Sie ähneln einem grippalen InfektAn diesen Symptomen erkennt ihr das Hantavirus

So kann man sich das Hantavirus vorstellen
So kann man sich das Hantavirus vorstellen (Symbolbild)
picture alliance / ZB | Sascha Steinach
von Uwe Bradke, Ricarda Thurow-Hartmann und Anke Jonschker

Es endet mit Nierenversagen.
Auf einem Kreuzfahrtschiff sterben drei Menschen, ein weiterer Patient liegt auf der Intensivstation. Im letzten Jahr starb die Ehefrau von Hollywood-Star Gene Hackman an einem durch Hantaviren ausgelösten Infekt. Doch woran erkennt man die Erkrankung? Und wie kann man sich schützen? Wir haben Dr. Christoph Specht gefragt.

Wie kommt man in Kontakt mit dem Hantavirus?

Überträger des gefährlichen Virus ist die Rötelmaus. Für die Ansteckung ist es gar nicht nötig, direkten Kontakt mit dem Tier zu haben. Der Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erklärt: „Es reicht aus, mit dem Kot in Verbindung zu kommen oder in Kontakt zu kommen. Und das geht über den Staub.”

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Das passiert schneller, als man denkt. Er nennt ein Beispiel: „Sie wollen vielleicht in Ihrer Gartenhütte mal aufräumen, und Sie fegen da den ganzen Staub zusammen. Dabei kann es passieren, das heißt per Aerosol, Sie wirbeln den Staub auf, atmen ihn ein.”

Die Rötelmaus ist Überträger des Hantavirus
Die Rötelmaus ist Überträger des Hantavirus (Archivbild)
238925736, Bernd Wolter - stock.adobe.com, Bernd Wolter

Welche Symptome können auftreten?

Nachdem man den Staub mit den Viren eingeatmet hat, geschieht zunächst einmal recht wenig. Bis zum Ausbruch der Infektion vergehen laut RKI (Robert-Koch-Institut) etwa zwei bis vier Wochen, in seltenen Fällen nur fünf oder bis zu 60 Tage. Die Symptome sind unspezifisch und können leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden.

Dr. Specht: „Man hat vielleicht Husten, man fühlt sich nicht wohl, Kopfweh, vielleicht auch Bauchschmerzen, bringt das natürlich in gar keinem Fall mit dem Hantavirus in Verbindung. Glaubt, man hätte sich vielleicht erkältet.” In vielen Fällen kann es nach ein paar Tagen schon ausgestanden sein. „Wenn man Pech hat, geht es dann aber weiter und kann bis zum Nierenversagen kommen.”

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Wie kann man sich vor den Viren schützen?

Wenn der Verdacht besteht, dass sich Rötelmäuse dort aufhalten, wo man sauber machen möchte, schützt eine Maske vor der Ansteckung. „Das sieht im ersten Moment vielleicht übertrieben aus, aber es ist tatsächlich wichtig. Denn nur Händewaschen reicht nicht. Die Maske ist tatsächlich notwendig”, erklärt der Experte.

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Zudem sei es wichtig, Essensreste nicht in der Biotonne oder auf dem Kompost zu entsorgen. Das führe dazu, dass die kleinen Nager erst angelockt werden und sich bei uns wohlfühlen. So süß sie aussehen mögen, so gefährlich sind leider auch ihre Hinterlassenschaften.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Robert-Koch-Institut