HantavirusHantaviren sind eine Gruppe von Viren, die weltweit vorkommen und schwere Krankheiten beim Menschen auslösen können. Sie werden hauptsächlich von Nagetieren übertragen. Die Erkrankungen reichen von grippeähnlichen Symptomen bis zu lebensbedrohlichen Verläufen.

Hantavirus: Ein Überblick über den Erreger
Hantaviren gehören zur Familie der Hantaviridae und sind behüllte RNA-Viren. Es gibt über 20 verschiedene Virusspezies innerhalb dieser Gattung. Nagetiere wie Mäuse und Ratten dienen als natürliche Wirte für Hantaviren. Die Tiere selbst erkranken nicht, scheiden das Virus aber über Speichel, Urin und Kot aus. Menschen infizieren sich hauptsächlich durch das Einatmen von Aerosolen, die mit diesen Ausscheidungen kontaminiert sind. Auch direkter Kontakt mit Nagetieren oder kontaminiertem Staub kann zur Infektion führen.
Hantavirus: Hintergründe und historische Entwicklung
Die Bezeichnung „Hanta” stammt vom Hantan-Fluss in Südkorea. Dort erkrankten während des Koreakriegs (1950-1953) über 3.000 Soldaten an einer schweren Form des hämorrhagischen Fiebers. Das verantwortliche Hantaan-Virus wurde 1977 identifiziert. In den Amerikas wurde 1993 das Hantavirus-Pulmonalsyndrom (HPS) nach einem Ausbruch im Südwesten der USA als eigenständige Krankheit erkannt. Hantaviren sind Zoonosen, das heißt, sie werden von Tieren auf den Menschen übertragen.
Hantavirus: Die verschiedenen Krankheitsbilder
Hantavirus-Infektionen können zwei Hauptkrankheitsbilder verursachen. In Europa und Asien tritt vor allem das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) auf. Dieses ist durch Fieber, Blutungen und Nierenfunktionsstörungen gekennzeichnet. Die Letalität liegt hier bei 1 bis 15 Prozent. In Nord- und Südamerika sind Hantaviren verbreitet, die das Hantavirus-induzierte kardiopulmonale Syndrom (HCPS oder HPS) verursachen. HCPS führt zu schweren Lungen- und Herzproblemen, einschließlich Lungenödem. Die Letalität kann hier bis zu 50 Prozent betragen.
Hantavirus: Symptome und Prävention
Die Symptome einer Hantavirus-Infektion beginnen oft grippeähnlich. Dazu gehören Fieber, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Auch Müdigkeit, Schüttelfrost und Magen-Darm-Beschwerden können auftreten. Die Inkubationszeit beträgt typischerweise ein bis acht Wochen. Eine spezifische antivirale Therapie oder zugelassene Impfung gegen Hantaviren gibt es derzeit nicht. Daher ist die Prävention durch Kontaktvermeidung mit Nagetieren und deren Ausscheidungen besonders wichtig.
Hantavirus: Aktuelle Entwicklungen und Risikogebiete
Die Infektionsgefahr durch Hantavirus ist in Deutschland besonders in den Frühjahrs- und Sommermonaten hoch. Dies korreliert mit der Populationsdynamik der Nagetiere. Regionale Endemiegebiete in Deutschland sind unter anderem die Schwäbische Alb, der Odenwald und der Bayerische Wald. Im Mai 2026 wurde ein Hantavirus-Ausbruch mit dem Andes-Virus auf einem Kreuzfahrtschiff gemeldet. Dieses Ereignis erregte internationale Aufmerksamkeit.














