Nach Hantavirus-Ausbruch auf KreuzfahrtschiffInfektions-Experte: Gefahr auf der MV Hondius noch nicht vorbei!

Noch immer keine Entwarnung für die Passagiere der MV Hondius.
Nach und nach werden die mit dem Hantavirus infizierten Passagiere, oder solche, die engen Kontakt mit Infizierten hatten, von der MV Hondius evakuiert. Dennoch sei die Gefahr an Bord des Expeditionsschiffes für die übrigen Passagiere noch nicht gebannt, wie Hygiene-Experte Dr. Georg-Christian Zinn im RTL-Interview erklärt.
Infektkette auf MV Hondius noch nicht unterbrochen
Drei Menschen sind bisher an den Folgen des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff MV Hondius gestorben, weitere Personen – darunter Infizierte und eine Kontaktperson – wurden von Bord evakuiert. Bei Labortests in Südafrika und in der Schweiz wurde unterdessen bestätigt, dass es sich um einen Virus-Stamm handelt, der von Mensch zu Mensch übertragen wird.
Lese-Tipp: Kreuzfahrt-Passagiere sterben durch Hantavirus – Deutscher unter den Toten!
Man könnte meinen, dass die Gefahr für die übrigen Menschen, die sich noch an Bord der MV Hondius befinden, nun gebannt ist, da die Infizierten evakuiert wurden und strenge Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden. Doch Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia sagt im RTL-Interview: „Das ist noch nicht unterbrochen, diese Infektkette aus meiner Sicht.”

Der Grund: „Irgendwo muss entweder ein erkranktes Besatzungsmitglied die anderen angesteckt haben oder, da es doch sehr viele Fälle sind – man geht momentan von sieben Verdachtsfällen aus und drei Toten – muss irgendwo bei Sachen, die Kontakt zu den Passagieren und zusätzlich zur Besatzung [haben], muss Mäusekot, müssen Hantaviren sein.” Das können laut dem Experten „dreckige oder kontaminierte Bettlaken, Handtücher sein, die verteilt wurden auf dem Schiff. Oder auch Lebensmittel, Körner, Müsli, was auch immer”. In jedem Fall müsse man nun „wirklich schauen, dass diese Infektkette unterbrochen wird”. Das Problematische: „Dieser Mäusekot mit Hantaviren, der kann über viele, viele Tage auch infektiös sein.”
Lese-Tipp: Kanaren-Chef will Hantavirus-Kreuzfahrtschiff nicht anlegen lassen
Video-Tipp: Hantavirus-Symptome und wie ihr euch schützen könnt
Droht eine Pandemie? Bei uns spielen Hantaviren „überhaupt keine Rolle”
Zwar gelten Rötelmäuse bzw. deren Hinterlassenschaften als Hauptüberträger des Hantavirus, doch es gibt eine Virus-Variante, „die vornehmlich in Südamerika vorkommt, die von Mensch zu Mensch übertragen werden kann”, erklärt Dr. Zinn. „Das ist normal bei den Hantaviren nicht so, das wird über Mäuse und Mäusekot übertragen.”
Lese-Tipp: Nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff gefangen! Passagier meldet sich unter Tränen
Aus diesem Grund stellen sich jetzt viele Menschen die Frage, ob ein Ausbruch auch bei uns drohen kann. Doch Dr. Zinn gibt dahingehend Entwarnung: „Es ist sehr schwierig, dass man sich da wirklich eine schwere Infektion holt.” Denn „viele Infektionen oder Kontakte mit dem Virus laufen asymptomatisch ab”. Man gehe sogar davon aus, „dass ein Prozent der deutschen Bevölkerung schon Kontakt mit dem Virus hatte”.
Dass eine Hantavirus-Pandemie ausbricht, hält der Experte bei uns für „relativ unwahrscheinlich”. „Wir sind momentan sehr, sehr gut vorbereitet, [...] Hantaviren spielen überhaupt keine Rolle.”
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche
































