Sommerferien in Niedersachsen. Für viele Familien ist die Abkühlung im Schwimmbad aktuell Pflichtprogramm. Doch für die Nichtschwimmer, gilt hier im Tropicana in Stadthagen seit dem 14. Juli eine Schwimmhilfen-Pflicht. Für viele Besucher und Besucherinnen aus gutem Grund.
Generell finde ich es gut, weil man doch eben oft genug sieht, dass Kinder ohne Schwimmflügel unbeaufsichtigt in den Becken herumspringen, rumlaufen.
Wir haben den Vorteil, dass wir die Kinder dann gleich viel besser sehen können durch die leuchtenden Schwimmflügel.
Für Geschäftsführerin Kerstin Klotz hat die Sicherheit oberste Priorität. Alleine im Juni sind in Niedersachsen acht Menschen ertrunken.
In Seen besteht besondere Gefahr. Aber auch viele Indoor Bäder, wie hier in Stadthagen, müssen reagieren - hier mit der Schwimmflügel-Regel.
Wir beobachten die derzeitige Situation der Badeunfälle bundesweit und haben auch hier festgestellt, dass die Aufmerksamkeit der Eltern etwas nachgelassen hat, also auch die Kinder nicht mehr so beaufsichtigt werden wie vor ein paar Jahren noch. / Es gibt viele Eltern, die passen auf ihre Kinder auf. Aber wir haben auch viele Eltern, die abgelenkt sind durch Nutzung von Mobiltelefonen, die einfach auch vielleicht zu viele Nichtschwimmerkinder haben.
Doch die Regel stößt auch auf kritische Stimmen: Die Schwimmflügel würden eine trügerische Sicherheit vermitteln. Schwimmflügel seien eher Auftriebshilfe, keine Rettungsmittel.
Die Kritik habe ich auch schon des Öfteren gehört. Aber es ist ja so natürlich kann das passieren, aber wir greifen ja ein. Also wir sind ja noch menschliches Personal hier und wir sehen das.
Auch die DLRG betont:
Nichtschwimmer sollten immer in Armreichweite beaufsichtigt werden, auch beim Tragen von Auftriebshilfen wie Westen und Schwimmflügeln... Am Wasser spielende Kinder sind immer durchgehend zu beaufsichtigen.
Die Debatte zeigt: Schwimmflügel können zwar helfen und Aufsichtspersonal entlasten - ersetzen aber nie den Blick der Eltern.