Fahnden Forscher in ArgentinienHantavirus-Alarm auf Luxusschiff! Wo lauert der tödliche Erreger?

Nach mehreren Todesfällen auf einem Kreuzfahrtschiff startet die Suche nach der Infektionsquelle. Experten in Argentinien wollen im Süden des Landes Nagetiere fangen und sie auf das Hantavirus testen. Die WHO hält es für möglich, dass die Zahl der Infizierten auf dem Schiff weiter steigen könnte.
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ suchen Forscher in Argentinien nach dem Ursprung der jüngsten Infektionen. Wissenschaftler des Forschungsinstituts Malbrán sollen in der im äußersten Süden des Landes gelegenen Stadt Ushuaia Nagetiere einfangen und auf das Virus untersuchen, wie die argentinische Regierung mitteilte. Hantaviren werden meist durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen. In der Provinz Feuerland, wo Ushuaia liegt, wurde seit Beginn der systematischen Erhebung vor 30 Jahren noch nie eine Hantavirus-Infektion registriert.
Die „MV Hondius“ war am 1. April von Ushuaia aus in See gestochen. Auf dem Schiff wurden mittlerweile fünf von acht Verdachtsfällen als offizielle Hantavirus-Fälle bestätigt, drei Menschen starben. Bei den übrigen drei handelt es sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiter um Verdachtsfälle. Ausgehend von der Inkubationszeit des Andes-Typs des Virus von bis zu sechs Wochen, sei es möglich, dass noch weitere bestätigte Fälle hinzukommen.
Obwohl es sich bei dem Ausbruch um einen ernsthaften Vorfall handle, stufe die WHO das Gesundheitsrisiko für die Öffentlichkeit als gering ein, heißt es. Der Andes-Typ wurde bislang ausschließlich in den argentinischen Provinzen Chubut, Río Negro und Neuquén sowie im Süden von Chile registriert. Er kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Ein niederländisches Paar, das die ersten Symptome zeigte und später an der Infektion starb, war nach Angaben der argentinischen Regierung bereits seit vergangenem Jahr in der Region unterwegs. Demnach kamen sie am 27. November 2025 in Argentinien an, reisten dann im Auto 40 Tage durch das südamerikanische Land, besuchten danach Chile und Uruguay. Anfang des Jahres fuhren sie auch durch die Provinz Neuquén, in der bereits Hantavirus-Infektionen registriert wurden. Allerdings liegt die Reise deutlich länger als die Inkubationszeit von sechs Wochen zurück, eine Infektion in dieser Region gilt deshalb als unwahrscheinlich.
Verwendete Quellen: jpe/dpa

