Wenn Ronny mit dem LKW zur Tankstelle fährt, dann begleitet ihn momentan immer dieses mulmige Gefühl.
(Ronny Hückstädt, LKW-Fahrer)
"Da kommen schon so insgeheim Existenzängste auf, weil man muss die Familie ernähren. Die Kosten werden auch überall mit Lebenshaltungskosten Lebensmittel teurer. Und das ist schon manchmal ein komisches Gefühl und man guckt jeden Tag auf die Spritpreise. Sind Sie nicht ruhiger geworden? Was passiert da jetzt gerade auch politisch in der Straße von Hormus? Wann ist sie offenbar nicht. Wie reagieren die Tankstellenpreise? Es ist schon ein komisches Gefühl."
Ronny Hückstädt arbeitet seit elf Jahren bei der Spedition von Jan-Hinrich Schwenke - etwa fünf Tage ist er auf der Straße unterwegs - fährt zum Teil 600 Kilometer täglich. In dem Betrieb sind 180 Mitarbeitende angestellt, 220 Fahrzeuge, die Sprit brauchen. Und seit die Straße von Hormus wegen des Iran-Konfliktes gesperrt ist, kämpft auch dieses Unternehmen mit den drastisch steigenden Diesel- und Benzinpreisen.
Jan-Hinrich Schwenke, Geschäftsführer
"Wir haben zum Glück noch Rücklagen, die wir dafür nutzen können. Aber selbstverständlich mindert das massiv unsere Liquidität. Wir brauchen circa 200.000 Liter im Monat und bekommen den Kraftstoff, die Mehrkosten aktuell von unseren Kunden zum Glück mit Sonderverträgen wieder."
Jan-Hichrich Schwenke führt das Unternehmen in zweiter Generation, ist dankbar, dass seine Kunden die Mehrkosten tragen. Doch viele Unternehmen haben dieses Glück nicht, sind gebeutelt von Corona. Dazu kommt:
Jan-Hinrich Schwenke, Geschäftsführer
"Wir haben eh schon ein hohes Wettbewerbsproblem mit dem Ausland aufgrund von in Deutschland herrschenden höheren Löhnen, die auch gezahlt werden. Diese Sache verkompliziert das Ganze und wir haben auch ein großes Problem mit der aktuellen Doppelbelastung der CO2 Steuer, die sowohl im Kraftstoff als in der Maut liegt."
Auch Maike Bielfeldt, Geschäftsführerin der Indurstrie und Handelskammer ist der Meinung, dass bestehende Probleme der Wirtschaft nun auf eine Eskalation im Iran-Konflikt treffen. Das zeigen auch aktuelle Zahlen der IHK-Konjunkturumfrage, die heute vorgestellt wurden. So gaben 82 Prozent der Unternehmen hierzulande an, dass sich der Nahost-Konflikt schädlich auf das Geschäft auswirke.
Maike Bielfeldt, Geschäftsführung IHK Hannover
"Wir sehen wirklich, dass sich die konjunkturelle Lage noch mal verschlechtert hat. Natürlich ist der Iran Krieg ein weiterer Katalysator, der das beschleunigt hat. Aber wir brauchen dringend Erleichterungen für die Wirtschaft, von Steuererleichterungen bis hin weniger Bürokratie. Und jetzt noch gepaart mit den zu hohen Energiekosten. Und das ist alles sehr, sehr schwierig für die Unternehmen."
Auch Ronny Hückstädt wünscht sich wieder eine gewisse Sicherheit und Ruhe, damit er:
Ronny Hückstädt, LKW-Fahrer
"auch wieder zufriedener zur Arbeit gehen kann, ohne immer mit mulmigen Gefühl. Und dass man dann wieder ganz konzentriert seiner Arbeit nachgehen kann und nicht immer diese Gedanken im Kopf hat wie lange kann ich das noch machen? Oder muss ich mir eventuell was anderes suchen?"
Jan-Hinrich Schwenke jedenfalls versucht das zu verhindern - er hat sich sogar schon über einen Notfallkredit erkundigt. Denn egal wie lange der Konflikt noch anhält, er will sein Unternehmen nicht kampflos aufgeben.