Gesundheitsminister will 0,0-Promille-Grenze: "Jeder einzelne Tote, den wir betrauern müssen, ist da einfach zu viel."
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Kein Tropfen Alkohol für Autofahrer? Dafür spricht sich Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) aus. Wie der Politiker seinen Vorstoß nun weiterbringen will, erklärt er im RTL-Interview.
Herr Philippi, Sie setzen sich jetzt für die Null Promille Grenze ein. Warum kommt das jetzt?
Nun, zum einen haben wir die Verkehrsstatistiken bekommen, haben gesehen, wie viele Menschen aufgrund von Alkoholkonsum in den letzten Jahren im Verkehr gestorben sind. Da ist jeder einzelne Tote, den wir betrauern müssen, ist da einfach zu viel. Und es gibt dann nur eine einfache Regel zu sagen 0,0 Promille. Dann kann ich sicher Auto fahren. Dann bin ich sozusagen verkehrstauglich und verkehrssicher und muss mir keine Vorwürfe machen, wenn auch mal möglicherweise auch unschuldig, was passiert. Das sollte eine klare Regel sein.
Das heißt also aber konkret Selbst das kleine Bier auf der Familienfeier wäre nicht mehr in Ordnung, wenn es nach Ihnen gehen würde.
Also wenn ich anschließend noch fahren will, würde ich vorschlagen, man trinkt keinen Alkohol auf der Familienfeier. Wenn man jemand hat, der einen fährt, spricht ja nichts dagegen, auch ein Bier zu trinken. Aber wer fährt, sollte sich daran halten. 0,0 wäre klug, wäre vor allen Dingen sicher.
Wie geht es denn jetzt damit weiter? Wollen Sie das Thema auch bei der Gesundheitsministerkonferenz eventuell ansprechen?
Wir werden das auf alle Fälle ansprechen, weil wir natürlich aus gesundheitspolitischen Gründen nicht nur wissen, dass Alkohol schädlich ist. Jede Menge. Jede kleinste Menge Alkohol ist ein Zellgift und kann wirklich dazu führen, dass es zu Veränderungen kommt. Viele Krankheiten, die langfristig entstehen, entstehen aufgrund von Alkoholkonsum. Das ist ein Punkt, den die Gesundheitsminister beurteilen. Sollte das hinterher im Verkehr eine Rolle spielen, wäre der Wirtschaftsminister für den Verkehr zuständig und für die Umsetzung das Innenministerium. Von daher ist es ein rein medizinischer, klarer Ratschlag. Am besten dann Auto fahren, wenn kein Alkohol im Blut ist.
Nun ist ja nicht nur Alkohol am Steuer ein Problem. Stichwort Cannabis. Sprechen Sie sich da auch für eine Nulltoleranz aus?
Nun, das ist ja ungefähr das Gleiche, wenn man Rauschmittel zu sich genommen hat, die sozusagen, die die Sinne und die Psyche erweitern oder möglicherweise erhebliche Reaktionsveränderungen einnehmen oder Sehstörungen nach sich ziehen, sollte man damit nicht am Verkehr teilnehmen? Weil das ist ein sehr, sehr großes Risiko für einen persönlich, aber dann natürlich auch für andere. Deshalb ist die einfachste Lösung nicht berauscht Auto zu fahren, sei es nun von Cannabis oder Alkohol.
Herr Philippi, vielen Dank für das Gespräch.
Gerne.
