Preiserhöhungen angekündigt

Aldi Nord streicht offenbar Pepsi-Produkte aus dem Sortiment

Pepsi-Flaschen im Regal eines Supermarktes
Pepsi ist bei Aldi Nord offenbar nicht mehr erhältlich.
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Die Preiserhöhungen von Markenherstellern bleiben nicht ohne Konsequenzen. Nachdem der Streit zwischen Coca-Cola und Edeka sogar deutsche Gerichte beschäftigt, zieht Aldi Nord Konsequenzen und nimmt Produkte von Pepsico zunächst aus dem Sortiment.

Pepsi, Lay's-Chips, Lipton-Eistee oder Schwip Schwap werden bald teurer

Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, erhöht Pepsico ab 1. Oktober die Preise. Der Lebensmittelhersteller hat Marken wie Pepsi, Lay's-Chips, Lipton-Eistee oder Schwip Schwap im Angebot. Als Gründe für die Preiserhöhung gibt der Konzern nicht nur gestiegene Energie- und Logistikkosten an. "Auch sehen wir eine Knappheit von wesentlichen Rohstoffen wie Kohlensäure vorher, welches zu weiteren Kostenanstiegen führen wird", zitiert die „Lebensmittel Zeitung“ den Snack- und Getränkeriesen. Tatsächlich gibt es derzeit eine Kohlensäure-Knappheit, erste Getränkehersteller mussten deswegen bereits Teile der Produktion einstellen.

Allerdings hat die geforderte Preiserhöhung Konsequenzen, die Pepsico weniger gefallen dürfte: Aldi Nord scheint die Produkte des Herstellers aus dem Sortiment zu nehmen. Laut der „Lebensmittel Zeitung“ wird der Bestand an Pepsi-Produkten bei dem Discounter immer geringer. Außerdem habe Aldi Nord die Prodkte von Pepsi und Co. aus der Sortimentsübersicht auf seiner Onlineseite gestrichen. Aldi Nord wollte sich auf Anfrage der „Lebensmittel Zeitung“ nicht zu der Auseinandersetzung äußern, „aus Respekt unseren Handelspartnern gegenüber.“

Streit zwischen Edeka und Coca-Cola wegen Preiserhöhung eskaliert

Doch nicht nur Pepsico dreht an der Preisschraube, Coca-Cola hat bereits zum 1. September die Preise für den Handel erhöht. Dabei kam es zu Differenzen mit Edeka, der Supermarkt-Riese wollte die Preiserhöhung offenbar nicht im geforderten Umfang mitgehen. Der Streit landete sogar vor Gericht, weil Coca-Cola die Belieferung von Edeka kurzzeitig eingestellt hatte. Das Ergebnis: Laut Beschluss des Gerichts muss Coca-Cola bis Ende September Edeka weiter zum alten Preis liefern. Laut dem Landgericht Hamburg konnte Edeka zunächst glaubhaft machen, "dass die von Coca-Cola geforderte Preiserhöhung wahrscheinlich unangemessen ist." Coca-Cola nutze mit der Preisvorgabe und der Durchsetzung mithilfe des Lieferstopps "eine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich aus", erklärten die Richter.

Zwischen Pepsico und Edeka gab es übrigens Ende 2021 ordentlich Zoff. Der Händler strich zunächst das gesamte Sortiment aus seinem Angebot. Immerhin konnte man sich wieder einigen.

Die Verhandlungen zwischen Markenherstellern und Händlern werden offenbar härter als je zuvor geführt. Hersteller stellen die Lieferung von Supermärkten ein, Händler streichen ganze Produktpaletten aus dem Sortiment. Im Kampf um den Preis könnte es aber einen ganz großen Verlierer geben: den Kunden.

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