Sechs Tote in Jugendeinrichtung: Augenzeugen schildern die grausamen Minuten in Stade
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Hilfeschreie, Schüsse und panische Flucht: Augenzeugen berichten, wie sie die Bluttat in der Jugendhilfeeinrichtung in Stade erlebt haben. Das Video zeigt die dramatischen Minuten, die Festnahme des mutmaßlichen Schützen und den aktuellen Stand der Ermittlungen.
Sechs Menschen sind tot, womöglich nur, weil sie helfen wollten, vermitteln im Streit ums Sorgerecht.
Kathrin Schuol, Polizeipräsidentin Lüneburg: "Auf grausame Art und Weise erschossen."
Daniela Behrens, Innenministerin Niedersachsen: "Eine extrem kaltblütige Gewalttat."
Es fallen Schüsse mitten am Tag in einer ansonsten so friedlich scheinenden Straße. Davor dringen Hilfeschreie aus der Einrichtung für junge Mütter und ihre Kinder.
Vöxe Augenzeugen: "Haben wir gehört. Hilfe, glaube ich, Ein sehr lauter Ruf. Und dann ein, zwei Schüsse und dann hinterher Brrrrrr."
"Ich war zu Fuß mit meinen zwei kleinen Kindern. Ich bin nur weggerannt. Als ich die Schreie gehört habe, bin ich weggerannt. Es war schrecklich."
Vier Menschen sterben sofort. Ein weiterer im Krankenwagen, einer im Krankenhaus. Sie alle waren Mitarbeiter der Einrichtung und sie alle waren beim Sorgerechtstermin dabei. Vier Frauen und zwei Männer. Der mutmaßliche Schütze flüchtet in einem Mercedes AMG am Steuer. Eine Frau, die laut Polizei zu seinem Familienumfeld gehört.
Augenzeuge: "Im nächsten Moment hörte man dann schon einen Polizisten ganz laut schreien Anhalten, stopp Und ja, und dann fielen die Schüsse. Also das heißt, dann hat der Polizist, der dort auf der anderen Straßenseite war, mit einer Maschinenpistole auf das Auto geschossen."
Die Polizei nimmt sofort die Verfolgung auf. Auf einer Landstraße bleibt der Fluchtwagen mit zerschossenen Reifen stehen. Der mutmaßliche Täter wird festgenommen.
Kathrin Schuol, Polizeipräsidentin Lüneburg: "Es handelt sich um einen 45-jährigen, in Deutschland Geborenen und wohnhaft im Raum Hannover Mann. Er hat türkische Wurzeln. Es liegen zu ihm polizeiliche Erkenntnisse vor, unter anderem aus dem Bereich Bedrohung."
Mehrere Medien berichten von Verbindungen zum kriminellen Miri Clan. Bestätigen wollte die Polizei das aber bislang nicht. Heute soll der Mann dem Haftrichter vorgeführt werden.
Lena Kruse, RTL-Reporterin: "Mehrere Medien berichten heute, dass nicht nur der Tatverdächtige, sondern auch die Kindesmutter nur unter Aufsicht bei ihrem Kind sein durfte, weil das Jugendamt das drei Monate alte Kind aus der Familie genommen haben soll. Die Mitarbeiter der Kinder und Jugendhilfe und des Jugendamtes sollen außerdem schon vor dem Gespräch mit dem Tatverdächtigen besorgt gewesen sein und deshalb geplant haben, das Gespräch mit mehr Mitarbeitern als eigentlich üblich zu führen. Bestätigt ist das bislang aber noch nicht. Von einem normalen Leben kann man hier vor Ort eigentlich noch überhaupt nicht sprechen. Der Tatort ist weiterhin großräumig abgesperrt. Es sind zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort und es kommen immer wieder Menschen hierher, die Blumen niederlegen, die Kerzen anzünden, die in Tränen ausbrechen, weil sie einfach nicht begreifen können, was hier gestern passiert ist."
