Neuer Schrecken auf hoher SeeHantavirus-Alarm! WHO vermutet Ansteckung von Mensch zu Mensch

260504 -- PRAIA, May 4, 2026 -- The Dutch cruise ship Hondius remains offshore in Cape Verde on May 4, 2026. Cape Verde authorities have offered medical help and banned the Dutch cruise vessel Hondius from docking at the port of Praia over public health concerns, as a respiratory disease outbreak was detected on board. Photo by /Xinhua CAPE VERDE-PRAIA-DUTCH CRUISE SHIP-HEALTH CONCERNS EltonxMonteiro PUBLICATIONxNOTxINxCHN
Die "Hondius" wurde 2019 in Dienst gestellt.
IMAGO/Xinhua / IMAGO/Elton Monteiro

Auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff kommt es nach einem Virus-Ausbruch zu Todesfällen. Die Passagiere sind seit Wochen an Bord der „Hondius“ und müssen in Quarantäne bleiben. Die WHO teilt nun ihre Einschätzung zur Verbreitung auf dem Schiff mit.

Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer Übertragung von Mensch zu Mensch aus. „Wir vermuten, dass es bei sehr engem Kontakt eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt“, sagte die WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerhove in Genf. Der erste auf dem Schiff erkrankte Passagier habe sich vermutlich infiziert, bevor er an Bord gegangen sei.

Die „Hondius“ sitzt derzeit vor Kap Verde fest, rund 150 Menschen -überwiegend aus Großbritannien, den USA und Spanien - harren weiterhin auf dem Schiff aus. Die Zahl der Hantavirus-Fälle hatte sich bereits erhöht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden inzwischen sieben bestätigte oder vermutete Infektionen registriert. Darunter sind drei Tote, eine schwer erkrankte Person sowie drei weitere Passagiere mit milden Symptomen.

Die UN-Gesundheitsorganisation bekräftigte ihre Einschätzung, dass das Risiko für die Allgemeinheit gering sei. Die Behörden von Kap Verde haben das Schiff vorsorglich angewiesen, auf See zu bleiben. Die Atmosphäre an Bord sei ruhig und die Passagiere im Allgemeinen gefasst, teilte der niederländische Betreiber Oceanwide Expeditions mit. Man arbeite daran, die Passagiere untersuchen und von Bord bringen zu lassen. Dafür werde erwogen, nach Las Palmas oder Teneriffa in Spanien weiterzufahren.

Bei den drei Toten handelt es sich den Angaben zufolge um ein niederländisches Ehepaar und einen deutschen Staatsbürger. Ein schwer erkrankter Brite wurde von der Insel Ascension nach Südafrika ausgeflogen. Die südafrikanischen Behörden bestätigten, dass der in Johannesburg behandelte Patient positiv auf das Hantavirus getestet wurde. Die Niederlande bestätigten das Virus bei der verstorbenen Niederländerin. Der erste erkrankte Passagier, ein Niederländer, war bereits am 11. April gestorben.

Die „Hondius“ hatte ihre als Naturexpedition in die Antarktis beworbene Reise im März in Ushuaia in Südargentinien begonnen. Die Preise für eine Koje lagen zwischen 14.000 und 22.000 Euro. Das Schiff hatte auf seiner Fahrt einige der am meisten entlegenen Orte der Welt besucht, darunter die Insel Tristan da Cunha im Südatlantik.

Das Hantavirus wird durch Nagetiere übertragen, etwa wenn Kot und Urin von Mäusen aufgewirbelt und eingeatmet werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist der WHO zufolge selten. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und kann zu Herz- und Lungenversagen führen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC enden etwa 40 Prozent der Fälle tödlich. Da es keine spezifischen Medikamente gibt, konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome.

Verwendete Quellen: mba/AFP/rts