrichtung und somit auch vor der Schule sogar Schüsse, einem Mann wird dabei ins Bein geschossen. Die Kinder beruhigt zur Schule gehen lassen, laut Eltern nicht mehr möglich.
Ja, man hat Angst um das Kind und sie beruhigt zur Schule lassen, das geht überhaupt nicht mehr.
Ich habe mein Kind zu Hause gelassen. Viele Eltern haben ihre Kinder zu Hause gelassen. Aber wer kann das heutzutage? Die Eltern müssen arbeiten.
Neben dem Kind von Jeannette Lienert sind laut Elternrat zwei Drittel der Kinder in dieser Woche nicht zur Schule gekommen. Seit Langem fordern die Eltern das Abrigado zu verlegen, bislang ohne Erfolg.
Wir haben vor zwei Jahren mit der Schule am Park zusammen auch mit Politikern, Polizei, Behörden zusammengesessen. Wir wurden vertröstet, wir wurden belächelt. Uns wurde viel versprochen.
Umgesetzt wurde bislang noch nichts. Doch laut Sozialbehörde der Stadt Hamburg steht eine Verlegung des Abrigados bereits fest. Da das neue Gebäude jedoch erst gebaut werden muss, die Baugenehmigung liegt schon vor, wird es erst im 4. Quartal 2028 zum Umzug kommen, stand jetzt. Die Stadt prüft aktuell, ob die Verlegung auch schneller umgesetzt werden kann. Bis dahin gibt es zusätzliche Maßnahmen wie eine höhere Polizeipräsenz vor Ort.