Eine Krebsbehandlung ohne Vollnarkose, ohne Schnitte, ohne Narben. Kryoablation heißt das Verfahren, das gegen gut- und bösartige Tumore unter anderem in der Brust eingesetzt wird. Dabei wird mit einer Sonde ein Eisball an den Tumor geführt. Dr. Gebhard Schmid, Chefarzt der Radiologie am Johanna Etienne Krankenhaus in Neuss erklärt: „Im Tumor brauchen wir mindestens Minus 20 bis Minus 40 Grad. Es wird zweimal schnell eingefroren und zweimal schnell aufgetaut. Und durch Kristallbildung, Verschluss der Gefäße und die Osmose, also eine Zerstörung der Zellwand durch die dann Flüssigkeit aus den Zellen austritt, kommt es dazu, dass der Tumor dann kaputt ist.”
Narben entstehen durch die Behandlung mit der Sonde in der Regel nicht, die Patientin kann nach einer örtlichen Betäubung das Krankenhaus direkt wieder verlassen. „Es ist ein innovatives Verfahren. Wir führen es derzeit hauptsächlich bei neu aufgetretenem Brustkrebs im Bereich der Brustwand durch. Wir machen es dort vorwiegend bei älteren Patienten, die eine OP ablehnen und auch bei jüngeren Patienten, die einer OP ablehnend gegenüberstehen.”
Auch andere Tumore wie zum Beispiel Leber-, Lungen- oder Knochentumore können durch Kryoablation behandelt werden ‒ sofern sie noch nicht gestreut haben, von außen gut erreichbar sind und die Größe von vier bis fünf Zentimeter nicht überschreiten. Der Nachteil: Noch übernehmen die Kassen die Methode nicht standardmäßig. Patientinnen müssen einen Antrag stellen, um die Kosten erstattet zu bekommen.