Teuer-Schock erschüttert ganz DeutschlandInflation steigt im September auf 10 Prozent
Die Inflation in Deutschland hat sich im September massiv erhöht. Nach 7,9 Prozent im August sind die September-Preise im Vergleich zum Vorjahr um 10,0 Prozent teurer geworden, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Das ist damit die höchste Jahresteuerung seit Herbst 1951.
Inflation steigt in Bayern um 10,8 Prozent
Erste Daten aus den Bundesländern haben bereits gezeigt, dass es bereits im September zweistellig werden könnte. In Nordrhein-Westfalen etwa stieg die Jahresteuerung auf 10,1 (August: 8,1) Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Anfang der 1950er Jahre, wie das Statistische Landesamt in Düsseldorf am Donnerstag mitteilte. In Bayern kletterte die Inflation sogar auf 10,8 Prozent, in Brandenburg auf 9,9 Prozent, in Baden-Württemberg auf 9,5 Prozent und in Hessen auf 9,4 Prozent. Im Saarland lagen die Verbraucherpreise 8,9 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats
Grund dafür ist vor allem, dass Waren und Dienstleistungen nach dem Wegfall des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts nun durchschnittlich spürbar mehr kosteten als ein Jahr zuvor.
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Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW verteuerten sich von August auf September insbesondere Güter und Dienstleistungen im Bereich Verkehr (+9,6 Prozent). "Hauptpreistreiber waren dabei die sogenannten kombinierten Personenbeförderungsleistungen (+217,5 Prozent) aufgrund des Wegfalls des 9-Euro-Tickets sowie die Kraftstoffpreise (+11,7 Prozent, darunter Benzin: +14,0 Prozent)", erklärten die Statistiker.
Starker Preisanstieg bei Lebensmitteln
Auch im Saarland sind die stark steigenden Energiepreise nach wie vor Treiber der Inflation. Die Preise für Gas erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr demnach um 60,1 Prozent, für Fernwärme um 74,9 Prozent und für Heizöl sogar um mehr als 111,2 Prozent. Insgesamt seien die Preise für Haushaltsenergie um 43,2 Prozent teurer als im Jahr 2021.
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Deutliche Preisanstiege für saarländische Verbraucher beobachteten die Statistiker auch bei Nahrungsmitteln. Im September kosteten Lebensmittel 15,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Einen spürbaren Anstieg gab es bei den Speisefetten und -ölen (plus 46,5 Prozent) sowie bei Mehl (plus 66,4 Prozent) und Sahne (plus 53,1 Prozent). Der Besuch im Restaurant ist ebenfalls teurer geworden. Für Speisen und Getränke mussten Restaurantgäste fast ein Zehntel (plus 9,8 Prozent) mehr ausgeben.
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in Hessen verteuerten sich Nahrungsmittel im September um 17,4 Prozent. Überdurchschnittlich teurer waren Speisefette und -öle (plus 44,5 Prozent).
Wegen Inflation: Deutsche ändern Einkaufsverhalten im Supermarkt
Die Deutschen ändern einer Umfrage des Handelsverbands HDE zufolge wegen der sprunghaft gestiegenen Energiekosten bereits ihr Einkaufsverhalten. "So machen sich zwei Drittel der Befragten angesichts der anstehenden Rechnungen für Strom und Wärme große Sorgen", teilte der HDE mit. 60 Prozent geben demnach an, beim Lebensmittelkauf verstärkt Sonderangebote zu nutzen, 46 Prozent verzichten auf den Kauf bestimmter Produkte, und knapp ein Drittel kauft insgesamt geringere Mengen. "Generell sagen 60 Prozent, sie müssten sich aktuell beim Einkauf einschränken, um mit ihrem Geld auszukommen. Für die kommenden Monate richten sich angesichts der Preisentwicklungen 76 Prozent darauf ein, sparsamer einzukaufen." (dpa/rts/aze)
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