Olympische Spiele in Kiel?: Innenministerin Finke ist "Feuer und Flamme"
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Innenministerin Magdalena Finke spricht im Interview über die Olympia-Bewerbung der Stadt Kiel. Welche Vorteile die Olympischen und Paralympischen Spiele laut Finke für Kiel haben würden, erfahrt ihr im Video!
Thomas Jell: Schön, dass das klappt. Schön, Sie zu sehen. Herzlich willkommen.
Magdalena Finke: Schön, Sie zu sehen. Herzlich willkommen.
Thomas Jell: Ja Frau Finke. Der Gedanke, dass wie 1972 auf der Kieler Förde olympische Segelschiffe fahren. Was macht das mit Ihnen?
Magdalena Finke: Es macht mich sehr, sehr glücklich, wenn ich drüber nachdenke. Und ich hoffe sehr, dass wir im Jahr 36, 40 oder 44 die Olympischen Spiele und die Paralympischen Spiele haben könnten. Und wenn ich so in die Welt schaue, dann will sich fast die ganze Welt immer um die Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben, weil sie einfach die Chance immer für die Region sehen. Und das möchten wir für Schleswig-Holstein und für Deutschland auch haben.
Thomas Jell: Inwiefern profitiert denn die ganze Region, also das ganze Bundesland, davon?
Magdalena Finke: Also es ist auf sehr, sehr vielfältige Weise. Also ich bräuchte jetzt ungefähr 80 Minuten, um sozusagen fertig zu werden, aber auf das Wesentliche beschränkt: Natürlich ist es eine große wirtschaftliche Chance, also auch die Infrastruktur. Wenn ich jetzt sehe, wie die Anbindung hier in Kiel ist, an ganz Deutschland, die würde sich ja auch noch ein bisschen verbessern. Wir würden auch die Tourismusbranche noch einmal stärken und bei uns in Schleswig Holstein unterstützt auch, dass die Bewerbung, die IHK, also die Wirtschaft, weil sie eben auch total wichtige Chancen für Schleswig Holstein sehen. Aber ich bin ja auch Sportministerin oder vor allem Sportministerin. Und für mich ist der Sport einfach so wichtig im Leben. Also nicht nur für die Gesundheit, für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch als integrativer, integrative Kraft.
Thomas Jell: Was halten Sie denn für realistischer? Dass Olympia nach Kiel kommt oder dass eines Tages in Heide Batteriezellen produziert werden?
Magdalena Finke: Beides.
Thomas Jell: Beides tatsächlich?
Magdalena Finke. Beides. Also ich hoffe natürlich beides. Also beides brauchen wir. Wir brauchen ja die erneuerbaren Energien, die erneuerbare Technik. Aber wir brauchen genauso, und ich hoffe, dass genauso, die Olympischen und Paralympischen Spiele. Man merkt ja auch die Welt ist ja instabil und der Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Das hat mal ein großer Mann gesagt und ich finde, da spüren wir immer wieder, wenn olympische und paralympische Spiele sind.
Thomas Jell: die Olympischen und Paralympischen Spiele. Man merkt ja auch die Welt ist ja instabil und der Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Das hat mal ein großer Mann gesagt und ich finde, da spüren wir immer wieder, wenn olympische und paralympische Spiele sind.
Magdalena Finke: Also die Olympischen und Paralympischen Spiele und die Austragung von Spielen hat sich verändert. Also es geht jetzt nicht darum, Luftschlösser zu bauen, obwohl man immer versucht hat, keine zu bauen. Aber es geht darum, die vorhandene Infrastruktur zu nutzen. Also wir hier in Kiel Schilksee, haben die Infrastruktur, wir haben ja jedes Jahr Kieler Woche und man muss sagen, dass die Kieler Woche zehnmal größer ist, als die Olympischen Spiele hier sein werden oder sein könnten.
Thomas Jell: Also wird es keine neuen Sportstätten geben für die Olympischen Spiele hier?
Magdalena Finke: Nicht, Keine, die wir extra für olympische und paralympische Spiele bauen. Also wir werden ja eine zweite Bootshalle bauen. Die müssen wir aber eh bauen, weil die alte schon in die Jahre gekommen ist und weil die Boote immer höher geworden sind. Von daher, die werden wir bauen. Wir werden die Infrastruktur in Kiel Schilksee modernisieren müssen, den Hafen. Wir werden auch ein olympisches Dorf bauen müssen. Aber das soll danach ja auch für Wohnraum für die Bevölkerung hier zur Verfügung stehen. Auch mit einem Anteil für den sozialen Wohnraum. Insoweit ist es wirklich sehr, sehr durchdacht und auch nicht übertrieben.
Thomas Jell: Olympiagegner sagen ja, dass durch die Spiele auch die Mieten steigen könnten. Was sagen Sie dazu?
Magdalena Finke: Also diese Sorge habe ich nicht, weil die Olympischen und Paralympischen Spiele ja nur für einen kurzen Zeitraum hier sind. Und ich kann nicht verstehen, warum jetzt in Kiel, in einer anderen Region in Kiel, die Mieten steigen sollten, wenn in Kiel Schilksee die Olympischen und Paralympischen Spiele sind. Ich glaube, wir müssen eh was noch mehr für die Miete für den Wohnungsmarkt machen. Aber ich habe nicht die Sorge, dass durch die Olympischen und Paralympischen Spiele die Mieten in Kiel nach oben gehen werden.
Thomas Jell:
Aktuelle Umfragen zeigen ja, dass das Referendum in Hamburg eher negativ ausfallen könnte. Und hier in Kiel? Positiv. Wie erklären Sie sich diesen Unterschied?
Magdalena Finke: Ganz konkret kann ich das nicht erklären. Also bei uns sind es 70 % der Menschen, die für olympische und paralympische Spiele stimmen würden. Wir kennen ja die Kieler Woche hier jedes Jahr. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass wir mit Großveranstaltungen noch mehr Berührungspunkte haben, obwohl Hamburg natürlich auch ganz viele Veranstaltungen hat. Aber ich hoffe natürlich, dass wir am 19. April mit einem überragenden Ergebnis auch ordentlich Rückenwind für Hamburg denn mitgeben werden.
Thomas Jell: Ja, man merkt, es ist ganz schön windig hier. Meinen Sie denn, das olympische Feuer könnte dem Ostseewind standhalten?
Magdalena Finke: Auf jeden Fall. Ich würde sogar weitergehen: Wir sind ganz Feuer und Flamme für die Olympischen und Paralympischen Spiele.
Thomas Jell: Wir werden es auf jeden Fall am 19. April sehen. Mal sehen, wie sich die Kieler entscheiden. Frau Finke. Vielen Dank für das Gespräch.
Magdalena Finke: Ich danke auch für das Gespräch.
