Schneeweiße Federn, blutroter Kamm. Gestatten: Prachtgockel Willi!
„Hund ist out, man hat jetzt Hahn."
Und das bereits seit einem Jahr, als ein Schicksalsschlag die beiden zusammenführt. Willis Mutter stirbt kurz nach seiner Geburt – Sibylle ist seine Retterin.
„Nachdem er dann alleine war, habe ich ihn halt auch zu mir genommen und nicht irgendwo unter eine Lampe gelegt. Und damit war ich seine Glucke und unentbehrlich für die ersten Wochen."
Musik verbindet die beiden und der Gockel achtet akribisch auf jeden Ton.
Doch Willi war nicht schon immer Willi!
„Es war eben ein weißes Küken und das habe ich dann Wilma getauft, weil natürlich die Idee war: Du bist bitteschön eine Henne."
Wilma ist also Willi – und das Tier hat einen weiteren Haken: Stubenrein ist es leider nicht.
„Meistens habe ich das Glück, dass es irgendwo da ist, wo es ja eben ausgelegt ist für ihn im Haus."
Raus aus dem Haus – rein ins Stadtleben: Selbstverständlich möchte Sibylles tierischer Mitbewohner auch mal etwas von der Welt sehen. Doch Willi kann auch störrisch sein.
„WILLI! KOMM SCHNELL! Komm! Einsteigen und losfahren. Komm. Komm. Los jetzt."
Großstadt-Gockel Willi braucht keine Leine – er stolziert einfach hinter Sibylle her. Ein ungewöhnliches Bild!
„Man merkt, dass der von Menschenhand großgezogen ist. Sonst würde der das ja nicht machen."
„Das ist sehr ungewöhnlich. Aber toll. Ich finde es toll."
„Na ja, ob Hahn, Hund oder Katze, das ist ein Haustier. Dann halt. Also ich finde da nichts Ungewöhnliches dran."
Für Sibylle ist und bleibt Willi der Hahn im Korb. Sie trägt ihren gefiederten Mitbewohner sprichwörtlich auf Händen – und die beiden gehen gemeinsam durchs Leben.