Seit Kriegsbeginn blockiert der Iran die Straße von Hormus. Bei mir ist Martin Kröger vom Verband Deutscher Reeder. Herr Kröger, wie schmerzhaft ist diese Blockade für die deutsche Schifffahrt?
"Die Lage ist enorm angespannt, muss man sagen. Wir haben ungefähr 50 Schiffe mit deutschem Bezug in der Seeregion Persischer Golf. Es ist ja quasi eine Sackgasse, über die wir hier sprechen. Ein abgeschlossenes Seegebiet, insgesamt 2000 Schiffe, auf den deutschen Schiffen alleine ungefähr 1000 Seeleute. Das heißt eine Menge Schiffe, eine Menge Personen, die auch wirklich von der täglich von der militärischen Eskalation betroffen sind."
Wie ist denn die Lage für Seeleute auf den Schiffen und was bedeutet das für die globalen Lieferketten, wenn die Schiffe dort feststecken?
"Also die Lage auf den Schiffen ist natürlich angespannt. Den Umständen entsprechend gut. Die Stimmung unter den Seeleuten aber angespannt natürlich trotzdem, denn sie stehen quasi unter ständigem Beschuss. Wir haben schon 20 Schiffe gesehen, die tatsächlich beschossen wurden. Tote, Verletzte, schwere Sachschäden. Das ist also durchaus erheblich. Und Sie müssen sich vorstellen, aus der Seeregion rausgehen. Ungefähr 1/5 aller Öltransporte und Gastransporte, die man in der Welt so braucht. Das heißt, der Effekt ist real und direkt bei insbesondere bei den Lieferketten, wenn es um Öl und Gas geht."
Wir stehen hier in Hamburg, dem größten deutschen Reedereistandort. Inwiefern kann so eine Krise in der Schifffahrt auch die Wirtschaft treffen?
"Also Krisen in der Schifffahrt betreffen immer jeden. Es kann hier nicht unterschieden werden zwischen einzelnen Städten. Wenn wir alleine die Bundesrepublik angucken: 60 % In- und Export über Seeschiffe, kann man davon ausgehen Eine Betroffenheit liegt relativ schnell auch in einer Stadt wie Hamburg im Hafen. Wir gehen von vielen Staus aus, die nach der militärischen Eskalation im Persischen Golf dann tatsächlich auftreten würden, insbesondere im Containerverkehr. Insofern Wir müssen erst mal abwarten, wie stark der Effekt sein wird, dass wir einen Effekt spüren. Davon gehen wir aber aus."
Stürmische Zeiten. Also vielen Dank soweit. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder.