Mit lautem Donnergrollen nehmen die Tornado-Kampfjets Kurs auf den Hamburger Flughafen. Zwischen Urlaubsmaschinen setzen die Militärflugzeuge pünktlich um 11 Uhr auf der Landebahn auf. Kampfjets an einem zivilen Flughafen sind nicht nur ein ungewohntes Bild, sondern auch eine besondere Aufgabe für die Piloten der Luftwaffe aus Jagel.
Johnny, Pilot
"Ich komme ja auch aus der Nähe, aus Schleswig-Holstein und Hamburg ist der Flughafen, wo ich das erste Mal von geflogen bin in den Urlaub (...) Und dann auch so eine riesige Stadt unter sich zu haben im Anflug, das ist schon was ganz Besonderes."
Die Trainingsflüge im Rahmen der Übung "Panther Shield" samt Starts und Landungen sollen die zivil-militärische Zusammenarbeit fördern. Dabei sind sowohl die Flugsicherung als auch das Tankpersonal am Boden eingebunden.
Auch wenn der Anblick der Jets den Hamburgern womöglich Sorgen macht, beruhigt der Chef der Piloten.
Jens Schumacher, Kommodore Taktisches Luftwaffengeschwader 51
"Der Übungsflugbetrieb hier mit den Tornados wird genauso wie bei uns vom Heimatflugplatz aus nicht mit Bewaffnung durchgeführt. Wir fliegen ganz normal Übungsflugbetrieb und da ist keine Bewaffnung an Bord der Tornados."
Der Lärm der Kampfjets dürfte dennoch für die Hamburger nicht unbemerkt bleiben. Die Flüge der Luftwaffe sollen am Hamburg Airport allerdings reibungslos in den Alltagsbetrieb eingebunden werden.
Christian Kunsch, Geschäftsführer Hamburg Airport
"Die Reisenden wird es gar nicht betreffen. Es wird keine Verspätungen geben. Das ist so organisiert, dass die wenigen Flugbewegungen, die wir ja an einem Tag nur haben, im militärischen Bereich, also quasi zu Zeitpunkten stattfinden, wo die zivile Luftfahrt nicht beeinträchtigt werden wird."
Mit rund 100 Soldaten und sechs Tornado-Jets ist die Übung am Airport die erste große Militärübung in Hamburg in diesem Jahr. Ende September plant die Bundeswehr das Manöver Red Strom Charlie in der Hansestadt. Vor dem Hintergrund der veränderten Sicherheitslage setzt die Bundeswehr zunehmend auf Übungen gemeinsam mit zivilen Einrichtungen.
Kurt Leonards, Kommandeur Landeskommando Hamburg
"Also ich glaube, die Resilienz, die kann man immer weiterentwickeln. Aber die Bereitschaft, mit der Bundeswehr über zivil militärische Zusammenarbeit zu sprechen, Resilienz weiterentwickeln, über Notfallpläne zu sprechen, die ist da. Und darüber sind wir sehr froh bei der Bundeswehr. "
Die PA-200-Tornado-Jets können von der Bundeswehr als Kampf und Aufklärungsflugzeuge eingesetzt werden. Sie erreichen Geschwindigkeiten von rund 1.400 Stundenkilometern und gelten als besonders laut. Oft sind sie schon aus großer Entfernung zu hören.
Johnny, Pilot
"Unsere Triebwerke sind deutlich lauter als die von einem normalen Airliner auch. Unsere Geschwindigkeit ist deutlich höher, man kommt überraschender so, aber ich denke, es ist wichtig zu verstehen, dass auch gerade mit der aktuellen politischen Lage das wichtig ist, dass wir so was trainieren wie hier jetzt in Hamburg"
Neben Urlaubsflügen sind die Flüge der Tornado-Jets sogar auf den Anzeigetafeln am Airport gelistet. Am Nachmittag heben dann die ersten Kampfflugzeuge wieder ab und donnern über die Hansestadt - Bis Freitag werden die Tornados insgesamt rund 70 Mal über Hamburg starten und landen – und das - wie hier in Hamburg Eimsbüttel - für viele unüberhörbar.