Royale Beerdigung

Das kostet die Beisetzung von Queen Elizabeth II.

Die Folgen des Queen-Todes für die britische Wirtschaft Tag der Beisetzung nationaler Feiertag
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Tag der Beisetzung nationaler Feiertag
Die Folgen des Queen-Todes für die britische Wirtschaft

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Die Beisetzung von Queen Elizabeth II. wird ein Jahrhundert-Ereignis: Über 2.000 geladene Gäste, darunter viele Staatsoberhäupter aus der der ganzen Welt, nehmen Abschied von der Queen in London. Laut Experten sollen sich die Kosten auf mehrere Milliarden Pfund belaufen.

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Bis zu 6 Milliarden Pfund für Beerdigung und Krönung

Wie der „Evening Standard“ berichtet, soll die Beisetzung von Elizabeth II. und die Krönung von König Charles III. im nächsten Jahr mehrere Milliarden Pfund kosten.

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Auch das Wirtschaftsblatt „The Economist Times“ hat nachgerechnet und schätzt die Kosten für Begräbnis und Krönung auf sechs Milliarden Pfund, umgerechnet 6,84 Milliarden Euro. Kein Wunder, allein die Sicherheitsvorkehrungen für den Tag der Beisetzung sprengen jeden Rahmen: Immerhin kommen Staats- und Regierungschefs aus aller Welt nach London, um Abschied von der Queen zu nehmen. Polizei, Geheimdienste und Anti-Terror-Einheiten koordinieren dafür die wohl größte Sicherheitsoperation, die die Stadt je erlebt hat. Hinzu kommen die Kosten für die tagelange Totenwache und die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen.

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Die Beisetzungen der Königinmutter im Jahr 2002 war mit rund 5,4 Millionen Pfund (umgerechnet rund 6,2 Millionen Euro) im Vergleich dazu ein regelrechtes Schnäppchen und die Beerdigung von Prinzessin Diana im Jahr 1997 hat „nur“ zwischen 3 und 5 Millionen Pfund gekostet. Die Beerdigung von Prinz Philip im vergangenen Jahr fiel wegen der Corona-Pandemie klein aus, entsprechend waren die Kosten noch niedriger.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung wird Queen-Beisetzung verfolgen

Aus Sicht des Sozialforschers Marcel Schütz steht mit der Beisetzung von Königin Elizabeth II. das größte mediale Ereignis aller Zeiten bevor. „Experten rechnen damit, dass am Montag mehr als 4,1 Milliarden Menschen einschalten, mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung“, sagte der Professor für Organisation und Management von der Northern Business School Hamburg dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Der Mythos Elizabeth II. wird jetzt nicht geboren, er wird vollendet. Mehr Weltbühne geht nicht.“

Die weltweite Anteilnahme werde durch gegenwärtige Krisen womöglich noch befördert. „Erst Seuche, dann Krieg, und jetzt stirbt noch die Queen - so denkt manch einer spontan“, sagte der Wissenschaftler.

Hinzu kommen laut Schütz wirtschaftliche Verwerfungen und, im Vereinigten Königreich, politische Instabilität. „Vor diesem Hintergrund ist der Tod von Elizabeth II. eine Abwechslung, etwas Vertrautes aus alten Zeiten, das nichts mit Politik, Energiekosten und Beschränkungen zu tun hat.“ Als Jahrhundertfigur des 20. Jahrhunderts habe die Queen für die Briten, aber auch für viele Deutsche, die Verbindung zu einer scheinbar stabileren Vergangenheit repräsentiert. „Daher haben viele das Gefühl, dass mit ihr eine Ära endet.“

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Queen Elizabeth II. war ein Liebling des Volkes

Die Faszination der britischen Monarchie rühre auch daher, dass sie im Grunde ein Anachronismus sei. „Der Reiz von Institutionen liegt überhaupt darin, dass sie immer etwas aus der Zeit Gefallenes, etwas Überzeitliches an sich haben“, erklärte Schütz. Ähnlich verhalte es sich mit der Kirche, deren Rituale ebenso für Kontinuität und Tradition stünden wie die der Monarchie. „Ein größerer Kontrast zum hektischen, nervigen und stressigen politischen Tagesgeschäft ist kaum denkbar.“

Zudem überzeugten die westlichen Monarchien heute durch ihre Popularität beim Volk. „Das ist eine durchaus ironische Pointe der Geschichte. Denn traditionell stützt sich die Monarchie ja auf Gottes Gnade“, sagte Schütz. Dadurch, dass sich Könige und Königinnen als Personen beliebt machten, hätten sie das Kunststück fertiggebracht, die Monarchie in der liberalen Demokratie zu festigen. „Ob Carl Gustaf in Schweden, Margarethe in Dänemark oder eben Elizabeth II.: Die Monarchen sind Volkslieblinge.“

Tatsächlich übernähmen die Königshäuser eine Funktion für ihre Gesellschaften. Statt exekutiver oder legislativer Macht komme ihnen sogenannte „Soft Power“ zu. „Diese weiche Macht ist im historischen und kulturellen Kapital sowie in den Netzwerken begründet, welche die Monarchien besitzen und pflegen“, erklärte Schütz. Diese Macht nutzten sie, um zu Kunst, Wissenschaft, Kirchen, mildtätigen Organisationen und anderen Institutionen Verbindung zu halten. Je besser sie diese Rolle als integrierende Instanz wahrnehmen, desto mehr würden sie als gesellschaftstragend wahrgenommen. Die Queen habe darüber hinaus als Identifikationsfigur bei den Menschen gepunktet. (mit epd/aze)

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