„Kaum hat das neue Jahr begonnen, da geht's dann hier auch in der Gartenszene schon wieder mit der Scheinheiligkeit los. Da wird schon wieder mit dem erhobenen Zeigefinger gepostet.“
So aufgebracht haben wir unsere Gartenexpertin noch nicht erlebt- aber warum regt sie sich so auf? „Schluss damit! Ich finde einfach, es nimmt derzeit überhand anderen Menschen im Garten vorschreiben zu wollen, was sie zu tun und zu lassen haben.“
Normalerweise ist Katrin Iskam immer entspannt, wenn sie uns durch ihren Garten in Himbergen in Niedersachsen - und hat auch heute wieder Tipps für den perfekten Frühlingsgarten parat. Ab etwa Mitte März, wenn der Boden wärmer ist, können zum Beispiel diese hübschen - und extrem frostfesten Hornveilchen-eingepflanzt werden.
„Man muss auch keine Angst haben, wenn jetzt nochmal Frostnächte kommen. Bis -15 Grad packen die locker und die haben eine wahnsinnig lange Blütezeit bis Anfang Juni und viele wissen es gar nicht. Danach blühen sie weiter, wenn man sie einfach einmal zurückschneidet.“
Bonus: Die Veilchen sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Co., weil sie Nektar- und Pollen produzieren. Viele Garten-Influencer beharren aber aktuell in ihren Beiträgen darauf, dass man NUR solche insektenfreundliche Pflanzen haben sollte! Das macht Katrin wütend!
„Gleichzeitig aber posten diese Gartenexperten und Expertinnen aber Kooperationen zum Thema Solarlampen, welche unzähligen Insekten das Leben kosten, denn die werden ja von dem Licht angezogen und schwirren dann stundenlang um diese Lampe drumherum und irgendwann fallen sie erschöpft zu Boden und sterben. Was für eine Doppelmoral. Leute, hört doch einfach mal auf, den anderen sagen zu wollen, was sie in ihrem Garten pflanzen dürfen und was nicht.“
Katrins setzt auf eine bunte Mischung. Weiß-rosa Farbakzente setzen Christ- und Lenzrosen. Die Winter- und Frühjahrsblüher kommen beständig über viele Jahre wieder. Ein Tipp: „Weil die Kalk lieben, empfehle ich immer ins Pflanzloch einfach dann vorher schon vielleicht so eine Handvoll gemeiner Eierschalen zu werfen und dann hat man deutlich mehr Blüten im Garten.“
Schon bald wird Katrins Garten wieder ein buntes Blütenmeer sein. Nicht nur mit insektenfreundlichen Pflanzen. „Wieso nicht Vielfalt und Toleranz? Ein Garten ist für alle da, nicht nur für die Insekten, die Bienen, die Hummeln, auch für uns Menschen. Es darf auch Pflanzen im Garten geben, die unserer Seele guttun. Es kommt nur darauf an, dass wir Spaß haben, wenn wir rausgehen in den Garten.“
Die Expertin findet: Egal wie groß der Garten ist, egal welche Pflanzen man hat: Jeder Garten ist auf seine Art wunderschön. Und das kann man bald wieder in voller Blüten-Pracht genießen.