Benzin, Butter, Brot oder Fleisch

So viel länger müssen wir jetzt für unsere Ausgaben arbeiten

Mehrarbeit für den Wocheneinkauf Inflation
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Inflation
Mehrarbeit für den Wocheneinkauf

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Die steigenden Preise sehen wir jeden Tag auf dem Kassenzettel. Aber wie viel länger müssen wir für die höheren Ausgaben tatsächlich arbeiten? Eine Studie rechnet uns genau das vor. Zum Beispiel: Für eine Tankfüllung müssen wir eine Stunde länger arbeiten als noch vor drei Jahren.

Mehrarbeit für den Lebensmitteleinkauf

Wir kaufen ein Mischbrot, Butter, ein Steak und müssen dafür neun Minuten länger arbeiten als noch vor drei Jahren. Das geht aus einer Rechnung hervor, die das Institut der deutschen Wirtschaft aufgemacht hat. Neun Minuten klingt erst einmal nicht viel, aber auf das Jahr gesehen kommen dabei schon fast acht Stunden zusammen – allein für diese drei Produkte.

Noch schlimmer sieht es bei den Energiepreisen aus. Beim Tanken und beim Strom kommen hier bereits deutlich mehr Stunden zusammen. Alleine für eine Tankfüllung müssen die Deutschen im Schnitt eine Stunde länger arbeiten. Für 200 Kilowattstunden Haushaltsstrom müssen sie 40 Minuten mehr arbeiten als noch im Jahr 2019.

Lese-Tipp: Ausgerechnet bei Kinderspielzeug ziehen die Preise an – Inflation im November bei 10 Prozent

Durchschnittliche Zeit, die man für ein Produkt arbeiten muss

Produkt

20192022
Markenbutter 250 g00:06 Std.00:08 Std.
Rindfleisch 1 kg00:30 Std.00:36 Std.
Mischbrot 1kg00:10 Std.00:11 Std.
Haushaltsstrom 200kWh03:36 Std.04:16 Std.
Benzin 60l04:36 Std.05:30 Std.
Herrenschuhe04:09 Std.03:59 Std.
Damenkleid05:01 Std.04:39 Std.
Flaschenbier 0,5l 00:03 Std.00:03 Std.
Waschmaschine 20:18 Std.18:60 Std.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft

Die hohe Inflation frisst die Kaufkraft: Lohnverlust liegt bei 5,7 Prozent

Verbraucherinnen und Verbraucher haben also anhand der steigenden Preise deutlich weniger in der Tasche, zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im dritten Quartal waren die Einkommen zwar nominal 2,3 Prozent höher als das Jahr zuvor, aber im selben Zeitraum sind die Preise viermal so stark gestiegen. Das bedeutet einen Lohnverlust von 5,7 Prozent. Dies ist der höchste Verlust seit Einführung der Statistik im Jahr 2008.

Immerhin ist nicht alles im gleichen Maße teurer geworden. Weniger arbeiten als noch vor drei Jahren müssen die Deutschen etwa für Herrenschuhe und Damenkleider. Das Feierabendbier gibt es heute wie 2019 für drei Minuten Arbeit, technische Produkte wie Fernseher und Waschmaschine sind sogar erschwinglicher geworden.

Eine gute Nachricht gibt es heute auch von den Unternehmen: Der Anteil der Unternehmen, die Preissteigerungen planen, geht zurück. Das zeigt eine Umfrage des Münchener Ifo-Instituts. (mtr)

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