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Eigentum: Das muss in die Feststellungserklärung bis Oktober 2022 eingetragen werden

Schreiben vom Finanzamt zur Grundsteuer erhalten?

Das muss in die Feststellungserklärung eingetragen werden

Feststellungserklärung muss ab 1. Juli eingereicht werden Grundsteuer wird neu berechnet
02:27 min
Grundsteuer wird neu berechnet
Feststellungserklärung muss ab 1. Juli eingereicht werden

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von Aristotelis Zervos

Fast 36 Millionen Grundstücke müssen bis 2025 für eine Reform der Grundsteuer neu bewertet werden. Die Steuerbehörden stehen vor einem ihrer größten Projekte in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Und für Hausbesitzer bedeutet das bereits in den nächsten Monaten Arbeit, denn bis Ende Oktober 2022 müssen die Feststellungserklärungen abgegeben werden – und nicht immer liegen alle benötigten Daten vor. Das müssen Eigentümerinnen und Eigentümer jetzt wissen.

Wer muss eine Feststellungserklärung abgeben?

Wer am Stichtag 1. Januar 2022 Eigentümerin oder Eigentümer eines Grundstücks oder einer Eigentumswohnung ist, muss eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts abgeben.

In Erbbaurechtsfällen muss nur die Erbbauberechtigte bzw. der Erbbauberechtigte eine Erklärung abgeben.

Bei Gebäuden auf fremdem Grund und Boden muss nur die Eigentümerin oder der Eigentümer des Grund und Bodens eine Feststellungserklärung abgeben.

Bei welchem Finanzamt muss die Feststellungserklärung abgegeben werden?

Das zuständige Finanzamt richtet sich grundsätzlich nach der Lage des Grundbesitzes und nicht nach dem eventuell abweichenden Wohnsitz.

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Wie kann die Feststellungserklärung erstellt werden?

Die Feststellungserklärung muss vom 1. Juli bis zum 31. Oktober 2022 digital über das Online-Finanzamt Elster eingereicht werden. Hierfür wird ein Benutzerkonto benötigt. Wer bereits ein Benutzerkonto für die Einkommensteuererklärung erstellt hat, kann es auch für die Grundsteuer verwenden.

Ist noch kein Elster-Benutzerkonto angelegt worden, dann muss dies über www.elster.de beantragt werden. Laut der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen kann die Feststellungserklärung auch über den Zugang von nahen Angehörigen abgegeben werden.

Die digitale Abgabe ist auch über Steuersoftware wie Wiso, Steuertipps oder Tax möglich. Die meisten Anbieter für Steuersoftware bringen für die Grundsteuer-Erklärung jeweils eigene Produkte auf den Markt.

Die Einreichung von Belegen ist grundsätzlich nicht vorgesehen.

Welche Daten müssen in der Feststellungserklärung angegeben werden?

Ab Mai erhalten Eigentümer eines Wohngrundstücks ein individuelles Schreiben mit Informationen und Daten von der Finanzverwaltung verfügbar, die bei der Erstellung der Feststellungserklärung unterstützen sollen. Die Daten können nach Prüfung auf Vollständigkeit und Richtigkeit in die Feststellungserklärung übertragen werden.

Dazu gehören u.a.:

  • Aktenzeichen
  • Lage des Grundstücks: Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort
  • Gemarkung(en) und Flurstück(e)
  • Grundstücksfläche
  • Bodenrichtwert
  • Art des Grundstücks (z. B. unbebautes Grundstück oder Einfamilienhaus)
  • Baujahr (nur nach 1949)
  • Anzahl der Wohnungen und Wohnfläche
  • Anzahl der Garagen-/Tiefgaragenstellplätze (falls vorhanden)

Die meisten Daten finden sich z.B. im Kaufvertrag oder in den Bauunterlagen.

Wo sind die Daten für die Feststellungserklärung zu finden?

Ab Mai erhalten Sie als Eigentümerin bzw. Eigentümer eines Wohngrundstücks ein individuelles Informationsschreiben von der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen mit Informationen und Daten, die Sie bei der Erstellung der Feststellungserklärung unterstützen.

In dem bereits oben erwähnten individuellen Schreiben der Finanzverwaltung finden alle Erklärungspflichtigen bereits die überwiegenden Daten für die Feststellungserklärung. Die Daten können nach Prüfung auf Vollständigkeit und Richtigkeit in die Feststellungserklärung übertragen werden. „Zur Prüfung auf Vollständigkeit und Richtigkeit nutzen Sie das Grundsteuerportal“, empfiehlt die Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Darüber hinaus ist die Art des Grundstücks anzugeben, z.B. unbebautes Grundstück oder Einfamilienhaus.

Wurde das Gebäude auf dem Grundstück nach 1949 gebaut, muss auch das Baujahr angeben werden. Das findet man im Kaufvertrag oder in den Bauunterlagen des Gebäudes.

Schließlich müssen die Anzahl der Wohnungen und die Wohnfläche sowie, falls vorhanden, die Anzahl der Garagen-/Tiefgaragenstellplätze angeben werden. Auch diese Informationen findet man findet man im Kaufvertrag oder in den Bauunterlagen des Gebäudes.

Bis wann muss die Feststellungserklärung abgegeben werden?

Die Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwertes muss ab dem 1. Juli 2022 bis spätestens zum 31. Oktober 2022 bei dem zuständigen Finanzamt abgeben werden.

Grundsteuer als wichtige Einnahmequelle für Kommunen

Die Finanzämter ermitteln aus den eingereichten Daten den sogenannten Grundsteuerwert, der allerdings nur eine Komponente bei der Berechnung der Grundsteuer ist. Wie viel am Ende fällig wird und ob sie mehr oder weniger zahlen müssen als bisher, erfahren die Eigentümer erst 2025. Denn das hängt von den sogenannten Hebesätzen der Gemeinden ab. Diese Faktoren können in den rund 11.000 Gemeinden zwischen 0 und auch schonmal mehr als 1000 Prozent liegen. Die Gemeinden sind zwar angehalten, ihre Einnahmen in etwa auf dem gleichen Niveau zu belassen, verpflichtet sind sie dazu jedoch nicht.

Der Eigentümerverband Haus und Grund erwartet einige Schwierigkeiten für seine Mitglieder. So müssen etwa die Bodenrichtwerte bei unabhängigen Gutachterausschüssen erfragt oder im Internet recherchiert werden. Größter Knackpunkt könnte aber das Baualter sein, sagt Sibylle Barent, Steuerexpertin des Verbands. Hier müssten zum Beispiel auch Kernsanierungen berücksichtigt werden, die die Restnutzungsdauer eines Hauses wieder verlängern könnten. Selbst bei der Wohnfläche gibt es Stolperfallen: An- und Umbauten müssen notfalls sogar selbst ausgemessen werden. Stichtag für alle Angaben ist der 1. Januar 2022, was danach noch verändert wurde, muss nicht berücksichtigt werden.

Auch wird bemängelt, dass die Feststellungserklärung nur digital abgegeben werden kann. Gerade für viele ältere Betroffene ein Problem. „Viele haben weder die Geräte noch die Fähigkeiten, um das leisten zu können. Und vielleicht auch niemanden, der ihnen dabei helfen kann“, sagt Nicole Merta vom Eigentümerverein Haus & Grund. Auf die Steuerberaterinnen und Steuerberater dürfte jede Menge Arbeit zukommen. (mit dpa/finanzverwaltung.nrw/aze)

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