MSC-Aufsichtsratschef besucht Meyer WerftMitarbeiter überglücklich: „Das hat mich schon beinahe zu Tränen gerührt”

Marlon Dierks (links) und Pierfrancesco Vago (Mitte) zeigen den Daumen hoch in die Kamera.
Marlon Dirkes (links) und Pierfrancesco Vago (Mitte) zeigen den Daumen hoch in die Kamera.
Lars Penning/dpa
von Sarina Sprengelmeyer, Juliana Schatzschneider und Nadine Schulz

Gutes Signal in Richtung Zukunft!
2024 stand die Meyer Werft kurz vor dem Aus. Der Bund und das Land Niedersachsen steigen als Gesellschafter ein, um die Traditionswerft zu retten. Jetzt soll ein Großauftrag der Schweizer Kreuzfahrtreederei MSC Cruises die Werft zurück auf Kurs bringen. Unterschrieben ist der Vertrag allerdings noch nicht. Am Dienstag (3. Februar) kam es zu einem Treffen aller Beteiligten in Papenburg.

Mitarbeiter sehen Zusammenarbeit positiv

Marlon Dirkes arbeitet als Rohrschlosser bei der Meyer Werft und ist Teil des Betriebsrates. Er ist einer von rund 100 Menschen der Belegschaft, die heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit den Aufsichtsratsvorsitzenden des Schweizer Unternehmens MSC Cruises, Pierfrancesco Vago, kennenlernen konnten. Von dem Rohrschlosser fällt eine große Last. ,,Ich muss ganz ehrlich sagen, das hat mich schon beinahe zu Tränen gerührt, was er da gesagt hat. Das war wirklich sehr positiv. Wir haben ein sehr gutes Gefühl und hoffen, dass das auch langfristig so bleibt”, sagt Marlon Dirkes im Gespräch mit RTL.

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Von dieser Positivität war man in Papenburg vor kurzer Zeit noch weit entfernt. Hinter der Belegschaft liegt eine bewegte Zeit. 2024 stand die Meyer Werft, die bekannt für den Bau von Kreuzfahrtschiffen ist, kurz vor dem Abgrund. Dann aber vor Weihnachten vergangenen Jahres die gute Nachricht: Die Traditionswerft erhält von MSC Cruises einen Auftrag im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro. Die Werft soll neue Kreuzfahrtschiffe bauen. Die Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung. Mit dem Auftrag wäre die Meyer Werft bis 2035 ausgelastet.

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Ministerpräsident Lies reist auch nach Papenburg

„Unsere Auftragsbücher sind voll. Wir können unser Know-How wieder da einbringen, wo wir es am besten können, nämlich Kreuzfahrtschiffe bauen und entwerfen und entwickeln”, sagt Betriebsrätin Lina Rosenboom im Gespräch mit RTL. Auch sie war beim Kennenlernen mit Pierfrancesco Vago dabei. Dem Geschäftsmann sei es wichtig, Kontakt zur Belegschaft zu halten. Außerdem erkennt er die Fähigkeiten der Werft. „Weil die Meyer Werft die Technologie und die Fähigkeiten verfügt, ein derart komplexes Projekt zu realisieren (...)”, sagt der Aufsichtsratschef.

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Laut Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) wäre die Rettung der Werft ohne Bund und Land nicht möglich gewesen. Er betont, wie wichtig die Meyer Werft als Arbeitgeber für die Region und ganz Deutschland ist.

Bernd Eikens, Geschäftsführer der Meyer Werft, ist davon überzeugt, dass diese Kooperation zum Erfolg führen wird. Und das ist sicher die große Hoffnung aller, auch von Mitarbeiter Marlon Dirkes. Der Vertrag zwischen MSC und der Meyer Werft soll im Juni unterschrieben werden.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche