Das raten Virologen Wie schütze ich mich vor dem Hantavirus?

Einen zugelassenen Impfstoff gibt es nicht!
Auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ ist das Hantavirus ausgebrochen. Ansteckungen mit der Krankheit sind auch in Deutschland möglich, zum Beispiel bei Gartenarbeiten oder beim Entrümpeln. Bei bestimmten Varianten aus Südamerika ist aber auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Was könnt ihr tun, um eine Ansteckung zu vermeiden?
Wer kontaminierten Staub einatmet, kann sich anstecken
Das Hantavirus wird in Deutschland vor allem von Rötel- und Brandmäusen auf den Menschen übertragen. Das Robert Koch-Institut (RKI) rät darum, den Kontakt mit Nagetierkot zu vermeiden. Anstecken kann man sich auch, wenn man kontaminierten Staub einatmet. Besonders hoch ist das Ansteckungsrisiko für Arbeiter in der Forstwirtschaft oder auf dem Bau.
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Auch wer Schuppen, Scheunen, Ställe oder Garagen reinigt, kann mit dem Virus in Kontakt kommen. Auch bei Gartenarbeiten, beim Holz machen, beim Joggen oder Zelten sollte man vorsichtig sein, raten die Experten. Wir haben die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen aus einem Merkblatt des RKI für euch zusammengefasst.
Was ihr Zuhause beachten solltet, um euch vor dem Hantavirus zu schützen
Lebensmittel für Mäuse unzugänglich aufbewahren
Futter und Wasser über Nacht nicht offen stehen lassen
Abfälle für Nager unzugänglich entsorgen
Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten für Nagetiere beseitigen
Mäuse rund um den Wohnbereich konsequent bekämpfen
So könnt ihr euch schützen, wenn ihr tote Mäuse oder Kot findet
Räume mit Mäusebefall vor der Reinigung mindestens 30 Minuten gut durchlüften
Gummihandschuhe und Atemschutzmaske (FFP3-Maske) tragen
Keinen Staubsauger benutzen, weil Viren über die Abluft wieder abgegeben werden können
Tote Mäuse und Kot mit Haushaltsreiniger besprühen und dann erst beseitigen, dass kein Staub aufgewirbelt wird
Böden und Flächen gründlich mit Haushaltsreiniger säubern
Tote Tiere in einer verschlossenen Plastiktüte im Hausmüll entsorgen
Fallen nach Benutzung reinigen
Nach der Arbeit duschen und Haare waschen
Benutzte Arbeitskleidung direkt waschen
Bei Mensch-zu-Mensch-Übertragung sind weitere Hygienemaßnahmen notwendig
Wie genau es zu der Ansteckung auf dem Kreuzfahrtschiff kam, ist noch nicht ganz klar. Fest steht nur: Das Schiff hat in Argentinien abgelegt. In Südamerika gibt es eine Hantavirus-Variante, die auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Bei den Varianten, die in Asien und Europa vorkommen, ist das nicht möglich.
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Hygiene-Experte Dr. Georg-Christian Zinn erklärt im RTL-Interview, dass auf dem Schiff darum weitere Vorsichtsmaßnahmen nötig sein könnten, bis die Quelle des Ausbruchs identifiziert ist. Er hält es für sinnvoll, dass alle Passagiere – auch die nicht erkrankten – FFP2-Masken tragen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Außerdem sollen sich alle so gut wie möglich isolieren, ganz besonders dann, wenn Symptome auftreten.

Wie kam das Hantavirus auf das Kreuzfahrtschiff?
Menschen, die sich mit der südamerikanischen Hantavirus-Variante infiziert haben könnten das Virus durch Husten oder Körperflüssigkeiten übertragen, erklärt Zinn. „Da muss man jetzt wirklich schauen, dass diese Infektkette unterbrochen wird.“
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Außerdem sei es wichtig, die genaue Quelle für den Ausbruch zu finden. „Das können dreckige oder kontaminierte Bettlaken, Handtücher sein, die verteilt wurden auf dem Schiff. Oder auch Lebensmittel, Körner, Müsli“, vermutet der Experte. Kontaminierter Mäusekot könne über viele Tage noch ansteckend sein.
Verwendete Quellen: RKI, RKI-Merkblatt, eigene RTL-Recherchen

































