Einfach weg, wie im Märchen …Bronzefigur in Siegburg geklaut – „Hänsel und Gretel“ verschwinden über Nacht

Die Bronzefigur „Hänsel und Gretel“ gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Wahrzeichen Siegburgs. Doch am Wochenende (06./07.06.) verschwand die Skulptur spurlos. Die Empörung in der Stadt war groß. Jetzt gibt es zumindest eine teilweise Entwarnung: Gretel ist wieder aufgetaucht – von Hänsel fehlt jedoch weiterhin jede Spur.

Wahrzeichen mit besonderer Geschichte

Die Bronzeskulptur wurde der Stadt Siegburg 1964 zum 900-jährigen Stadtjubiläum geschenkt. Seitdem hat sie mehrere Standorte in der Stadt gehabt, zuletzt stand sie auf dem Michaelsberg in der Nähe eines Spielplatzes. Für Siegburg hat die Figur eine besondere Bedeutung. Der Komponist Engelbert Humperdinck, einer der bekanntesten Söhne der Stadt, wurde durch seine Oper „Hänsel und Gretel“ weltberühmt. Deshalb gelten die Märchenfiguren bis heute als Symbol für die Stadt.

Diebstahl sorgt für Fassungslosigkeit

In der Nacht von Samstag (06.06.) auf Sonntag (07.06.) verschwand die Skulptur. Zahlreiche Siegburger reagierten mit Unverständnis und Ärger auf den Diebstahl. Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle im Rheinland ein. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Skulptur „Die Störche“ aus dem Rheinpark in Köln verschwunden ist. Auch die Bronzefigur „Panther“ im Kölner Südpark gilt derzeit als vermisst. Ob zwischen den Fällen ein Zusammenhang besteht, ist bislang unklar.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Materialwert deutlich geringer als ideeller Wert

Finanziell dürfte sich der Diebstahl für die Täter kaum lohnen. Bronze erzielt aktuell einen Materialwert von etwa 16 Euro pro Kilogramm. Die Figuren von Hänsel und Gretel wiegen zusammen rund 35 Kilogramm. Der reine Schrottwert läge damit bei etwa 560 Euro. Für die Menschen in Siegburg ist der ideelle Verlust jedoch deutlich größer. Die Skulptur ist seit Jahrzehnten Teil des Stadtbildes und eng mit der Geschichte der Stadt verbunden.

Gretel in Gebüsch entdeckt

Am Montagnachmittag (08.06.) dann die überraschende Wendung: Die Polizei erhielt einen Zeugenhinweis, wonach sich eine der Figuren in einem Gebüsch im Bereich des Mühlengrabens befinden soll. Tatsächlich fanden die Beamten dort die Figur von Gretel. Bei vielen Siegburgern sorgte die Nachricht für große Erleichterung. Auch die Vorsitzende der Engelbert-Humperdinck-Freunde, Susanne Haase-Mühlbauer, zeigte sich erleichtert über das schnelle Teilergebnis. Ganz beendet ist das Märchen aber noch nicht: Von Hänsel fehlt weiterhin jede Spur. Die Polizei ermittelt und hofft nun auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Vielleicht gibt es dann doch noch ein vollständiges Happy End für das berühmte Geschwisterpaar.