Seit seiner Jugend bekämpft Knut Sierk Waldbrände. Früher als Feuerwehrmann und heute als Leiter der Niedersächsischen Waldbrandzentrale in Lüneburg. Mit neuester Technik.
,,Wir haben Sensorstandorte. Die Sensoren, das sind Kameras, die an hohen Masten angebracht sind. Die haben einen Rundumblick 360 Grad, und die drehen sich permanent. Und sie machen ständig Bilder und vergleichen diese Bilder miteinander. Und sobald irgendwas auffällig ist, was Rauch sein könnte, schlägt das System automatisch Alarm. Hier ploppt eine Alarmmeldung auf."
Mit seinem dreiköpfigen Team trägt er große Verantwortung: Die KI der insgesamt 18 Kameras in den besonders bedrohten Waldgebieten in Niedersachsen liefert am Tag rund 1.500 Meldungen, die das Team auswerten muss. Im schnitt Rund vier pro tag davon stellen sich tatsächlich als Brände heraus, die die waldbrandzentrale den örtlichen Feuerwehren meldet. Wegen der Hitzewelle sind sie heute in besonderer Alarmbereitschaft.
Laut Deutschem Wetterdienst ist die Gefahr in Lüchow und Soltau heute sehr hoch, in vielen Gebieten Niedersachsens hoch. Und tatsächlich:
,,Hier habe ich eine konkrete Alarmmeldung, die das System hier gerade übermittelt hat. Es steht hier über den Baumwipfeln. Ein Rauchpilz, und das sieht mir nach einem Waldbrand aus. Das muss ich jetzt eben einmal untersuchen. Ich werde mal umschalten auf Farbe. Auch das. Weißer Rauch. Das sieht eben so aus, als wenn Feuchtigkeit verdampft. Das ist auch typisch für einen. Für einen Waldbrand. Ich werde hier eine Brandmeldung fertig machen."
Die meisten Waldbrände sind menschengemacht - durch Unachtsamkeit in der Natur.
,,Hier ist tatsächlich schon das Moos so ausgetrocknet, das staubt regelrecht. Wir sehen, das Gras aus diesem Jahr geht schon in die Welke über. Wir haben hier trockenes Reisig. All dieses Material ist brennbar. Und wenn jetzt hier der zündende Funke reinkommt, entwickelt sich hier erst mal ein relativ kleines Bodenfeuer. Und das fängt an zu laufen. Mit dem Wind läuft es dann hier weiter, so kann das Feuer langsam hochklettern. Wie über eine Leiter kann das Feuer bis in die Baumwipfel steigen. Und wenn das da angekommen ist, dann ist es für die Feuerwehr ganz, ganz schwer zu beherrschen."
Deswegen mahnt auch das Landwirtschaftsministerium heute: Kein offenes Feuer und Rauchverbot in und um Wälder!
Und: wer einen Brand in der Natur bemerkt, solle immer sofort die Feuerwehr alarmieren. Denn auch wenn die Waldbrandzentrale viele Brände entdecken kann - überall sind ihre Augen längst noch nicht.