Jolina Mennen wird im Netz massiv angefeindet„Da hatte ich wirklich zeitweise Angst, alleine rauszugehen” 

Obwohl Jolina Mennen vorsichtiger auf ihren Social Media Profilen geworden ist, will sie sich nicht zurückziehen.
Obwohl Jolina Mennen vorsichtiger auf ihren Social Media Profilen geworden ist, will sie sich nicht zurückziehen.
RTL Nord

Schlimmste Beleidigungen und sogar Morddrohungen!
Hass im Netz betrifft Influencer, Politiker und ganz normale Nutzer gleichermaßen. Manchmal gehen die Attacken auf Influencerin Jolina Mennen so weit, dass sie Angst hat, vor die Tür zu gehen. Mit der Aktionswoche „Wir gegen Hass – die Woche für mehr Respekt im Netz” machen bremische Medien und Behörden gemeinsam auf die Folgen aufmerksam und zeigen, warum Wegsehen keine Option ist.

Influencerin Jolina Mennen im Dauerfeuer der Hater

Beleidigungen, Drohungen und persönliche Angriffe sind für Jolina Mennen kein Ausnahmefall. Die Bremer Influencerin, die ihre Geschlechtsangleichung öffentlich gemacht hat, wird im Netz vor allem für ihre Identität angefeindet. Mit wachsender Bekanntheit nehmen auch die Grenzüberschreitungen zu – bis hin zu konkreten Drohungen, die ihr zeitweise Angst machen, allein das Haus zu verlassen.

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Trotzdem zieht sie sich nicht zurück. Stattdessen schützt sie sich mit klaren Regeln, filtert Online-Hass konsequent raus und hält an dem fest, was ihr wichtig ist: dem Austausch mit ihrer Community. Sie fordert mehr Aufklärung darüber, wie tief Worte treffen können und dass auch im Internet Grenzen gelten. Ab welchem Punkt Jolina die Polizei einschaltet, sehr ihr im Video.

Warum Kinder im Netz nicht geschützt sind

Was Kinder und Jugendliche im Internet erleben, bleibt für viele Erwachsene unsichtbar und wird oft unterschätzt. Fast jeder zweite Jugendliche kommt laut JIM-Studie regelmäßig mit Hass im Netz in Kontakt. Beim Deutschen Präventionstag in Hannover spricht Psychologin Julia von Weiler vom Internet als ein „Brandbeschleuniger” für Gewalt und Hassrede, denn bislang ist das Internet für junge Nutzer alles andere als ein sicherer Ort.

Initiativen wie LOVE-Storm setzen deshalb auf digitale Zivilcourage und zeigen, wie man aktiv gegen Hass vorgehen kann. Dabei liegt die Verantwortung nicht nur bei Eltern, sondern bei der gesamten Gesellschaft. Wer nur nach mehr Medienkompetenz ruft, ignoriert, dass Kinder oft gegen eine große, profitorientierte Netz-Architektur antreten. Was Experten noch fordern, seht ihr im Video.

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Zwischen Screenshots und Strafanzeige: Polizeiarbeit im Netz

Immer mehr Menschen werden Opfer von Hass, Bedrohung und Stalking im Internet. Maike Seifert vom Präventionszentrum der Polizei Bremen berät Betroffene, nimmt ihnen die Angst und macht klar: Die Schuld liegt immer bei den Tätern.

Gleichzeitig wächst auch der Druck auf die Ermittler. Allein in Bremen haben sich die Fälle von Hasspostings innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Hinter vielen Accounts stecken anonyme Täter, oft im Ausland, die Strafverfolgung erschweren. Hass im Netz ist eine Straftat. Betroffene sollen den Mut haben, Anzeige zu erstatten. Denn nur so kann es für digitalen Hass Konsequenzen geben. Welche Anforderungen es dafür gibt, seht ihr im Video.

Wenn Politiker zur Zielscheibe werden

Politische Diskussion findet längst nicht mehr nur im Plenarsaal statt, sie wird auch im Netz geführt. Und dort wird der Ton rauer. Auch Dariush Hassanpour erlebt, wie aus Kritik immer öfter gezielte Einschüchterung wird – nicht nur online, sondern teils sogar ganz real per Post oder Telefon. Der 29-Jährige sitzt für die Linke in der Bremischen Bürgerschaft und macht digitale Angriffe öffentlich sichtbar.

Klar ist: Kritik und Diskussionen gehören zur Demokratie. Aber wenn Drohungen und Angst den öffentlichen Diskurs bestimmen, geraten nicht nur einzelne Menschen unter Druck, sondern das gesamte demokratische Miteinander. Warum Dariush Hassanpour trotzdem weitermacht, seht ihr im Video.

Redaktionen zwischen Meinung und Hass

Was im Netz gepostet wird, landet oft ungefiltert bei denen, die es moderieren müssen. Als Head of Online und Social Media bei RTL Nord prüft Lisanne Vernunft täglich Kommentare. Die bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Meinungsfreiheit und klaren Grenzüberschreitungen, gegen die juristisch vorgegangen werden kann. Eine Abwägung, die von der Bremischen Landesmedienanstalt (brema) unterstützt wird. Die brema berät und greift bei Verstößen ein.

Die eigentliche Arbeit bleibt oft an den Redaktionen hängen: Moderieren, löschen, abwägen. Ein aufwendiger Kraftakt. Die großen Plattformen, so Lisanne Vernunft, kommen ihrer Verantwortung bislang nur unzureichend nach. Klar ist: Was online geschrieben wird, hat reale Auswirkungen und jemand muss die Grenze ziehen. Wie das bei RTL Nord abläuft, seht ihr im Video.

„Wir gegen Hass – die Woche für mehr Respekt im Netz”

Mit der Aktionswoche „Wir gegen Hass – für mehr Respekt im Netz“ machen Medien und Behörden gemeinsam auf die Folgen von Hass im Netz aufmerksam.
Mit der Aktionswoche „Wir gegen Hass – für mehr Respekt im Netz“ machen Medien und Behörden gemeinsam auf die Folgen von Hass im Netz aufmerksam.

Vom 20. bis zum 26. April läuft die Aktionswoche „Wir gegen Hass – die Woche für mehr Respekt im Netz”. Initiiert wurde sie vom Bündnis „Resignation ist keine Option”, kurz RIKO, in dem die Bremische Landesmedienanstalt, Strafverfolgungsbehörden und mehrere bremische Medienhäuser teilnehmen. Ihr gemeinsames Ziel: Hass im Netz sichtbar machen, Betroffene stärken und klarstellen, dass auch im digitalen Raum Regeln gelten. Die Inhalte aller teilnehmenden Medien findet ihr hier.